Morbus Dupuytren & Ledderhose: Strahlentherapie-Nutzen
Hintergrund
Morbus Dupuytren (Hand) und Morbus Ledderhose (Fuß) gehören zu den gutartigen Fibromatosen. Dabei kommt es zu einer Wucherung des Bindegewebes, die zur Ausbildung von Knoten und Strängen führt. Im fortgeschrittenen Stadium können Beugekontrakturen entstehen, die die Beweglichkeit stark einschränken.
Eine heilende Therapie existiert bislang nicht. Im Frühstadium wird meist eine abwartende Strategie verfolgt. Bei stärkeren Funktionseinschränkungen (z. B. Streckdefizit über 30 Grad) wird in der Regel eine Operation empfohlen, die jedoch mit einem Risiko für Wundheilungsstörungen und Rezidive einhergeht.
Die Strahlentherapie wird im frühen, fortschreitenden Stadium (Proliferationsphase) eingesetzt. Ziel der Bestrahlung ist es, das weitere Wachstum des Bindegewebes zu verlangsamen oder aufzuhalten und so spätere operative Eingriffe zu vermeiden.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass die Strahlentherapie nur in der aktiven Wachstumsphase (Proliferationsphase) der Fibromatose wirksam ist. Da die Erkrankung bei vielen Betroffenen auch ohne Therapie über Jahre stabil bleibt, wird empfohlen, vor einer Bestrahlung zunächst eine tatsächliche klinische Progression abzuwarten. Andernfalls werden Patienten einem Strahlenrisiko ausgesetzt, ohne einen individuellen Nutzen zu haben.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht werden die Kosten für die Strahlentherapie bei Morbus Dupuytren und Morbus Ledderhose in der Regel von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen übernommen. Die Behandlung erfolgt meist ambulant.
Der Bericht gibt an, dass eine frühzeitige Bestrahlung die Krankheitsprogression verlangsamen und die Notwendigkeit einer Operation reduzieren kann. Sollte später dennoch ein chirurgischer Eingriff nötig werden, stellt die vorangegangene Bestrahlung laut Bericht keine Kontraindikation dar.
Der Bericht geht von einem sehr geringen Risiko (deutlich unter 1 Prozent) für bösartige Neubildungen durch die lokale Strahlentherapie aus. Bei Patientinnen und Patienten unter 30 Jahren wird das Risiko als etwas höher eingeschätzt, weshalb hier eine besonders sorgfältige Aufklärung empfohlen wird.
Der IQWiG-Bericht stellt fest, dass es für Morbus Ledderhose aktuell keine vergleichenden Studien gibt. Daher lässt sich laut Bericht weder ein Nutzen noch ein Schaden der Strahlentherapie für diese Indikation wissenschaftlich belegen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG HT21-01: Fibromatosen an Hand (Morbus Dupuytren) und/oder Fuß (Morbus Ledderhose): Profitieren Betroffene von einer Strahlentherapie? (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG T23-02: Arthrofibrose (überschießende Narbenbildung) im Knie: Können operative Verfahren Bewegungseinschränkungen und Schmerzen reduzieren?
IQWiG N24-01 : Bestrahlung der Haut mit intensiv gepulstem Licht und Radiofrequenz bei Hidradenitis suppurativa im Stadium I und II (Hurley Score)
IQWiG HT19-02: Schmerzen bei Endometriose: Helfen anstelle von Schmerzmedikamenten auch andere Verfahren?
IQWiG H16-02F: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei bösartigen Neubildungen des Knochens und des Gelenkknorpels - Bewertung gemäß §137h SGB V
IQWiG H16-02G: Sonografiegesteuerte hochfokussierte Ultraschalltherapie bei sekundären bösartigen Neubildungen des Knochens - Bewertung gemäß §137h SGB V
IQWiG HT20-05: Störungen der Beweglichkeit: Hilft die Feldenkrais-Methode?
IQWiG N24-03: Behandlung mittels Hochfrequenzenergie bei organischer erektiler Dysfunktion
IQWiG N20-05: Selbstanwendung einer aktiven Bewegungsschiene im Rahmen der Behandlung von Sprunggelenkfrakturen
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen