Knie-TEP: Indikation, Kriterien und Kontraindikationen
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie zur Indikation der Knieendoprothese definiert evidenz- und konsensbasierte Kriterien für den Gelenkersatz bei Gonarthrose und Osteonekrose. Ziel ist es, eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen und die partizipative Entscheidungsfindung zu unterstützen.
Die Implantation einer Knieendoprothese gehört zu den häufigsten elektiven Eingriffen in der Orthopädie. Dennoch sind etwa 10 bis 20 Prozent der Behandelten mit dem postoperativen Ergebnis nicht vollständig zufrieden.
Um das Behandlungsergebnis zu optimieren, unterscheidet die Leitlinie zwischen zwingend erforderlichen Hauptkriterien, unterstützenden Nebenkriterien sowie Kontraindikationen und modifizierbaren Risikofaktoren. Letztere sollten vor einem Eingriff bestmöglich optimiert werden.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Praxisaspekt der Leitlinie ist die Einhaltung eines zeitlichen Abstands nach intraartikulären Glukokortikoid-Injektionen. Es wird dringend empfohlen, eine Knieendoprothesen-Operation frühestens 6 Wochen, idealerweise jedoch erst 3 Monate nach einer solchen Injektion durchzuführen, um das Risiko periprothetischer Infektionen zu minimieren. Zudem wird betont, dass ein Gelenkersatz in der Regel erst bei einer fortgeschrittenen Gonarthrose (Kellgren & Lawrence Grad 3 oder 4) indiziert ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt die Indikation zur Knieendoprothese bei einer fortgeschrittenen Gonarthrose. Im Röntgenbild unter Belastung sollte hierfür ein Kellgren & Lawrence Grad 3 oder 4 vorliegen.
Es wird vorausgesetzt, dass eine adäquate medikamentöse und nicht-medikamentöse konservative Therapie über mindestens 3 Monate erfolglos durchgeführt wurde. Erst bei unzureichendem Ansprechen ist die Indikation zum Gelenkersatz gegeben.
Ein sehr hoher BMI ab 40 kg/m2 gilt laut Leitlinie als relative Kontraindikation für den Eingriff. Bei einem BMI ab 30 kg/m2 wird empfohlen, vor der Operation eine Gewichtsreduktion anzustreben, um das Komplikationsrisiko zu senken.
Die Leitlinie empfiehlt eine Nikotinkarenz von mindestens einem Monat vor der geplanten Knieendoprothesen-Operation. Dies dient der Reduktion des Risikos für Wund- und periprothetische Infektionen.
Bei Vorliegen eines Diabetes mellitus sollen die Blutzuckerwerte vor dem Eingriff bestmöglich eingestellt sein. Die Leitlinie empfiehlt hierbei, einen HbA1c-Wert von unter 8 % anzustreben.
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Quelle: Indikation Knieendoprothese (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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