Delgocitinib: Therapie des chronischen Handekzems
Hintergrund
Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist ein Addendum zur Nutzenbewertung von Delgocitinib. Es geht um den Einsatz bei Erwachsenen mit mittelschwerem bis schwerem chronischem Handekzem, bei denen topische Kortikosteroide nicht ausreichen oder ungeeignet sind.
Im Zentrum der Bewertung steht die randomisierte, kontrollierte Studie DELTA FORCE. Diese vergleicht die topische Anwendung von Delgocitinib direkt mit einer oralen Alitretinoin-Monotherapie bei schweren Krankheitsverläufen.
Laut IQWiG setzt die Studie die vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie nicht adäquat um. Ein patientenindividuell optimiertes Therapieregime, das auch andere Optionen wie Fototherapie oder spezifische Wirkstoffe für atopische Ekzeme berücksichtigt, wurde im Kontrollarm nicht abgebildet.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht verdeutlicht, dass eine Alitretinoin-Monotherapie nicht für alle Betroffenen mit schwerem chronischem Handekzem die optimale Vergleichstherapie darstellt, insbesondere bei Vorliegen eines atopischen Ekzems. Es wird hervorgehoben, dass Delgocitinib im direkten Studienvergleich zwar keine signifikant höhere Wirksamkeit zeigte, jedoch mit einer geringeren Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder gastrointestinalen Beschwerden assoziiert war.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht liegen keine geeigneten Daten vor, um einen Zusatznutzen gegenüber der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie zu belegen. Der Grund hierfür ist die unzureichende Umsetzung der Vergleichstherapie in der Zulassungsstudie.
In der DELTA FORCE Studie zeigten sich bezüglich der Symptomlinderung und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Wirkstoffen. Beide Behandlungsarme erreichten vergleichbare Ergebnisse bei der Morbidität.
Die Auswertung zeigt, dass unter Delgocitinib signifikant seltener Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts und Kopfschmerzen auftreten. Zudem kam es seltener zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen.
Die Studie schloss erwachsene Personen mit schwerem chronischem Handekzem ein, bei denen topische Kortikosteroide nicht ausreichten oder nicht geeignet waren. Eine Übertragung der Daten auf mittelschwere Verläufe war laut IQWiG nicht möglich.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A25-37: Delgocitinib (mittelschweres bis schweres chronisches Handekzem) - Addendum zum Projekt A24-107 (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A24-107: Delgocitinib (mittelschweres bis schweres chronisches Handekzem) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A23-82: Dupilumab (Prurigo nodularis) – Addendum zum Projekt A23-24
IQWiG A22-06: Abrocitinib (atopische Dermatitis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A17-63: Dupilumab (atopische Dermatitis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A17-60: Guselkumab (Plaque Psoriasis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A18-24: Guselkumab (Plaque Psoriasis) - Addendum zum Auftrag A17-60
IQWiG A21-116: Upadacitinib (atopische Dermatitis) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V
IQWiG A20-01: Dupilumab (atopische Dermatitis bei Jugendlichen) - Addendum zum Auftrag A19-75
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen