Imipenem/Cilastatin/Relebactam: IQWiG-Nutzenbewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2022)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht G22-17 umfasst die Dossierbewertung des Reserveantibiotikums Imipenem/Cilastatin/Relebactam. Das Verfahren erfolgt gemäß § 35a Abs. 1c SGB V für Arzneimittel zur Behandlung bakterieller Infektionen.

Da es sich um ein Reserveantibiotikum handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen gesetzlich als belegt. Der Bericht fokussiert sich daher ausschließlich auf die Ermittlung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie die Therapiekosten.

Die Bewertung umfasst drei Anwendungsgebiete. Diese beinhalten die nosokomiale Pneumonie (HAP) einschließlich beatmungsassoziierter Pneumonie (VAP), die Bakteriämie bei HAP/VAP sowie Infektionen durch aerobe gramnegative Erreger.

Empfehlungen

Zielpopulation und Erreger

Laut IQWiG zielt die Therapie primär auf Erwachsene mit Infektionen durch spezifische multiresistente gramnegative Erreger (4MRGN) ab. Dazu zählen insbesondere:

  • Escherichia coli

  • Klebsiella pneumoniae

  • Serratia marcescens

  • Pseudomonas aeruginosa

Der Bericht merkt an, dass der Einsatz vorwiegend bei carbapenemresistenten Erregern erfolgt. Dies betrifft Stämme, die keine Carbapenemase oder spezifisch KPC-2 beziehungsweise KPC-3 produzieren.

Kritik an der Fallzahlschätzung

Das IQWiG bewertet die vom pharmazeutischen Unternehmer berechneten Patientenzahlen als tendenziell unterschätzt. Es wird darauf hingewiesen, dass weitere Erreger mit begrenzten Behandlungsoptionen relevant sein könnten.

Zudem betont der Bericht, dass Reserveantibiotika in begründeten Ausnahmefällen auch ohne initialen Nachweis spezifischer 4MRGN-Erreger eingesetzt werden können. Die strikte Einschränkung auf nachgewiesene Erreger bilde den klinischen Alltag nicht vollständig ab.

Therapiekosten und Versorgung

Die Anwendung von Imipenem/Cilastatin/Relebactam erfolgt laut Bericht ausschließlich im stationären Bereich. Die reinen Arzneimittelkosten werden für einen Behandlungszyklus von 7 bis 14 Tagen berechnet.

Zusätzliche Kosten für die engmaschige Überwachung der Leberfunktion fallen an. Diese werden regulär über die diagnosebezogenen Fallgruppen (DRG) des Krankenhauses abgerechnet.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist zu berücksichtigen, dass die Entscheidung für die Gabe von Imipenem/Cilastatin/Relebactam oft zu einem Zeitpunkt getroffen werden muss, an dem der genaue Resistenzmechanismus noch nicht bekannt ist. Der Einsatz von Reserveantibiotika kann in begründeten Ausnahmefällen auch ohne initialen Nachweis spezifischer 4MRGN-Erreger erfolgen.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß § 35a Abs. 1c SGB V gilt der medizinische Zusatznutzen bei Reserveantibiotika gesetzlich als belegt. Der IQWiG-Bericht beschränkt sich daher auf die Bewertung der Patientenzahlen und Therapiekosten.

Laut Bericht zielt die Therapie vorwiegend auf carbapenemresistente Enterobacterales und Pseudomonas aeruginosa ab. Dies betrifft insbesondere Erreger, die KPC-2 oder KPC-3 produzieren.

Der Bericht beziffert die reinen Arzneimittelkosten auf 7.913,50 Euro bis 15.827,00 Euro pro Fall. Die Anwendung erfolgt ausschließlich stationär, weshalb weitere Kosten über DRGs abgerechnet werden.

Die Bewertung geht von einem Behandlungszyklus über einen Zeitraum von 7 bis 14 Tagen pro Fall und Jahr aus. Dies entspricht den Angaben der Fachinformation.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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