Katastrophenmedizin: Triage, X-ABCDE und CBRN-Lagen
Hintergrund
Die AWMF-S2k-Leitlinie "Katastrophenmedizinische prähospitale Behandlungsleitlinien" definiert medizinische Versorgungsstrategien für Großschadenslagen. Katastrophenmedizin zeichnet sich durch einen Mangel an personellen und materiellen Ressourcen sowie eine dysfunktionale Infrastruktur aus.
In diesen Ausnahmesituationen wird von der Individualmedizin abgewichen. Das primäre Ziel ist es, das bestmögliche Behandlungsziel für die größtmögliche Anzahl von betroffenen Personen zu erreichen.
Die Leitlinie fokussiert sich auf die ersten 72 Stunden nach einem Ereignis. Schwerpunkte bilden traumatisch-thermische Verletzungen, Atemwegserkrankungen, chemische Kontaminationen sowie die psychosoziale Notfallversorgung.
💡Praxis-Tipp
In der Katastrophenmedizin erfordert die Ressourcenknappheit ein Umdenken: Die Leitlinie betont, dass eine Übertherapie zwingend vermieden werden muss. Es wird empfohlen, einfache Maßnahmen wie die stabile Seitenlage zur Atemwegssicherung oder die orale Flüssigkeitsgabe der apparativen oder intravenösen Medizin vorzuziehen, um Material und Personal für vital bedrohte Personen zu schonen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie soll zur initialen Abschätzung die Handflächen-Regel verwendet werden. Dabei entspricht die Handfläche der betroffenen Person etwa 1 % der Körperoberfläche.
Die Leitlinie empfiehlt, für die Spülung von Weichteilverletzungen Wasser in Trinkwasserqualität zu verwenden. Sterile Lösungen sind für oberflächliche Wunden nicht zwingend erforderlich.
Es wird empfohlen, alternative Applikationswege zu nutzen. Die Leitlinie nennt hierfür die intranasale oder intramuskuläre Gabe von Esketamin oder Fentanyl als effektive Methoden.
Jede Weichteilverletzung gilt als kontaminiert. Laut Leitlinie sollen sicher ungeimpfte Personen bei Impfstoffknappheit priorisiert werden, und bei unklarem Status wird eine aktive und passive Immunisierung empfohlen.
Die Diagnose soll rein klinisch gestellt werden. Es wird eine sofortige Entlastung durch eine Minithorakotomie oder initial durch eine Nadeldekompression empfohlen.
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Quelle: Katastrophenmedizinische prähospitale Behandlungsleitlinien (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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