Irinotecan bei UGT1A1-Mangel: Dosierungsempfehlungen
Hintergrund
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) informiert in der Drug Safety Mail 2021-65 über einen Rote-Hand-Brief zu Irinotecan-haltigen Arzneimitteln. Irinotecan wird als Monotherapie oder in Kombinationstherapien zur Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem beziehungsweise metastasiertem kolorektalem Karzinom angewendet.
Bei Patienten mit einer verringerten UGT1A1-Aktivität kommt es zu einem verlangsamten Abbau des Wirkstoffs. Dies betrifft sogenannte langsame UGT1A1-Metabolisierer, beispielsweise bei einer Homozygotie für UGT1A1*28- oder *6-Varianten, wie sie beim Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht) auftritt.
Diese Zusammenfassung basiert auf der Kurzinformation der AkdÄ.
💡Praxis-Tipp
Der Rote-Hand-Brief warnt ausdrücklich vor dem dosisabhängigen Risiko für schwere Neutropenien und Diarrhöen bei Patienten mit Gilbert-Syndrom oder anderen UGT1A1-Polymorphismen. Es wird empfohlen, bei diesen Patienten und geplanten Dosen über 180 mg/m² primär mit einer reduzierten Dosis zu starten und erst bei guter klinischer Verträglichkeit zu eskalieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Rote-Hand-Brief haben langsame UGT1A1-Metabolisierer ein erhöhtes Risiko für schwere Neutropenie und Durchfall unter Irinotecan. Eine Genotypisierung kann helfen, diese Risikopatienten vor Therapiebeginn zu identifizieren.
Es wird empfohlen, bei Patienten mit verringerter UGT1A1-Aktivität eine niedrigere Anfangsdosis in Betracht zu ziehen. Bei guter Verträglichkeit kann die Dosis im weiteren Verlauf erhöht werden.
Die AkdÄ rät zu einer niedrigeren Anfangsdosis insbesondere bei geschwächten Patienten mit UGT1A1-Mangel. Ebenso wird zur Vorsicht gemahnt, wenn Dosen von über 180 mg/m² geplant sind.
Das Dokument nennt als Beispiel das Gilbert-Syndrom (Morbus Meulengracht). Hierbei liegt häufig eine Homozygotie für UGT1A1*28- oder *6-Varianten vor, was zu einem langsameren Metabolismus führt.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Irinotecan-haltigen Arzneimitteln (AkdÄ, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Onivyde® (liposomales Irinotecan): Risiko für Medikationsfehler.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu 5-Fluorouracil- (i.v.), Capecitabin-
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Mitem® 20 mg (Mitomycin): Anwendungseinschränkung bei intravenöser Gabe.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Mitomycin-Präparaten der Firma medac
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Trisenox® (Arsentrioxid): Risiko von
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Cotellic® (Cobimetinib): zusätzliche
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Donepezil: QTc-Intervallverlängerung und Torsade de Pointes.
AkdÄ: Rote-Hand-Brief zu Xagrid® (Anagrelidhydrochlorid)
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen