Ischämischer Schlaganfall: Endovaskuläre Therapie
Hintergrund
Der akute ischämische Schlaganfall entsteht durch eine plötzliche Durchblutungsstörung im Gehirn, oft bedingt durch den Verschluss eines großen Blutgefäßes. Dies führt zu neurologischen Ausfällen und stellt eine der Hauptursachen für Tod und Behinderung dar.
Zur Wiederherstellung des Blutflusses kommen verschiedene perkutane endovaskuläre Verfahren zum Einsatz. Dazu gehören die Thromboaspiration, die Stent-Retriever-Thrombektomie sowie kombinierte Techniken.
Der vorliegende Cochrane Review aus dem Jahr 2023 untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit dieser verschiedenen endovaskulären Eingriffe. Ziel ist es, die optimale Therapiestrategie für betroffene Personen zu ermitteln.
Empfehlungen
Der Cochrane Review liefert folgende zentrale Erkenntnisse zum Vergleich der endovaskulären Verfahren:
Vergleich der Einzelverfahren
Laut Meta-Analyse gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Thromboaspiration und der Stent-Retriever-Thrombektomie. Dies betrifft sowohl die funktionelle Unabhängigkeit nach drei Monaten als auch die erfolgreiche Reperfusion (hohe Vertrauenswürdigkeit der Evidenz).
Auch bei den Sicherheitsendpunkten zeigten sich keine relevanten Differenzen. Die Raten für Gesamtmortalität, intrakranielle Blutungen und verfahrensbedingte unerwünschte Ereignisse waren vergleichbar.
Kombinierte Techniken
Der Review untersucht zudem den Einsatz von kombinierten Verfahren aus Aspiration und Stent-Retriever. Es wird festgestellt, dass die kombinierte Gruppe keinen offensichtlichen Vorteil gegenüber der alleinigen Anwendung eines der beiden Verfahren bietet.
Klinische Endpunkte im Vergleich
Die Ergebnisse der Meta-Analyse für den direkten Vergleich von Thromboaspiration und Stent-Retriever-Thrombektomie stellen sich wie folgt dar:
| Endpunkt | Thromboaspiration | Stent-Retriever | Unterschied |
|---|---|---|---|
| Funktionelle Unabhängigkeit (3 Monate) | 497 von 1000 | 482 von 1000 | Nicht signifikant |
| Erfolgreiche Reperfusion (mTICI 2b-3) | 874 von 1000 | 883 von 1000 | Nicht signifikant |
| Gesamtmortalität (3 Monate) | 204 von 1000 | 206 von 1000 | Nicht signifikant |
| Symptomatische intrakranielle Blutung | 62 von 1000 | 56 von 1000 | Nicht signifikant |
💡Praxis-Tipp
Laut dem Cochrane Review bietet die Kombination aus Aspiration und Stent-Retriever keinen nachweisbaren klinischen Vorteil gegenüber der alleinigen Anwendung eines der Verfahren. Es wird betont, dass sowohl die reine Thromboaspiration als auch die Stent-Retriever-Thrombektomie als gleichwertig sicher und effektiv anzusehen sind.
Häufig gestellte Fragen
Laut Cochrane Review gibt es keinen signifikanten Unterschied in der Wirksamkeit zwischen Thromboaspiration und Stent-Retriever-Thrombektomie. Beide Verfahren gelten als gleichwertig sicher und effektiv.
Der Review zeigt, dass kombinierte Techniken keinen offensichtlichen Vorteil gegenüber der alleinigen Anwendung von Aspiration oder Stent-Retriever bieten. Die klinischen Ergebnisse unterscheiden sich nicht signifikant.
Die Meta-Analyse belegt, dass das Risiko für symptomatische intrakranielle Blutungen bei beiden Hauptverfahren vergleichbar ist. Es liegt bei etwa 56 bis 62 von 1000 behandelten Patienten innerhalb von 24 Stunden.
Laut den Daten des Reviews wird bei beiden Verfahren eine sehr hohe Reperfusionsrate erreicht. Eine erfolgreiche Wiederherstellung des Blutflusses (mTICI 2b-3) gelingt in etwa 87 bis 88 Prozent der Fälle.
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Quelle: Cochrane Review: Different types of percutaneous endovascular interventions for acute ischemic stroke (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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