Casirivimab/Imdevimab bei COVID-19: IQWiG-Nutzenbewertung
Hintergrund
Der IQWiG-Bericht A22-47 bewertet den Zusatznutzen der Wirkstoffkombination Casirivimab/Imdevimab. Die Bewertung bezieht sich auf die Postexpositionsprophylaxe der Coronavirus-Krankheit 2019 (COVID-19).
Die Zielgruppe umfasst Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren mit einem Körpergewicht von mindestens 40 Kilogramm. Voraussetzung ist ein vorangegangener Kontakt mit einer SARS-CoV-2-infizierten Person im eigenen Haushalt.
Die Bewertung basiert maßgeblich auf der randomisierten, kontrollierten Studie COV-2069. In diese wurden ausschließlich Personen ohne vollständigen Impfschutz gegen SARS-CoV-2 eingeschlossen.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen im Vergleich zum beobachtenden Abwarten:
Wirksamkeit bei Virusvarianten
Laut Bewertung ist die Therapie nur bei Virusvarianten indiziert, die eine ausreichende Neutralisationsaktivität aufweisen. Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Omikron-Variante aufgrund fehlender Wirksamkeit von einer Anwendung abgeraten wird.
Zusatznutzen nach PCR-Status
Die Auswertung unterscheidet nach dem PCR-Status der Kontaktpersonen zu Studienbeginn. Für vollständig gegen SARS-CoV-2 immunisierte Personen liegen laut Bericht keine Daten vor, weshalb für diese kein Zusatznutzen belegt ist.
| Kohorte | PCR-Status zu Beginn | Zusatznutzen | Ausschlaggebende Endpunkte |
|---|---|---|---|
| Kohorte A | Negativ | Anhaltspunkt für beträchtlichen Zusatznutzen | Reduktion symptomatischer Infektionen |
| Kohorte B | Positiv | Anhaltspunkt für geringen Zusatznutzen | Reduktion symptomatischer Infektionen und Hospitalisierungen |
Weitere klinische Endpunkte
Für die untersuchten Gruppen ergeben sich laut Bewertung folgende weitere Erkenntnisse:
-
Bei der Gesamtmortalität zeigte sich in Kohorte A kein Unterschied, in Kohorte B traten keine Todesfälle auf.
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Ein höherer oder geringerer Schaden durch Nebenwirkungen ist im Vergleich zum beobachtenden Abwarten nicht belegt.
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Es traten in der Studie keine Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse auf.
Kontraindikationen
Der Bericht schließt die Anwendung bei bestimmten Konstellationen aus:
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Infektion mit einer Virusvariante ohne ausreichende Neutralisationsaktivität (z. B. Omikron)
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Kinder unter 12 Jahren oder Personen unter 40 kg Körpergewicht (außerhalb der Zulassung)
💡Praxis-Tipp
Laut IQWiG-Bewertung ist vor dem Einsatz der monoklonalen Antikörper zwingend die aktuelle epidemiologische Lage zu berücksichtigen. Es wird betont, dass ein Zusatznutzen nur bei fehlender oder unvollständiger Immunisierung belegt ist. Bei vollständig geimpften Personen fehlt die Datengrundlage für einen nachgewiesenen Nutzen.
Häufig gestellte Fragen
Der Bericht bewertet den Einsatz bei Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren (ab 40 kg) nach Kontakt mit einer infizierten Person. Ein Zusatznutzen ist dabei nur für Personen ohne vollständigen Impfschutz belegt.
Laut IQWiG-Bewertung zeigt sich eine deutlich verringerte Neutralisierungsaktivität gegenüber der Omikron-Variante. Von einer Verwendung zur Prophylaxe wird in diesem Fall abgeraten.
Für diese Gruppe sieht die Bewertung einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen. Dieser basiert primär auf der Verhinderung symptomatischer SARS-CoV-2-Infektionen.
In der zugrundeliegenden Studie wurden keine vollständig immunisierten Personen untersucht. Daher ist für diese Gruppe laut Bericht kein Zusatznutzen belegt.
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Quelle: IQWiG A22-47: Casirivimab/Imdevimab (Postexpositionsprophylaxe von COVID-19) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.