Isatuximab bei Multiplem Myelom: IQWiG-Bewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-61 bewertet den Zusatznutzen von Isatuximab in Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason. Die Bewertung bezieht sich auf Erwachsene mit rezidiviertem und refraktärem multiplen Myelom.
Voraussetzung für diese Therapiekonstellation sind mindestens zwei vorausgegangene Therapien, darunter Lenalidomid und ein Proteasom-Inhibitor. Zudem muss unter der letzten Therapie eine Krankheitsprogression aufgetreten sein.
Als zweckmäßige Vergleichstherapie diente in der zugrundeliegenden ICARIA-MM-Studie die Gabe von Pomalidomid in Kombination mit Dexamethason. Die Bewertung basiert auf patientenrelevanten Endpunkten wie Überleben, Morbidität und Nebenwirkungen.
Empfehlungen
Die Dossierbewertung formuliert folgende zentrale Ergebnisse hinsichtlich des Zusatznutzens:
Gesamtüberleben und Mortalität
Laut Bericht zeigt sich für den Endpunkt Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. Daraus ergibt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.
Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt folglich nicht belegt.
Morbidität und Lebensqualität
Für die Endpunkte der Symptomatik und des Gesundheitszustandes (EQ-5D VAS) liegt gemäß der Bewertung kein statistisch signifikanter Unterschied vor.
Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigt die Auswertung:
-
Für die meisten Parameter (körperliche Funktion, kognitive Funktion, Schmerz) ist kein Zusatznutzen belegt
-
Bei der emotionalen Funktion zeigt sich eine Effektmodifikation durch das R-ISS-Stadium
-
Für Personen im R-ISS-Stadium III ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen
Nebenwirkungen und Sicherheit
Die Bewertung identifiziert in mehreren Bereichen signifikante Unterschiede zum Nachteil der Dreifachkombination. Es ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei folgenden Endpunkten:
-
Schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3)
-
Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems (schwere unerwünschte Ereignisse)
-
Bronchitis (unerwünschte Ereignisse)
Gesamtfazit zum Zusatznutzen
Zusammenfassend wird festgestellt, dass in der vorliegenden Datensituation ein Zusatznutzen von Isatuximab plus Pomalidomid und Dexamethason gegenüber der Zweifachkombination nicht belegt ist.
Dosierung
Der Bericht führt basierend auf der ICARIA-MM-Studie folgendes Dosierungsschema für einen 28-Tage-Zyklus auf:
| Wirkstoff | Dosierung | Applikation | Therapietage im 28-Tage-Zyklus |
|---|---|---|---|
| Isatuximab | 10 mg/kg Körpergewicht | i.v. | Zyklus 1: Tag 1, 8, 15, 22. Ab Zyklus 2: Tag 1, 15 |
| Pomalidomid | 4 mg | oral | Tag 1 bis 21 |
| Dexamethason (< 75 Jahre) | 40 mg | oral | Tag 1, 8, 15, 22 |
| Dexamethason (≥ 75 Jahre) | 20 mg | oral | Tag 1, 8, 15, 22 |
Vor der Isatuximab-Infusion wird eine Prämedikation mit Dexamethason, Paracetamol, Diphenhydramin und Ranitidin beschrieben.
Bei Toxizitäten (z. B. Neutropenie) wird für Isatuximab keine Dosisreduktion, sondern eine Verschiebung des Zyklus angegeben. Für Pomalidomid und Dexamethason sind schrittweise Dosisverringerungen vorgesehen.
Kontraindikationen
Laut den Einschlusskriterien der bewerteten Studie waren bestimmte Vor- und Begleitbehandlungen nicht zulässig.
Dazu zählen:
-
Eine vorherige Therapie mit Pomalidomid
-
Eine Behandlung mit monoklonalen Anti-CD38-Antikörpern, wenn eine Progression zum Behandlungsende oder kurz danach auftrat
-
Die gleichzeitige Gabe von starken CYP1A2-Inhibitoren (z. B. Cinafloxacin)
💡Praxis-Tipp
Bei der Kombinationstherapie mit Isatuximab, Pomalidomid und Dexamethason wird auf ein erhöhtes Risiko für schwere unerwünschte Ereignisse, insbesondere im Bereich des Blutes und des Lymphsystems, hingewiesen. Es wird beschrieben, dass bei auftretenden Toxizitäten die Isatuximab-Dosis nicht reduziert, sondern der Zyklus verschoben wird, während die oralen Kombinationspartner schrittweise dosisangepasst werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen der Dreifachkombination mit Pomalidomid und Dexamethason gegenüber der Zweifachkombination nicht belegt. Es zeigte sich kein signifikanter Vorteil beim Gesamtüberleben.
Isatuximab wird in einer Dosierung von 10 mg/kg Körpergewicht intravenös verabreicht. Im ersten 28-Tage-Zyklus erfolgt die Gabe wöchentlich, ab dem zweiten Zyklus alle zwei Wochen.
Die Bewertung zeigt einen Anhaltspunkt für einen höheren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen. Dies betrifft insbesondere Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems sowie das Auftreten einer Bronchitis.
Gemäß dem Studienprotokoll erfolgt bei Toxizitäten keine Dosisreduktion von Isatuximab. Stattdessen wird der nächste Therapiezyklus bis zur Besserung verschoben.
Die behandelte Personengruppe muss mindestens zwei vorausgegangene Therapien erhalten haben. Diese müssen Lenalidomid und einen Proteasom-Inhibitor umfassen.
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Quelle: IQWiG A21-61: Isatuximab (multiples Myelom nach >= 2 Vortherapien, Kombination mit Pomalidomid und Dexamethason) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.