Kinderformularium2026Pädiatrie

Piritramid bei Kindern: Kinderformularium

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Kinderformularium (2026)|Arzneimittel-Fachinformation|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Piritramid (Handelsname z. B. Dipidolor) ist ein Opioidanalgetikum, dessen analgetische Potenz etwas geringer als die von Morphin ist. Die Analgesie resultiert aus einer Aktivierung der µ-Opioid-Rezeptoren im Bereich des Rückenmarks und den höheren Schmerzzentren wie Thalamus und Hirnrinde.

Klinische Studien zeigen einen raschen Wirkungseintritt. Nach intravenöser Gabe tritt die Analgesie nach 1 bis 2 Minuten ein, nach intramuskulärer oder subkutaner Gabe nach 10 bis 15 Minuten. Die Wirkdauer beträgt in der Regel 5 bis 8 Stunden.

Bei der Pharmakokinetik im Kindesalter weisen Neugeborene im Vergleich zu älteren Kindern höhere initiale Konzentrationen und eine deutlich längere Eliminationszeit auf. Da die Eliminationsrate bei Säuglingen und Kleinkindern höher ist als bei Erwachsenen, fällt die Wirkungsdauer in dieser Altersgruppe kürzer aus.

Empfehlungen

Die Monographie des Kinderformulariums formuliert folgende Kernaspekte zur Anwendung:

Zulassungsstatus und Dosierungsprinzipien

  • Die intravenöse und subkutane Gabe bei starken Schmerzen ist für Kinder von 1 Monat bis unter 18 Jahren zugelassen.

  • Die Verabreichung über eine PCA-Pumpe (Patient-Controlled Analgesia) gilt für die Altersgruppe von 5 bis unter 18 Jahren als Off-Label-Use.

  • Laut Monographie wird die Dosis in der klinischen Praxis von Morphin abgeleitet und im Verhältnis 1:1 verwendet, obwohl Piritramid weniger wirksam ist.

Anwendung und Überwachung

  • Es wird empfohlen, bei der Dosierung strikt zwischen beatmeten und nicht-beatmeten Patienten zu unterscheiden.

  • Bei unzureichender Schmerzkontrolle unter Dauerinfusion wird die Wiederholung eines Bolus und die anschließende Erhöhung der kontinuierlichen Dosis empfohlen.

  • Beim Auftreten einer postoperativen Atemdepression kann gemäß Monographie Naloxon intravenös verabreicht werden.

Dosierung

Intravenöse und subkutane Gabe (1 Monat bis 3 Jahre)

PatientenstatusInitialdosis (Bolus)Erhaltungsdosis (Dauerinfusion)
Beatmet100 µg/kg4-9 kg: 10-15 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h); 10-15 kg: 15-20 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h)
Nicht-beatmet (PICU)15 µg/kg (bei Bedarf 3x wiederholen)4-9 kg: 10-15 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h); 10-15 kg: 15-20 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h)
Nicht-beatmet (PACU)10-50 µg/kg (nach Bedarf wiederholen)4-9 kg: 10-15 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h); 10-15 kg: 15-20 µg/kg/h (titrierbar bis 40 µg/kg/h)

Intravenöse und subkutane Gabe (3 bis 18 Jahre, ≥ 15 kg)

PatientenstatusInitialdosis (Bolus)Erhaltungsdosis (Dauerinfusion)
Beatmet100 µg/kg10-40 µg/kg/h
Nicht-beatmet (PICU)15 µg/kg (bei Bedarf 3x wiederholen)10-40 µg/kg/h
Nicht-beatmet (PACU)10-50 µg/kg (nach Bedarf wiederholen)10-40 µg/kg/h

Verabreichung über PCA-Pumpe (5 bis 18 Jahre, Off-Label)

ApplikationswegBolusSperrintervallBasalinfusionsrate
Intravenös15-20 µg/kg10 min0-15 µg/kg/h (Max. 100 µg/kg/h)
Subkutan15-20 µg/kg10-30 min0-15 µg/kg/h (Max. 100 µg/kg/h)

Dosisanpassung bei Nierenfunktionsstörungen (> 3 Monate)

GFR (ml/min/1.73m²)Empfehlung
≥ 10Keine Dosisanpassung erforderlich
< 10Keine allgemeine Empfehlung zur Dosisanpassung möglich

Kontraindikationen

Laut Monographie gelten folgende Kontraindikationen für die Anwendung von Piritramid:

  • Atemdepression

  • Komatöse Zustände

Zudem wird vor Kombinationen mit zentraldämpfenden Stoffen, serotonergen Stoffen sowie CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren gewarnt.

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💡Praxis-Tipp

Die Monographie warnt davor, dass es bis zu 24 Stunden dauern kann, bis Patienten vom vollen analgetischen Effekt einer Piritramid-Dosis profitieren. Es wird betont, Dosiserhöhungen sehr vorsichtig vorzunehmen, um eine Akkumulation und das damit verbundene Risiko einer Atemdepression zu vermeiden. Dies gilt laut Quelle insbesondere für spontan atmende Neugeborene, da diese eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit aufweisen.

Häufig gestellte Fragen

Die Dosierung richtet sich nach Alter, Gewicht und Beatmungsstatus. Laut Kinderformularium wird in der klinischen Praxis oft die Morphindosis 1:1 übernommen, wobei bei nicht-beatmeten Kleinkindern auf der Intensivstation beispielsweise ein Bolus von 15 µg/kg empfohlen wird.

Nein, die Verabreichung über eine PCA-Pumpe (Patient-Controlled Analgesia) gilt bei Kindern und Jugendlichen von 5 bis unter 18 Jahren als Off-Label-Use. Die intravenöse und subkutane Standardgabe ist hingegen ab 1 Monat zugelassen.

Bei einer glomerulären Filtrationsrate (GFR) von über 10 ml/min/1.73m² ist laut Monographie keine Dosisanpassung erforderlich. Für Werte unter 10 ml/min/1.73m² kann aufgrund fehlender Daten keine allgemeine Empfehlung gegeben werden.

Die Quelle weist darauf hin, dass besonders bei spontan atmenden Neugeborenen ein erhöhtes Risiko für eine Atemdepression besteht. Ursächlich hierfür sind eine verlängerte Eliminationshalbwertszeit und eine verminderte Clearance in dieser Altersgruppe.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt. Vor jeder Anwendung oder Verschreibung muss die aktuelle Fachinformation konsultiert werden.

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