Klinische Ernährung bei CED: Leitlinien-Empfehlungen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehen häufig mit einem erhöhten Risiko für Mangelernährung einher. Gleichzeitig nimmt die Prävalenz von Adipositas bei diesen Erkrankungen zu, was den klinischen Verlauf und operative Eingriffe verkomplizieren kann.

Die AWMF-S3-Leitlinie zur klinischen Ernährung bei CED bietet strukturierte Vorgaben für die ernährungsmedizinische Begleitbehandlung. Sie betont die Rolle der Ernährung sowohl bei der Prävention als auch in den verschiedenen Krankheitsphasen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Vermeidung von Makro- und Mikronährstoffmängeln, der perioperativen Ernährungsoptimierung sowie dem Einsatz spezifischer Diäten und Formulanahrungen zur Remissionsinduktion.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich vor der Gefahr eines Refeeding-Syndroms bei Patienten mit CED, deren Mangelernährung sich über mehrere Tage erstreckt. Es wird empfohlen, die Wiederernährung langsam zu beginnen und in den ersten Tagen engmaschig Elektrolyte (insbesondere Phosphat und Magnesium) sowie den Flüssigkeitshaushalt zu überwachen. Zudem wird auf die Wichtigkeit einer ausreichenden Thiamin-Versorgung hingewiesen, um einer potenziell letalen Laktatazidose vorzubeugen.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sollte eine parenterale Ernährung nur durchgeführt werden, wenn eine bedarfsdeckende orale oder enterale Ernährung über mehrere Tage nicht möglich ist. Dies betrifft insbesondere Patienten mit dysfunktionalem Gastrointestinaltrakt, wie etwa beim Kurzdarmsyndrom oder bei einem Ileus.

Bei Kindern und Jugendlichen wird die exklusive Formulanahrung als Erstlinientherapie zur Remissionsinduktion empfohlen. Bei Erwachsenen mit leicht bis mittelschwer aktivem Morbus Crohn kann gemäß Leitlinie die "Crohn's Disease Exclusion Diet" (CDED) in Betracht gezogen werden.

Die Leitlinie rät davon ab, eine exklusive Formulanahrung als primäre Therapie zur Remissionsinduktion bei Erwachsenen und Kindern mit Colitis ulcerosa einzusetzen. Es gibt keine ausreichende Evidenz für die Wirksamkeit dieser spezifischen Ernährungstherapie bei aktiver Colitis ulcerosa.

In der Remissionsphase entspricht der Proteinbedarf mit 0,8 bis 1,0 g/kg Körpergewicht pro Tag dem von gesunden Erwachsenen. Bei einem moderaten bis schweren Schub ist der Bedarf erhöht, weshalb die Leitlinie eine Zufuhr von 1,0 bis 1,2 g/kg Körpergewicht pro Tag empfiehlt.

Intravenöses Eisen wird als Erstlinienbehandlung bei klinisch aktiver CED, bei früherer Unverträglichkeit von oralem Eisen oder bei einem Hämoglobinwert unter 10 g/dL empfohlen. Orales Eisen kann bei Patienten in Remission mit leichter Anämie erwogen werden.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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