Isatuximab bei Multiplem Myelom: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A21-60 bewertet den Zusatznutzen von Isatuximab in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason. Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit rezidiviertem oder refraktärem multiplem Myelom, die bereits mindestens eine Vortherapie erhalten haben.
Als Datengrundlage dient die offene, randomisierte Phase-3-Studie IKEMA. Darin wird die Dreifachkombination mit der zweckmäßigen Vergleichstherapie aus Carfilzomib und Dexamethason verglichen.
Eingeschlossen wurden Erkrankte mit ein bis drei Vortherapien und einem ECOG-Performance-Status von maximal 2. Personen mit primär refraktärem Myelom oder vorheriger Carfilzomib-Therapie waren von der Studie ausgeschlossen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf der IKEMA-Studie folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen:
Gesamtüberleben und Morbidität
Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich laut Bericht zum Zeitpunkt der Interimsanalyse kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.
Auch für die Endpunkte der Symptomatik und des allgemeinen Gesundheitszustandes lässt sich kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ableiten.
Gesundheitsbezogene Lebensqualität
Die Auswertung der körperlichen Funktion zeigt eine Effektmodifikation durch das Krankheitsstadium bei Studieneintritt. Der Bericht differenziert hierbei:
-
Bei R-ISS-Stadium I oder II zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied.
-
Bei R-ISS-Stadium III liegt ein Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen zugunsten der Isatuximab-Kombination vor.
Nebenwirkungen und Schadenspotenzial
Bei den schwerwiegenden und schweren unerwünschten Ereignissen (SUEs) insgesamt gibt es keinen signifikanten Unterschied. Auf Ebene spezifischer Ereignisse zeigt der Bericht jedoch folgende Effekte:
-
Geringerer Schaden (beträchtlich): bei schwerer Thrombozytopenie.
-
Höherer Schaden (beträchtlich): bei infusionsbedingten Reaktionen.
-
Höherer Schaden (beträchtlich): bei Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes.
Gesamtaussage zum Zusatznutzen
In der Gesamtschau stehen sich positive und negative Effekte unterschiedlichen Ausmaßes gegenüber. Der Bericht wertet diese als ausgeglichen.
Zusammenfassend ist ein Zusatznutzen von Isatuximab in Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason gegenüber der Vergleichstherapie nicht belegt.
Dosierung
Die Dosierung in der IKEMA-Studie erfolgte in 28-Tage-Zyklen nach folgendem Schema:
| Wirkstoff | Zyklus 1 | Ab Zyklus 2 |
|---|---|---|
| Isatuximab | 10 mg/kg i.v. (Tage 1, 8, 15, 22) | 10 mg/kg i.v. (Tage 1, 15) |
| Carfilzomib | 20 mg/m2 i.v. (Tage 1, 2), dann 56 mg/m2 i.v. (Tage 8, 9, 15, 16) | 56 mg/m2 i.v. (Tage 1, 2, 8, 9, 15, 16) |
| Dexamethason | 20 mg (Tage 1, 2, 8, 9, 15, 16, 22, 23) | 20 mg (Tage 1, 2, 8, 9, 15, 16, 22, 23) |
Laut Bericht erhielten die Behandelten im Interventionsarm eine Prämedikation vor der Isatuximab-Gabe. Diese bestand unter anderem aus Paracetamol, Ranitidin und Diphenhydramin.
Kontraindikationen
Der Bericht schließt bestimmte Personengruppen von der Bewertung aus, da diese in der Zulassungsstudie nicht vertreten waren.
Dazu gehören Personen mit einem ECOG-Performance-Status über 2 sowie solche mit primär refraktärem Myelom.
Auch eine vorangegangene Therapie mit Carfilzomib war ein Ausschlusskriterium in der zugrundeliegenden Studie.
💡Praxis-Tipp
Der Bericht hebt hervor, dass unter der Dreifachkombination mit Isatuximab signifikant häufiger infusionsbedingte Reaktionen sowie Hauterkrankungen auftreten. Es wird eine entsprechende Prämedikation vor der Isatuximab-Gabe beschrieben, um infusionsbedingte Reaktionen abzumildern. Gleichzeitig zeigt sich ein Vorteil durch ein selteneres Auftreten von schweren Thrombozytopenien.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen für die Kombination aus Isatuximab, Carfilzomib und Dexamethason insgesamt nicht belegt. Positive und negative Effekte in den Endpunkten heben sich in der Gesamtschau auf.
Der Bericht zeigt einen Anhaltspunkt für einen erheblichen Zusatznutzen im Bereich der körperlichen Funktion für das R-ISS-Stadium III. Für die Stadien I und II konnte dieser Vorteil nicht belegt werden.
Die Auswertung zeigt einen höheren Schaden durch infusionsbedingte Reaktionen sowie Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes. Diese traten unter der Isatuximab-Kombination signifikant häufiger auf.
Isatuximab wird in einer Dosierung von 10 mg/kg Körpergewicht intravenös verabreicht. Im ersten 28-Tage-Zyklus erfolgt die Gabe wöchentlich, ab dem zweiten Zyklus alle zwei Wochen.
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Quelle: IQWiG A21-60: Isatuximab (multiples Myelom nach >= 1 Vortherapie, Kombination mit Carfilzomib und Dexamethason) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.