Morbus Dupuytren & Ledderhose Strahlentherapie: IQWiG HTA
Hintergrund
Der IQWiG HTA-Bericht HT21-01 untersucht den Nutzen einer Strahlentherapie bei gutartigen Fibromatosen. Dazu zählen der Morbus Dupuytren an der Hand und der Morbus Ledderhose an der Fußsohle.
Bei diesen Erkrankungen kommt es zu einer Wucherung des Bindegewebes mit Knoten- und Strangbildung. Im fortgeschrittenen Stadium des Morbus Dupuytren resultiert häufig eine Streckhemmung der Finger, die ab einer Beugung von etwa 30 Grad operativ behandelt wird.
Der Krankheitsverlauf ist individuell schwer vorhersehbar. In frühen Stadien wird neben einer abwartenden Haltung oder der Nadelfasziotomie auch die Strahlentherapie eingesetzt, um das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.
Empfehlungen
Morbus Ledderhose
Für den Morbus Ledderhose liegen laut Bewertung keine publizierten Studienergebnisse vor. Daher kann keine evidenzbasierte Aussage zu einem möglichen Nutzen der Strahlentherapie an der Fußsohle getroffen werden.
Morbus Dupuytren
Die Evidenzlage zur Bestrahlung an der Hand stützt sich auf eine einzige, nicht randomisierte Studie mit methodischen Mängeln. Der Bericht leitet daraus keine allgemeine Empfehlung für den Einsatz der Strahlentherapie ab.
Im Einzelfall kann die Bestrahlung bei frühem, progressivem Morbus Dupuytren (Stadium N) als Behandlungsoption erwogen werden. Folgende Effekte wurden im mittelfristigen Verlauf von etwa 10 Jahren in der Interventionsgruppe beobachtet:
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Verlangsamung der Krankheitsverschlechterung
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Geringere Einbeziehung weiterer Finger in den Krankheitsprozess
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Reduzierte Notwendigkeit für spätere operative Eingriffe
Kosten und Versorgung
Die Behandlung wird von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen. Die Interventionskosten variieren je nach verwendetem Gerätetyp.
| Gerätetyp | Geschätzte Kosten pro Therapie |
|---|---|
| Orthovoltgerät | 150 - 188 € |
| Linearbeschleuniger | 362 - 493 € |
Kontraindikationen
Der Bericht benennt bekannte unerwünschte Ereignisse der Strahlentherapie, die bei der Aufklärung zu beachten sind. Dazu gehören vorübergehende Hauttrockenheit, Schuppung, Erytheme und eine milde Hautatrophie.
Zudem wird von einem sehr geringen Risiko für strahleninduzierte bösartige Neubildungen (wie Sarkome oder Hautkrebs) ausgegangen. Dieses Risiko wird bei jüngeren Betroffenen als etwas höher eingeschätzt als bei älteren Personen.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht betont, dass der individuelle Krankheitsverlauf schwer vorhersehbar ist und viele milde Verläufe über Jahrzehnte stabil bleiben. Es wird darauf hingewiesen, dass eine Bestrahlung bei nicht-progredienten Verläufen die Betroffenen einem Strahlenrisiko aussetzt, ohne einen klinischen Nutzen zu bieten. Eine sorgfältige Indikationsstellung bei nachgewiesener Progredienz ist daher essenziell.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es aktuell keine publizierten Studien zur Wirksamkeit bei Morbus Ledderhose. Eine Aussage zum Nutzen oder Schaden an der Fußsohle ist daher derzeit nicht möglich.
Die Bewertung sieht einen möglichen Nutzen lediglich bei einem frühen, aber nachweislich fortschreitenden Krankheitsstadium (Stadium N). Eine allgemeine Empfehlung wird aufgrund der schwachen Datenlage jedoch nicht ausgesprochen.
Ja, die Kosten für die Strahlentherapie bei Fibromatosen der Hand und des Fußes werden von den gesetzlichen Krankenversicherungen in Deutschland übernommen. Die Kosten belaufen sich auf etwa 150 bis 500 Euro.
Es treten häufig milde, gut behandelbare Hautreaktionen wie Rötungen, Trockenheit oder Schuppung auf. Zudem besteht ein sehr geringes, aber aufklärungspflichtiges Risiko für strahleninduzierte Spättumore.
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Quelle: IQWiG HT21-01: Fibromatosen an Hand (Morbus Dupuytren) und/oder Fuß (Morbus Ledderhose): Profitieren Betroffene von einer Strahlentherapie? (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.