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Cariprazin bei Schizophrenie: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A18-25 bewertet den Zusatznutzen von Cariprazin bei erwachsenen Personen mit Schizophrenie. Die Bewertung unterscheidet zwischen der Akutbehandlung und der Langzeitbehandlung beziehungsweise Rückfallprophylaxe.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie legt der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) Wirkstoffe wie Amisulprid, Aripiprazol, Olanzapin, Paliperidon, Quetiapin, Risperidon oder Ziprasidon fest.

Für die Bewertung der Akutbehandlung wurden Studien mit starrer Dosierung als ungeeignet eingestuft. Für die Langzeitbehandlung fokussiert sich der Bericht auf Daten von Personen mit einer stabilen Erkrankung und überwiegender Negativsymptomatik.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Akutbehandlung

Laut Bewertung ist ein Zusatznutzen von Cariprazin für die Akutbehandlung der Schizophrenie nicht belegt.

Die vom pharmazeutischen Unternehmer vorgelegten Studien nutzten ein starres Dosierungsregime ohne ausreichende Möglichkeit zur patientenindividuellen Dosisanpassung. Dies entspricht laut Bericht nicht den Anforderungen einer psychiatrischen Akutbehandlung, bei der die Dosis individuell titriert werden muss.

Langzeitbehandlung und Rückfallprophylaxe

Für die Langzeitbehandlung bei überwiegender Negativsymptomatik wurde Cariprazin mit Risperidon verglichen. Der Bericht stellt folgende Kernergebnisse fest:

  • Psychosoziales Funktionsniveau: Es zeigt sich ein relevanter Effekt zugunsten von Cariprazin, woraus sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen ergibt.

  • Negativsymptomatik: Es zeigt sich ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Cariprazin, der Effekt ist jedoch methodisch nicht als relevant ableitbar.

  • Mortalität und Nebenwirkungen: Es gibt keine Anhaltspunkte für einen höheren oder geringeren Schaden (beispielsweise bei schweren unerwünschten Ereignissen oder Dyskinesien).

  • Rückfallquote: Ein post hoc definierter kombinierter Endpunkt wurde methodisch nicht anerkannt, weshalb ein Zusatznutzen hierfür nicht belegt ist.

Dosierung

Der Bericht beschreibt die in der bewerteten Langzeitstudie (188-005) verwendeten Dosierungen im Vergleich zu den zugelassenen Dosisbereichen:

WirkstoffEingesetzte Zieldosis (Studie 188-005)Zugelassener Dosisbereich
Cariprazin4,5 mg/Tag1,5 bis 6 mg/Tag
Risperidon4,0 mg/Tag2 bis 16 mg/Tag
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass starre Dosierungsregime in klinischen Studien nicht den Anforderungen der psychiatrischen Praxis entsprechen. Es wird hervorgehoben, dass bei der Behandlung der Schizophrenie eine patientenindividuelle Dosisoptimierung mit der niedrigsten wirksamen Dosis essenziell ist, um Über- oder Unterdosierungen zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Laut Bewertung ist ein Zusatznutzen für die Akutbehandlung nicht belegt. Die vorgelegten Studien wurden aufgrund fehlender Möglichkeiten zur individuellen Dosisanpassung als methodisch ungeeignet eingestuft.

Der Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen beim psychosozialen Funktionsniveau. Dies gilt spezifisch für erwachsene Personen mit überwiegender Negativsymptomatik im Vergleich zu Risperidon.

In der Bewertung zeigte sich zwar ein statistisch signifikanter Unterschied zugunsten von Cariprazin bei der Negativsymptomatik. Dieser Effekt lag jedoch nicht vollständig außerhalb des Irrelevanzbereichs und wurde daher nicht als relevanter Zusatznutzen eingestuft.

Der Gemeinsame Bundesausschuss definiert unter anderem Amisulprid, Aripiprazol, Olanzapin, Risperidon und Quetiapin als zweckmäßige Vergleichstherapie. Die Auswahl richtet sich nach der jeweiligen Behandlungsphase.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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