IQWiG2025Onkologie

Isatuximab bei Multiplem Myelom: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2025)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A25-105 bewertet den therapeutischen Zusatznutzen des monoklonalen Antikörpers Isatuximab. Die Bewertung bezieht sich auf die Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (Isa-VRd).

Das zugelassene Anwendungsgebiet umfasst die Induktionstherapie bei Erwachsenen mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom. Voraussetzung ist, dass die betroffenen Personen für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) geeignet sind.

Grundlage der Nutzenbewertung ist das Dossier des pharmazeutischen Unternehmers. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) prüfte, ob die vorgelegten Daten einen Vorteil gegenüber der vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie belegen.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Bewertungsergebnis

Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen für Isatuximab in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (Isa-VRd) nicht belegt. Es liegen keine geeigneten Daten für einen direkten Vergleich mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie vor.

Begründung der Methodik

Der pharmazeutische Unternehmer legte Daten aus der randomisierten, kontrollierten Phase-3-Studie GMMG-HD7 vor. Das IQWiG stuft diese Studie jedoch als nicht geeignet für die Ableitung eines Zusatznutzens ein.

Die Gründe für die Nichteignung der Studie umfassen:

  • Die im Kontrollarm eingesetzte Induktionstherapie (Bortezomib, Lenalidomid, Dexamethason) entspricht nicht den Vorgaben des G-BA.

  • Die nach der Stammzelltransplantation durchgeführte Erhaltungstherapie weicht von der festgelegten Vergleichstherapie ab.

  • Die im Vergleichsarm eingesetzte Wirkstoffkombination ist im vorliegenden Anwendungsgebiet teilweise nicht zugelassen.

Zweckmäßige Vergleichstherapie

Der G-BA definiert für die Induktionstherapie spezifische Behandlungsoptionen als Vergleichsstandard. Dazu gehören unter anderem:

  • Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Thalidomid und Dexamethason (D-VTd)

  • Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason (D-VRd)

  • Bortezomib, Cyclophosphamid und Dexamethason (VCd) bei bestimmten Risikoprofilen

Da die vorgelegte Evidenz diese Standards nicht abbildet, obliegt die finale Beschlussfassung über den Zusatznutzen dem G-BA.

Dosierung

Die Fachinformation gibt folgende Dosierung für Isatuximab in der Kombinationstherapie (Isa-VRd) vor:

MedikamentDosierungApplikationswegZyklus
Isatuximab10 mg/kg KörpergewichtIntravenöse InfusionZyklus 1-4 (42 Tage), ab Zyklus 5 (28 Tage)

Zur Prävention von infusionsbedingten Reaktionen wird eine obligatorische Prämedikation 15 bis 60 Minuten vor der Infusion gefordert:

  • Dexamethason (20 mg intravenös oder oral, altersabhängig)

  • Montelukast (10 mg oral, mindestens in Zyklus 1)

  • Paracetamol (650 bis 1000 mg oral)

  • Diphenhydramin (25 bis 50 mg intravenös oder oral)

  • H2-Antagonist oder Protonenpumpenhemmer

Kontraindikationen

Laut Fachinformation bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise:

Kontraindikationen

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff Isatuximab oder einen der sonstigen Bestandteile.

Warnhinweise

  • Infusionsbedingte Reaktionen: Diese treten sehr häufig auf, meist während der ersten Infusion. Bei schweren Reaktionen (Grad 3 oder höher) muss die Therapie dauerhaft abgesetzt werden.

  • Neutropenie: Häufige Nebenwirkung, die regelmäßige Blutbildkontrollen erfordert. Bei schweren Verläufen ist eine Therapieunterbrechung und die Gabe von G-CSF zu erwägen.

  • Infektionen: Es besteht ein erhöhtes Risiko für Pneumonien und Infektionen der oberen Atemwege. Eine antibakterielle und antivirale Prophylaxe sollte erwogen werden.

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💡Praxis-Tipp

Laut Fachinformation treten infusionsbedingte Reaktionen unter Isatuximab bei einem Großteil der Behandelten während der ersten Gabe auf. Es wird nachdrücklich darauf hingewiesen, die empfohlene Prämedikation aus Dexamethason, Antihistaminika, Paracetamol und Montelukast strikt 15 bis 60 Minuten vor Infusionsbeginn zu verabreichen. Bei schweren Reaktionen ab Grad 3 ist ein dauerhafter Therapieabbruch vorgesehen.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht ist der Zusatznutzen nicht belegt, da die vorgelegte Zulassungsstudie (GMMG-HD7) nicht gegen die vom G-BA festgelegte zweckmäßige Vergleichstherapie geprüft wurde. Der Kontrollarm entsprach nicht den aktuellen Therapiestandards.

Die empfohlene Dosis beträgt 10 mg pro Kilogramm Körpergewicht als intravenöse Infusion. Die Gabe erfolgt in Kombination mit Bortezomib, Lenalidomid und Dexamethason in definierten Zyklen.

Die Fachinformation fordert eine Kombination aus Dexamethason, Paracetamol, einem Antihistaminikum (z.B. Diphenhydramin) und einem H2-Blocker. Zusätzlich wird im ersten Zyklus die Gabe von Montelukast empfohlen.

Bei einer Neutropenie vom Grad 3 oder 4 wird empfohlen, die Isatuximab-Gabe bis zur Erholung der Blutwerte zu pausieren. Eine Dosisreduktion ist nicht vorgesehen, jedoch kann die Gabe von G-CSF erwogen werden.

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Quelle: IQWiG A25-105: Isatuximab (neu diagnostiziertes multiples Myelom, Stammzelltransplantation geeignet) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2025). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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