Vertebralarterienstenose Stenting: Cochrane Review
Hintergrund
Die Vertebralarterienstenose ist eine bedeutsame Ursache für ischämische Schlaganfälle im hinteren Stromgebiet. Zu den gängigen Behandlungsstrategien bei symptomatischen Verengungen gehören die nicht-invasive medikamentöse Therapie (MT), chirurgische Eingriffe sowie die endovaskuläre Therapie (ET).
Die medikamentöse Standardtherapie umfasst die Kontrolle von Risikofaktoren, Thrombozytenaggregationshemmer, Lipidsenker sowie die individuelle Einstellung von Bluthochdruck und Diabetes. Die endovaskuläre Therapie besteht meist aus einer perkutanen transluminalen Angioplastie mit oder ohne Stenting.
Bislang war die optimale Behandlungsstrategie für betroffene Personen nicht abschließend geklärt. Dieser systematische Cochrane Review untersucht die Sicherheit und Wirksamkeit der endovaskulären Therapie in Kombination mit medikamentöser Behandlung im Vergleich zur alleinigen medikamentösen Therapie.
Empfehlungen
Der Cochrane Review basiert auf drei randomisierten kontrollierten Studien mit insgesamt 349 Teilnehmern. Es werden folgende Kernaussagen zur Behandlung der symptomatischen Vertebralarterienstenose getroffen:
Gesamtrisiko für Schlaganfall und Tod
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Laut Review gibt es keinen signifikanten Unterschied bezüglich Todesfällen oder Schlaganfällen 30 Tage nach der Randomisierung zwischen der Kombinationstherapie (ET plus MT) und der alleinigen medikamentösen Therapie (geringe Sicherheit der Evidenz).
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Auch im langfristigen Verlauf zeigen sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfälle, Todesfälle oder transitorischer ischämischer Attacken (TIA) (moderate bis geringe Sicherheit der Evidenz).
Bedeutung der Läsionslokalisation
Die Autoren betonen, dass die Lokalisation der Läsion ein entscheidender Faktor bei der Behandlungsplanung ist.
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Bei Personen mit einer intrakraniellen symptomatischen Vertebralarterienstenose weist die Kombination aus ET und MT ein geringeres Risiko für tödliche oder nicht-tödliche Schlaganfälle nach 30 Tagen auf als die alleinige MT.
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Es wird hervorgehoben, dass zwingend zwischen intrakraniellen und extrakraniellen Läsionen differenziert werden muss.
Vergleich der klinischen Endpunkte
Die Meta-Analyse vergleicht die endovaskuläre plus medikamentöse Therapie mit der alleinigen medikamentösen Therapie anhand folgender Endpunkte:
| Klinischer Endpunkt | Relatives Risiko (ET+MT vs. MT) | Sicherheit der Evidenz (GRADE) |
|---|---|---|
| Tod/Schlaganfall (nach 30 Tagen) | RR 2,33 (95% KI 0,77 bis 7,07) | Gering |
| Tödlicher/nicht-tödlicher Schlaganfall im Zielstromgebiet (Langzeit) | RR 0,51 (95% KI 0,26 bis 1,01) | Moderat |
| Schlaganfall generell (Langzeit) | RR 0,77 (95% KI 0,44 bis 1,32) | Moderat |
| Tod (Langzeit) | RR 0,78 (95% KI 0,37 bis 1,62) | Gering |
| Schlaganfall oder TIA (Langzeit) | RR 0,65 (95% KI 0,39 bis 1,06) | Moderat |
💡Praxis-Tipp
Bei der Indikationsstellung zur endovaskulären Therapie einer symptomatischen Vertebralarterienstenose wird eine genaue Beachtung der Läsionslokalisation empfohlen. Während sich für das Gesamtkollektiv kein signifikanter Vorteil des Stentings gegenüber der rein medikamentösen Therapie zeigt, profitieren laut Review insbesondere Personen mit intrakraniellen Stenosen nach der 30-Tage-Phase von der Intervention.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es bei symptomatischer Vertebralarterienstenose insgesamt keinen signifikanten Unterschied im Risiko für Schlaganfälle oder Tod zwischen einer Stent-Implantation plus medikamentöser Therapie und einer alleinigen medikamentösen Behandlung.
Die Unterscheidung zwischen extrakraniellen und intrakraniellen Läsionen ist klinisch hochrelevant. Der Review deutet darauf hin, dass bei intrakraniellen Stenosen die endovaskuläre Therapie langfristig das Schlaganfallrisiko im Vergleich zur rein medikamentösen Therapie senken kann.
Die konservative Behandlung umfasst die strikte Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren. Dazu gehören laut Quelle die Gabe von Thrombozytenaggregationshemmern und Lipidsenkern sowie die individuelle Einstellung von Bluthochdruck und Diabetes mellitus.
Die aktuelle Evidenzlage wird in der Meta-Analyse als gering bis moderat eingestuft. Dies liegt an der geringen Anzahl verfügbarer randomisierter Studien und der methodisch bedingten fehlenden Verblindung bei interventionellen Eingriffen.
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Quelle: Cochrane Review: Percutaneous transluminal angioplasty and stenting for vertebral artery stenosis (Cochrane, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.