Lebertransplantation Maschinenperfusion: IQWiG Addendum
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2025 stellt das zweite Addendum zur Bewertung der extrakorporalen Diagnose und Behandlung von Lebertransplantaten dar. Dabei wird die normotherme Maschinenperfusion (NMP) unter Vermeidung einer Kaltkonservierung untersucht.
Ziel der Untersuchung war es zu prüfen, ob neue Evidenz das bisherige Bewertungsergebnis des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) verändert. Bislang galt für die Methode, dass weder ein Nutzen noch eine Schädlichkeit oder Unwirksamkeit als belegt anzusehen sind.
Für die aktuelle Auswertung wurden vier randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) herangezogen. Diese vergleichen die NMP mit der statischen Kaltlagerung (SCS) bei Spenderlebern nach Hirntod (DBD).
Empfehlungen
Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der aktuellen Evidenzlage folgende zentrale Erkenntnisse zur normothermen Maschinenperfusion (NMP) im Vergleich zur statischen Kaltlagerung (SCS):
Metaanalytische Ergebnisse
Laut Bericht wurden vier randomisierte kontrollierte Studien für Spenderlebern nach Hirntod ausgewertet. Die Analyse der Endpunkte ergab folgende Resultate:
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Bei der Gesamtmortalität nach einem Jahr zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
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Hinsichtlich des Organverwurfs nach Randomisierung lässt sich kein Vor- oder Nachteil der NMP ableiten.
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Für den Transplantatverlust nach einem Jahr sowie das primäre Transplantatversagen wird kein signifikanter Unterschied berichtet.
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Die Krankenhaus- und Intensivstationsverweildauer unterscheidet sich laut Bericht nicht signifikant zwischen den Gruppen.
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Bei den schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) nach einem Jahr ist ebenfalls kein statistisch signifikanter Unterschied erkennbar.
Zusammenfassende Bewertung
Der Bericht schlussfolgert, dass auf Basis der vorliegenden Daten für keinen der betrachteten Endpunkte ein Vor- oder Nachteil der Methode zu erkennen ist.
Entsprechend dem Bewertungsergebnis des G-BA sind für die NMP unter Vermeidung einer Kaltkonservierung weiterhin weder Nutzen noch Unwirksamkeit oder Schädlichkeit erkennbar.
Vergleich der Endpunkte
| Endpunkt | Ergebnis NMP vs. SCS | Signifikanter Unterschied |
|---|---|---|
| Gesamtmortalität (1 Jahr) | Vergleichbar | Nein |
| Organverwurf | Vergleichbar | Nein |
| Transplantatverlust (1 Jahr) | Vergleichbar | Nein |
| Primäres Transplantatversagen | Vergleichbar | Nein |
| Krankenhausverweildauer | Vergleichbar | Nein |
| Intensivstationsverweildauer | Vergleichbar | Nein |
| Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse | Vergleichbar | Nein |
💡Praxis-Tipp
Der Bericht weist darauf hin, dass die normotherme Maschinenperfusion (NMP) von Lebertransplantaten im Vergleich zur etablierten statischen Kaltlagerung aktuell keinen nachgewiesenen klinischen Zusatznutzen bietet. Es wird betont, dass auf Basis der ausgewerteten Studien weder eine Überlegenheit noch eine Unterlegenheit der Methode belegt ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht zeigt sich bei der Gesamtmortalität nach einem Jahr kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen der normothermen Maschinenperfusion und der statischen Kaltlagerung.
Der Bericht stellt fest, dass es beim primären Transplantatversagen sowie beim Transplantatverlust nach einem Jahr keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Konservierungsmethoden gibt.
Dem Bericht zufolge wurden keine laufenden Studien identifiziert, die in naher Zukunft geeignet wären, den Nachweis von Nutzen oder Schädlichkeit der Methode zu erbringen. Eine zuvor bekannte Studie wurde wegen langsamer Rekrutierung abgebrochen.
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Quelle: IQWiG H25-02: Extrakorporale Diagnose und Behandlung von Lebertransplantaten unter Vermeidung einer Kaltkonservierung - 2. Addendum zum Projekt H21-12 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.