IQWiG2023Rheumatologie

Ultraschall bei Pseudarthrose: IQWiG-Bewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht E21-07 bewertet das Potenzial von niedrigdosiertem gepulstem Ultraschall (NGU) zur Behandlung von Pseudarthrosen. Die Methode zielt darauf ab, durch eine nicht-invasive, häusliche Anwendung die Knochenfunktion wiederherzustellen.

Eine Pseudarthrose wird in diesem Kontext als gestörte oder ausbleibende Frakturheilung definiert, die mindestens sechs Monate nach dem Frakturdatum fortbesteht. Voraussetzung ist eine standardgerechte Erstbehandlung der Fraktur.

Als etablierte Standardtherapie und Vergleichsintervention gilt die chirurgische Intervention, wie beispielsweise eine Re-Osteosynthese. Der NGU bietet hierbei den potenziellen Vorteil, operationsbedingte Morbiditäten zu vermeiden.

Empfehlungen

Die Bewertung formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zum Einsatz des NGU:

Anwendung und Indikation

Laut Bericht ist die Methode für erwachsene Personen mit traumatisch bedingten Pseudarthrosen vorgesehen. Die Fraktur muss angemessen stabilisiert sein und der verbleibende Frakturspalt darf maximal 10 mm betragen.

Es wird eine tägliche, häusliche Selbstanwendung von 20 Minuten über einen Zeitraum von bis zu 250 Tagen beschrieben. Nach 120 Tagen sollte gemäß den Angaben eine röntgenologische Heilverlaufskontrolle erfolgen.

Bewertung des therapeutischen Potenzials

Dem NGU wird ein therapieimmanenter Vorteil aufgrund der Nichtinvasivität zugesprochen. Dadurch lassen sich (Re-)Operationen, Hospitalisierungen und unerwünschte Ereignisse wie interventionsbedingte Infektionen reduzieren.

Hinsichtlich der Frakturheilung kommt der Bericht zu folgender Einschätzung:

  • Die vom Hersteller angegebene Heilungsrate von 87,7 % wird aufgrund methodischer Einschränkungen der Studien auf etwa 75 % korrigiert.

  • Damit ist die Methode im Vergleich zur chirurgischen Intervention ungefähr gleichwertig bis geringfügig schlechter.

  • In der Gesamtschau wird ein Potenzial als erforderliche Behandlungsalternative abgeleitet.

Vergleich der Behandlungsstrategien

MerkmalNiedrigdosierter gepulster Ultraschall (NGU)Chirurgische Intervention (Standard)
InvasivitätNicht-invasivInvasiv
Frakturheilungsrateca. 75 % (konservative Schätzung)ca. 86 %
AnwendungTäglich 20 Minuten (häuslich)Stationärer Eingriff
RisikoprofilVermeidung von OP-MorbiditätRisiko für Infektionen und Wundheilungsstörungen

Notwendigkeit weiterer Studien

Ein abschließender Beleg für den Nutzen kann auf Basis der vorliegenden Daten noch nicht abgeleitet werden. Für einen formalen Nutzennachweis wird die Durchführung einer randomisierten, kontrollierten Erprobungsstudie mit hoher Ergebnissicherheit als notwendig erachtet.

Kontraindikationen

Laut den Antragsunterlagen fehlen Untersuchungen zur Sicherheit und Wirksamkeit für bestimmte Personengruppen. Folgende Kriterien werden im Rahmen von Studien als Ausschlussgründe genannt:

  • Personen mit unreifem Skelett

  • Schwangere oder stillende Frauen

  • Vorhandensein eines Herzschrittmachers

  • Knochenkrebsbedingte Frakturen

  • Durchblutungs- oder Blutgerinnungsstörungen

  • Frakturspalt von über 10 mm oder umfangreicher Knochenverlust

  • Infektion an der Frakturstelle

  • Operation an der Fraktur innerhalb der letzten 4 Monate

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei der Beurteilung von publizierten Erfolgsraten zum Ultraschall bei Pseudarthrosen wird eine kritische Einordnung empfohlen. Der Bericht weist darauf hin, dass in vielen Studien Personen mit mangelnder Therapieadhärenz oder Therapieabbrüchen aus der Auswertung ausgeschlossen wurden (Verletzung des Intention-to-Treat-Prinzips), was zu einer Überschätzung der tatsächlichen Heilungsrate im klinischen Alltag führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bericht wird eine Pseudarthrose zeitlich als gestörte oder ausbleibende Frakturheilung nach einem Zeitraum von mindestens 6 Monaten seit dem Frakturdatum definiert. Voraussetzung ist zudem, dass initial eine standardgerechte Behandlung erfolgt ist.

Die Methode ist für die häusliche Selbstanwendung konzipiert. Es wird eine tägliche Behandlungsdauer von 20 Minuten unter Verwendung eines Kontaktgels direkt über der Frakturstelle beschrieben.

Das IQWiG schätzt die tatsächliche Frakturheilungsrate nach einer konservativen Korrektur der Studiendaten auf etwa 75 %. Damit ist die Methode ungefähr gleichwertig bis geringfügig schlechter als eine erneute Operation, bietet aber den Vorteil der Nichtinvasivität.

Den Antragsunterlagen zufolge wird eine erste röntgenologische Heilverlaufskontrolle nach 120 Behandlungstagen empfohlen. Diese Untersuchung ist richtungsweisend für die Entscheidung, ob die Therapie fortgesetzt wird.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: IQWiG E21-07: Niedrigdosierter gepulster Ultraschall zu Behandlung von Pseudarthrosen (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien