Fortgeschrittenes Lymphödem: Therapie und Chirurgie

Diese Leitlinie stammt aus 2022 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Ein Lymphödem entsteht durch eine Störung des Lymphflusses infolge einer Schädigung oder Erkrankung des Lymphgefäßsystems. Es wird zwischen angeborenen (primären) und erworbenen (sekundären) Formen unterschieden. Eine häufige Ursache für sekundäre Lymphödeme ist die Entfernung von Lymphknoten im Rahmen einer Brustkrebsbehandlung.

Die Erkrankung verläuft chronisch und neigt zur Progression. Zu den Symptomen zählen Schwellungen, Schmerzen, ein Schweregefühl und Bewegungseinschränkungen. In fortgeschrittenen Stadien kommt es zu Gewebeverhärtungen (Fibrosen) und einem erhöhten Risiko für Hautinfektionen.

Der IQWiG HTA-Bericht HT19-01 bewertet den Nutzen nicht medikamentöser und operativer Verfahren zur Linderung von Symptomen bei fortgeschrittenem Lymphödem (ab Stadium II). Die Stadieneinteilung erfolgt laut Bericht anhand klinischer und volumetrischer Kriterien:

StadiumVolumenzuwachsUmfangsdifferenzBezeichnung
Stadium 0 (subklinisch)< 20 %< 3 cmmild
Stadium I (Anfangsstadium)20 bis 40 %3 bis 5 cmmoderat
Stadium II (fortgeschritten)> 40 %> 5 cmschwer
Stadium III (Elephantiasis)> 40 %> 5 cmschwer
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Bericht hebt hervor, dass für die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) in ihrer Gesamtheit derzeit keine belastbaren Nutzenbelege aus randomisierten Studien vorliegen, obwohl sie den Therapiestandard darstellt. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Betroffene mit Lymphödemen ohne zugrundeliegende Krebserkrankung in der Praxis häufig schlechter versorgt werden, da sie nicht in etablierte onkologische Nachsorgeprogramme eingebunden sind.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht ist die komplexe physikalische Entstauungstherapie (KPE) die Standardbehandlung. Diese besteht aus manueller Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Bewegungstherapie, Hautpflege und Schulung zur Selbstbehandlung.

Der Bericht zeigt widersprüchliche Ergebnisse für den Vergleich von Kinesiotape und klassischer Kompression. Es gibt keinen eindeutigen Anhaltspunkt für einen generellen Zusatznutzen von Kinesiotape gegenüber etablierten Verfahren.

Operative Maßnahmen wie der vaskularisierte Lymphknotentransfer werden laut Bericht meist erst erwogen, wenn eine konservative Therapie über mindestens sechs Monate keine ausreichende Besserung bringt. Für den Lymphknotentransfer fanden sich Anhaltspunkte für eine Linderung von Schwellungen und Schmerzen.

Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten für die KPE, wobei gesetzliche Zuzahlungen anfallen können. Ein Lymphödem ab Stadium II ist laut Bericht als Diagnose für den langfristigen Heilmittelbedarf gelistet.

Der Bericht fand Anhaltspunkte dafür, dass die IPK im Vergleich zur manuellen Lymphdrainage die Schwellung stärker reduzieren kann. Die IPK kann als ergänzende Therapie zur Heimanwendung verordnet und von den Kassen erstattet werden.

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Quelle: IQWiG HT19-01: Fortgeschrittenes Lymphödem: Lassen sich durch nicht medikamentöse Verfahren die Symptome lindern? (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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