IQWiG2023Kardiologie

Ablation bei Herzrhythmusstörungen: IQWiG-Entscheidungshilfe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht P21-02 liefert evidenzbasierte Entscheidungshilfen zu elektrophysiologischen Untersuchungen und Ablationsbehandlungen. Ziel ist die Unterstützung der gemeinsamen Entscheidungsfindung (Shared Decision Making) bei Herzrhythmusstörungen.

Die Informationen basieren auf systematischen Literaturrecherchen und orientieren sich an den internationalen IPDAS-Standards. Sie umfassen unter anderem die Indikationen Vorhofflimmern und Kammertachykardie.

Es werden verschiedene Behandlungsansätze wie Frequenzkontrolle, Rhythmuskontrolle und der Einsatz von Defibrillatoren (ICD) vergleichend dargestellt.

Empfehlungen

Die IQWiG-Entscheidungshilfe strukturiert die Behandlung von Vorhofflimmern in Frequenzkontrolle und Rhythmuskontrolle.

Frequenzkontrolle versus Rhythmuskontrolle

Laut Bericht zielt die Frequenzkontrolle auf eine Verlangsamung des Herzschlags durch dauerhafte Medikamenteneinnahme ab. Die Rhythmuskontrolle zielt auf die Wiederherstellung und den Erhalt des normalen Sinusrhythmus.

EigenschaftFrequenzkontrolleRhythmuskontrolle
ZielRuhepuls unter 110 (ggf. unter 80) Schläge/MinuteWiederherstellung des Sinusrhythmus (Kardioversion)
MethodenBetablocker, Kalziumantagonisten, HerzglykosideStromimpuls, Medikamente, Katheterablation
SymptomlinderungMeist ausreichendEtwas besser, aber häufige Rückfälle (43-67 %)
LangzeitkomplikationenVergleichbar mit RhythmuskontrolleBesserer Schutz bei Vorhofflimmern < 1 Jahr oder Herzschwäche

Verfahren zur Kardioversion

Zur Wiederherstellung des Sinusrhythmus werden zwei primäre Verfahren beschrieben:

VerfahrenDurchführungErfolgsrateNebenwirkungen
ElektrokardioversionStromimpuls unter kurzer Narkoseca. 90 % sofortiger ErfolgÜbelkeit, Kreislaufprobleme, leichte Hautverbrennungen
MedikamentösTabletten oder intravenös ohne Narkose44-78 %, Wirkungseintritt verzögertRhythmusstörungen, Blutdruckabfall, Sehstörungen

Erhalt des Sinusrhythmus

Nach erfolgreicher Kardioversion listet das IQWiG folgende Optionen zum Erhalt des Rhythmus auf:

  • Dauerhafte Einnahme von Antiarrhythmika (Rückfallquote ca. 70 % in 3 Jahren)

  • Katheterablation zur Verödung von Herzgewebe (Rückfallquote ca. 50 % in 3 Jahren)

  • Die Ablation wird besonders bei begleitender Herzschwäche als vorteilhaft beschrieben

Kammertachykardie

Bei Kammertachykardien oder einem erhöhten Risiko für den plötzlichen Herztod werden folgende Schutzmöglichkeiten genannt:

  • Implantation eines Defibrillators (ICD) zur schnellen Beendigung von Rhythmusstörungen

  • Dauerhafte medikamentöse Therapie zur Stabilisierung des Herzrhythmus

  • Katheterablation zur gezielten Verödung des Ursprungsgewebes (z.B. an Infarktnarben)

  • Eine Kombination der Verfahren, beispielsweise ICD plus Ablation, wird häufig als sinnvoll erachtet

Kontraindikationen

Laut IQWiG-Bericht sind Betablocker bei Vorliegen von Asthma oder einer COPD nicht geeignet.

Kalziumantagonisten werden bei einer bestehenden Herzschwäche als ungeeignet eingestuft.

Herzglykoside können bei gestörter Nierenfunktion zu Sehstörungen oder Herzrhythmusstörungen führen.

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass die Rhythmuskontrolle bei Vorhofflimmern zwar die Symptome oft besser lindert, jedoch mit einer hohen Rückfallquote von 43 bis 67 Prozent einhergeht. Es wird betont, dass Personen mit einer Herzschwäche oder einer kurzen Erkrankungsdauer (unter einem Jahr) durch die Rhythmuskontrolle besser vor Langzeitkomplikationen geschützt sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht kommen primär Betablocker zum Einsatz. Als Alternativen werden Kalziumantagonisten oder zusätzlich Herzglykoside (Digitalis) genannt.

Die Entscheidungshilfe gibt an, dass eine Elektrokardioversion das Herz bei etwa 90 von 100 behandelten Personen sofort wieder in den normalen Rhythmus bringt.

Der Bericht nennt lebensbedrohliche Komplikationen wie Herzverletzungen oder Schlaganfälle bei etwa 2 von 100 Personen. Leichtere unerwünschte Wirkungen wie Blutergüsse treten bei etwa 7 von 100 Personen auf.

Die Ablation wird beschrieben, um das Gewebe zu veröden, von dem die Tachykardie ausgeht, beispielsweise an einer Narbe nach einem Herzinfarkt. Sie wird laut Dokument oft mit einem ICD kombiniert.

Als häufigste Komplikationen nennt das Dokument Infektionen, Wundheilungsstörungen und Blutungen.

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Quelle: IQWiG P21-02: Entscheidungshilfe Ablation bei Herzrhythmusstörungen (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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