CochraneIa2019Neurologie

Calciumantagonisten bei Schlaganfall: Therapie-Evidenz

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der akute ischämische Schlaganfall führt zu einer verminderten Durchblutung und einem massiven Einstrom von Calciumionen in die Gehirnzellen. Dieser Prozess trägt maßgeblich zum neuronalen Zelltod bei.

Historisch wurde angenommen, dass Calciumantagonisten neuroprotektiv wirken könnten. Durch die Blockade von Calciumkanälen sollte der zelluläre Schaden in der ischämischen Penumbra begrenzt werden.

Dieser systematische Cochrane Review (2019) fasst die Evidenz aus 34 randomisierten kontrollierten Studien mit über 7.700 Teilnehmern zusammen. Untersucht wurde die Wirksamkeit verschiedener Calciumantagonisten im Vergleich zu Placebo oder Standardtherapie.

Vollständige Empfehlungen in der Originalleitlinie lesen
ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die routinemäßige Gabe von Calciumantagonisten (wie Nimodipin) beim akuten ischämischen Schlaganfall ist obsolet und wird durch die aktuelle Evidenz nicht gestützt. Es wird darauf hingewiesen, dass insbesondere die intravenöse Gabe von Flunarizin mit einer signifikanten Zunahme von unerwünschten Ereignissen wie Thrombophlebitiden assoziiert ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es keine Evidenz für einen klinischen Nutzen. Weder die Mortalität noch die Pflegebedürftigkeit der Betroffenen werden durch diese Medikamentenklasse signifikant reduziert.

Die Meta-Analyse zeigt, dass auch ein früher Behandlungsbeginn innerhalb der ersten 12 Stunden nach Symptombeginn keinen Vorteil bringt. Die Ergebnisse waren unabhängig vom Zeitfenster konsistent negativ.

Der Review fand bei beiden Applikationswegen keinen klinischen Nutzen. Bei der intravenösen Verabreichung zeigten sich tendenziell sogar schlechtere klinische Verläufe und mehr Nebenwirkungen.

Es wurde eine generelle Zunahme unerwünschter Ereignisse in den Behandlungsgruppen beobachtet. Insbesondere die intravenöse Gabe von Flunarizin führte zu einem signifikanten Anstieg von oberflächlichen Thrombophlebitiden.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: Cochrane Review: Calcium antagonists for acute ischemic stroke (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.