IQWiG2018

Telotristatethyl bei Karzinoid-Syndrom: IQWiG-Bewertung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht fasst die IQWiG-Dossierbewertung (G17-13) zur frühen Nutzenbewertung von Telotristatethyl zusammen. Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen bereits durch die Zulassung als belegt.

Telotristatethyl wird zur Behandlung der Karzinoid-Syndrom-bedingten Diarrhö eingesetzt. Das Karzinoid-Syndrom ist ein Symptomkomplex, der durch eine erhöhte Serotoninausschüttung metastasierter neuroendokriner Tumore (NET) entsteht.

Der Bericht fokussiert sich auftragsgemäß auf die Überprüfung der Patientenzahlen in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) sowie auf die zu erwartenden Therapiekosten. Die Festlegung des Ausmaßes des Zusatznutzens obliegt dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Kernaussagen zur Zielpopulation und den Therapiekosten:

Zugelassenes Anwendungsgebiet

Laut Bericht ist Telotristatethyl indiziert zur Behandlung der Karzinoid-Syndrom-bedingten Diarrhö bei Erwachsenen. Die Anwendung erfolgt in Kombination mit einer Somatostatin-Analogon-Therapie (SSA-Therapie), wenn diese allein keine ausreichende Kontrolle bietet.

Zielpopulation und Patientenzahlen

Der pharmazeutische Unternehmer schätzt die GKV-Zielpopulation auf 290 bis 1047 Patientinnen und Patienten. Das IQWiG stuft diese Zahl jedoch als unsicher ein.

Folgende methodische Kritikpunkte werden im Bericht genannt:

  • Die Abgrenzung der Zielpopulation ist unklar, da nicht spezifisch auf das Symptom der Diarrhö eingeschränkt wurde.

  • Es wurden teilweise veraltete, nicht auf Deutschland übertragbare epidemiologische Daten verwendet.

  • Die Klassifikation der neuroendokrinen Tumore (G1 bis G3) wurde in den Berechnungen nicht einheitlich und nachvollziehbar umgesetzt.

Therapiekosten

Die Jahrestherapiekosten für Telotristatethyl belaufen sich laut Bericht auf 27.223,04 Euro pro Patientin beziehungsweise Patient. Es wird darauf hingewiesen, dass die Kosten für die zwingend notwendige Kombinationstherapie mit einem Somatostatin-Analogon hierbei noch nicht berücksichtigt sind.

Dosierung

MedikamentDosierungIndikationBesonderheiten
Telotristatethyl250 mg 3-mal täglichKarzinoid-Syndrom-bedingte DiarrhöKombination mit SSA-Therapie; Reevaluation nach 12 Wochen bei fehlendem Ansprechen
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💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation wird empfohlen, den klinischen Nutzen der Therapie mit Telotristatethyl nach 12 Behandlungswochen neu zu bewerten. Es wird darauf hingewiesen, dass die Fortsetzung der Behandlung kritisch geprüft werden sollte, falls bis zu diesem Zeitpunkt kein klinisches Ansprechen der Diarrhö erreicht wurde.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist das Medikament bei Erwachsenen mit Karzinoid-Syndrom-bedingter Diarrhö indiziert. Es wird als Kombinationstherapie eingesetzt, wenn eine alleinige Behandlung mit Somatostatin-Analoga nicht ausreicht.

Die reinen Arzneimittelkosten für Telotristatethyl betragen laut Bericht etwa 27.223 Euro pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten für die begleitende Therapie mit einem Somatostatin-Analogon.

Da es sich um ein Orphan Drug handelt, gilt der medizinische Zusatznutzen durch die Zulassung gesetzlich als belegt. Das IQWiG prüft in diesem Verfahren lediglich die Patientenzahlen und Therapiekosten.

Der Hersteller geht von 290 bis 1047 GKV-Patienten in Deutschland aus. Das IQWiG bewertet diese Schätzung jedoch als unsicher, da unter anderem nicht spezifisch auf das Vorliegen einer Diarrhö gefiltert wurde.

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Quelle: IQWiG G17-13: Telotristatethyl (Karzinoid-Syndrom-bedingte Diarrhö) - Bewertung gemäß § 35a Abs. 1 Satz 11 SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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