Adipositas bei Erwachsenen: Diagnostik und Therapie
Hintergrund
Die IQWiG-Leitliniensynopse fasst aktuelle evidenzbasierte Empfehlungen zur Versorgung von Erwachsenen mit Adipositas zusammen. Adipositas ist als chronische Erkrankung definiert, die durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts gekennzeichnet ist.
Zur Klassifikation wird standardmäßig der Body-Mass-Index (BMI) herangezogen. Ergänzend wird die Messung des Taillenumfangs sowie die Nutzung des Edmonton Obesity Staging Systems (EOSS) zur Erfassung der individuellen Krankheitslast diskutiert.
Die Ursachen der Erkrankung sind multifaktoriell und umfassen genetische, psychosoziale sowie umweltbedingte Faktoren. Ziel der strukturierten Behandlung ist die Reduktion von Folgeerkrankungen und die Verbesserung der Lebensqualität.
💡Praxis-Tipp
Ein wesentlicher Hinweis der Leitlinie betrifft die lebenslange Nachsorge nach bariatrischen Eingriffen. Es wird betont, dass insbesondere nach malabsorptiven Verfahren (wie dem Roux-en-Y-Magenbypass) eine strukturierte Kontrolle und Supplementierung von Mikronährstoffen zwingend erforderlich ist, um Mangelerscheinungen vorzubeugen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) postoperativ zur Vermeidung von Anastomosenulzera möglichst vermieden werden sollten.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist ein bariatrischer Eingriff nach ausgeschöpfter konservativer Therapie bei einem BMI ≥ 40 kg/m2 indiziert. Bei einem BMI ≥ 35 kg/m2 und bestehenden Komorbiditäten kann der Eingriff ebenfalls empfohlen werden.
Die Leitlinie nennt Liraglutid (3,0 mg), die Kombination Naltrexon/Bupropion sowie Orlistat als Optionen für eine adjuvante medikamentöse Therapie. Diese können bei einem BMI ≥ 30 kg/m2 oder bei einem BMI ≥ 27 kg/m2 mit Begleiterkrankungen eingesetzt werden.
Es wird ein tägliches Energiedefizit von 500 bis 750 kcal empfohlen. Die Ernährungsumstellung sollte gemäß Leitlinie Teil eines multimodalen Programms sein.
Die Leitlinie rät dazu, eine Schwangerschaft in den ersten 12 bis 18 Monaten nach dem Eingriff zu vermeiden. Tritt eine Schwangerschaft ein, wird eine engmaschige Kontrolle der Mikronährstoffe und des fetalen Wachstums empfohlen.
Es wird empfohlen, auf nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) nach bariatrischen Eingriffen möglichst zu verzichten. Dies begründet die Leitlinie mit dem erhöhten Risiko für Anastomosenulzera und Perforationen.
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Quelle: IQWiG V21-05: Leitliniensynopse Adipositas - Erwachsene (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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