IQWiG2021Onkologie

Ipilimumab bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung von Ipilimumab. Bewertet wird die Kombination mit Nivolumab und zwei Zyklen platinbasierter Chemotherapie als Erstlinientherapie.

Die Zielgruppe umfasst erwachsene Patientinnen und Patienten mit metastasiertem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC) ohne sensitivierende EGFR-Mutation oder ALK-Translokation. Die Bewertung wird anhand des PD-L1-Status in zwei Fragestellungen unterteilt.

Die Datengrundlage für die Bewertung bildet die offene, multizentrische, randomisiert-kontrollierte Studie CA209-9LA. In dieser wurde die Dreifachkombination mit einer rein platinbasierten Chemotherapie verglichen.

Empfehlungen

Das IQWiG kommt in seiner Nutzenbewertung zu folgenden Ergebnissen:

PD-L1-Expression ≥ 50 %

Für diese Patientengruppe liegen laut IQWiG-Bericht keine verwertbaren Daten vor. Ein Zusatznutzen der Kombinationstherapie gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie ist demnach nicht belegt.

PD-L1-Expression < 50 % bei plattenepithelialer Histologie

Auch für Patientinnen und Patienten mit plattenepithelialem NSCLC und einer PD-L1-Expression unter 50 % liegen keine relevanten Daten vor.

  • Die in der Studie eingesetzte Vergleichstherapie entsprach nicht den Vorgaben der Arzneimittel-Richtlinie.

  • Ein Zusatznutzen ist für diese Subgruppe somit nicht belegt.

PD-L1-Expression < 50 % bei nicht plattenepithelialer Histologie

Für diese Teilpopulation zeigt die Auswertung der Studie CA209-9LA sowohl positive als auch negative Effekte:

  • Gesamtüberleben: Es zeigt sich ein Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen.

  • Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse (SUEs): Dem Überlebensvorteil steht ein Anhaltspunkt für einen höheren Schaden mit dem Ausmaß "beträchtlich" gegenüber.

  • Lebensqualität und Symptomatik: Hierzu liegen keine verwertbaren Daten vor.

Zusammenfassend leitet das IQWiG für diese spezifische Patientengruppe einen Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen ab. Der negative Effekt bei den Nebenwirkungen stellt den Überlebensvorteil laut Bericht nicht infrage.

Dosierung

Die im Interventionsarm der Studie CA209-9LA angewendeten Dosierungen lauten wie folgt:

WirkstoffDosierungApplikationDauer
Nivolumab360 mg alle 3 Wocheni.v.maximal 24 Monate
Ipilimumab1 mg/kg KG alle 6 Wocheni.v.maximal 24 Monate
Carboplatin + Paclitaxel (bei Plattenepithel)AUC 6 + 200 mg/m² KOF an Tag 1i.v.maximal 2 Zyklen
Cisplatin oder Carboplatin + Pemetrexed (bei Nicht-Plattenepithel)75 mg/m² KOF oder AUC 5-6 + 500 mg/m² KOF an Tag 1i.v.maximal 2 Zyklen

Kontraindikationen

Laut Studienprotokoll waren folgende Patientengruppen von der Behandlung ausgeschlossen:

  • Patientinnen und Patienten mit unbehandelten Hirnmetastasen

  • Personen mit vorangegangener systemischer antineoplastischer Therapie des NSCLC im Stadium IIIB bzw. IV

  • Personen, die innerhalb von 14 Tagen vor Studienbeginn systemische immunsuppressive Therapien erhielten (Ausnahme: systemische Glukokortikoide < 10 mg/Tag Prednison-Äquivalent)

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht ist ein Zusatznutzen der Dreifachkombination ausschließlich für die Subgruppe der Patientinnen und Patienten mit nicht plattenepithelialer Histologie und einer PD-L1-Expression unter 50 % belegt. Es wird darauf hingewiesen, dass bei dieser Gruppe dem Überlebensvorteil ein beträchtliches Risiko für schwerwiegende unerwünschte Ereignisse gegenübersteht. Für alle anderen Patientengruppen im Anwendungsgebiet liegen keine verwertbaren Daten für einen Zusatznutzen vor.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Hinweis auf einen Zusatznutzen nur für Patienten mit nicht plattenepithelialer Histologie und einer PD-L1-Expression unter 50 %. Für Patienten mit einer PD-L1-Expression ab 50 % oder mit plattenepithelialer Histologie ist ein Zusatznutzen mangels geeigneter Daten nicht belegt.

In der zugrundeliegenden Zulassungsstudie betrug die maximale Behandlungsdauer für die Kombination aus Ipilimumab und Nivolumab 24 Monate. Die Therapie wird laut Bericht bis zur Krankheitsprogression oder inakzeptablen Toxizität durchgeführt.

Die Art der platinbasierten Chemotherapie richtet sich nach der Tumorhistologie. Gemäß Studienprotokoll erhalten Patienten mit plattenepithelialer Histologie Carboplatin und Paclitaxel, während bei nicht plattenepithelialer Histologie Cisplatin oder Carboplatin in Kombination mit Pemetrexed eingesetzt wird.

Die platinbasierte Chemotherapie wird in Kombination mit Ipilimumab und Nivolumab für maximal zwei Zyklen verabreicht. Dies unterscheidet sich von der alleinigen Chemotherapie im Kontrollarm, die bis zu vier Zyklen umfasste.

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Quelle: IQWiG A20-116: Ipilimumab (nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Kombination mit Nivolumab) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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