IQWiG2023Onkologie

Sotorasib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die IQWiG-Dossierbewertung A23-06 befasst sich mit der erneuten Nutzenbewertung von Sotorasib nach Ablauf einer Befristung. Der Wirkstoff wird als Monotherapie bei Erwachsenen mit fortgeschrittenem nicht kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) mit KRAS-G12C-Mutation eingesetzt.

Voraussetzung für die Behandlung ist, dass nach mindestens einer vorherigen systemischen Therapie eine Progression festgestellt wurde. Die erneute Bewertung wurde notwendig, da der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) zeitnah aussagekräftigere Daten zum Gesamtüberleben aus der Phase-III-Studie CodeBreak 200 forderte.

Das IQWiG bewertet den Zusatznutzen anhand von zwei spezifischen Fragestellungen, die sich nach der Art der Vortherapie richten. Dabei wird Sotorasib mit der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie verglichen.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG formuliert folgende Kernaussagen zum Zusatznutzen von Sotorasib:

Fragestellung 2: Nach zytotoxischer Chemotherapie

Für erwachsene Personen mit NSCLC und KRAS-G12C-Mutation nach Erstlinientherapie mit einer zytotoxischen Chemotherapie wurden keine geeigneten Daten vorgelegt. Das IQWiG stellt fest, dass ein Zusatznutzen nicht belegt ist.

Fragestellung 3: Nach PD-1-/PD-L1-Antikörper und Chemotherapie

Für diese Gruppe legte der pharmazeutische Unternehmer Daten aus der Phase-III-Studie CodeBreak 200 vor. In dieser Studie wurde Sotorasib mit einer Docetaxel-Monotherapie verglichen.

Laut Bewertung ist die Studie für den Beleg eines Zusatznutzens nicht geeignet, da die zweckmäßige Vergleichstherapie nicht adäquat umgesetzt wurde:

  • Der G-BA fordert eine patientenindividuelle Therapie unter Auswahl verschiedener Wirkstoffe (z. B. Docetaxel in Kombination mit Ramucirumab oder Nintedanib).

  • Die Studie bot als Vergleichsarm ausschließlich eine Docetaxel-Monotherapie an.

  • Es wurde nicht belegt, dass Docetaxel als Monotherapie für alle eingeschlossenen Personen die individuell am besten geeignete Therapie darstellt.

Folglich ergibt sich laut IQWiG auch für diese Patientengruppe kein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen.

Zusammenfassung der Bewertung

Patientengruppe (Vortherapie)Zweckmäßige VergleichstherapieAusmaß des Zusatznutzens
Zytotoxische ChemotherapiePemetrexed oder Docetaxel + NintedanibZusatznutzen nicht belegt
PD-1-/PD-L1-Antikörper + platinhaltige ChemotherapiePatientenindividuelle TherapieZusatznutzen nicht belegt
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass in klinischen Studien eine Monotherapie als Vergleichsarm unzureichend sein kann, wenn der G-BA eine patientenindividuelle Kombinationstherapie vorgibt. Es wird darauf hingewiesen, dass im deutschen Versorgungsalltag bei NSCLC häufig Kombinationen wie Docetaxel mit Ramucirumab oder Nintedanib indiziert sind. Eine pauschale Beschränkung auf eine Docetaxel-Monotherapie kann laut IQWiG zu einer Unterversorgung im Kontrollarm führen.

Häufig gestellte Fragen

Laut der aktuellen IQWiG-Bewertung ist ein Zusatznutzen von Sotorasib gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie nicht belegt. Dies gilt sowohl nach vorheriger zytotoxischer Chemotherapie als auch nach Therapie mit PD-1-/PD-L1-Antikörpern.

Das IQWiG bemängelt, dass in der Studie als Vergleichsarm ausschließlich eine Docetaxel-Monotherapie eingesetzt wurde. Der G-BA fordert jedoch eine patientenindividuelle Therapie, die im deutschen Versorgungsalltag auch Kombinationstherapien umfassen muss.

Der G-BA legt hierfür eine patientenindividuelle Therapie unter Berücksichtigung von Vortherapie und Histologie fest. Zur Auswahl stehen unter anderem Afatinib, Pemetrexed, Erlotinib, Docetaxel sowie Docetaxel in Kombination mit Ramucirumab oder Nintedanib.

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Quelle: IQWiG A23-06: Sotorasib (NSCLC) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGBV (IQWiG, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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