IQWiG2019Onkologie

Daratumumab bei Multiplem Myelom: IQWiG

Diese Leitlinie stammt aus 2019 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2019)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A19-16 (Addendum zu A18-66) bewertet den Zusatznutzen von Daratumumab in Kombination mit Bortezomib, Melphalan und Prednison (VMP).

Die Bewertung bezieht sich auf erwachsene Personen mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom, die für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) nicht geeignet sind.

Datengrundlage ist der erste präspezifizierte Datenschnitt der ALCYONE-Studie. Dabei wurden sowohl die Gesamtpopulation als auch eine post-hoc definierte Teilpopulation mit ASZT-Nichteignung analysiert.

Empfehlungen

Die Bewertung des IQWiG zeigt sowohl Vor- als auch Nachteile für die Kombinationstherapie mit Daratumumab auf.

Überleben und Lebensqualität

Laut Bericht zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich des Gesamtüberlebens.

Auch bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und der allgemeinen Symptomatik lassen sich gemäß der Auswertung keine signifikanten Unterschiede feststellen.

Vorteile der Kombinationstherapie

Die Auswertung der unerwünschten Ereignisse (UE) zeigt statistisch signifikante Vorteile für Daratumumab plus VMP in folgenden Bereichen:

  • Geringere Rate an Therapieabbrüchen aller Wirkstoffkomponenten wegen unerwünschter Ereignisse

  • Selteneres Auftreten von peripheren Neuropathien

Nachteile und Risiken

Demgegenüber stehen statistisch signifikante Nachteile der Daratumumab-Kombination im Vergleich zur alleinigen VMP-Therapie:

  • Häufigeres Auftreten von Infektionen und parasitären Erkrankungen (schwerwiegende unerwünschte Ereignisse)

  • Vermehrtes Auftreten von Gefäßerkrankungen (schwere UE ab CTCAE-Grad 3)

  • Häufigere Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums

Vergleich der Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die wesentlichen Unterschiede im Nebenwirkungsprofil zusammen.

Endpunkt / EreignisDaratumumab + VMP vs. VMPSignifikanz
Therapieabbruch wegen UEVorteil für DaratumumabSignifikant
Periphere NeuropathienVorteil für DaratumumabSignifikant
Infektionen (SUE)Nachteil für DaratumumabSignifikant
Gefäßerkrankungen (Grad ≥ 3)Nachteil für DaratumumabSignifikant
AtemwegserkrankungenNachteil für DaratumumabSignifikant
GesamtüberlebenKein UnterschiedNicht signifikant
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💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass unter der Kombinationstherapie mit Daratumumab ein signifikant erhöhtes Risiko für schwerwiegende Infektionen sowie schwere Gefäß- und Atemwegserkrankungen besteht. Laut IQWiG-Bewertung treten periphere Neuropathien und therapieabbrechende Nebenwirkungen jedoch seltener auf als unter der alleinigen VMP-Therapie.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht bewertet den Einsatz bei erwachsenen Personen mit neu diagnostiziertem multiplen Myelom. Voraussetzung ist, dass diese nicht für eine autologe Stammzelltransplantation (ASZT) infrage kommen.

Laut der Auswertung der ALCYONE-Studie zeigt sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben. Die Überlebensraten waren im Vergleich zur alleinigen VMP-Therapie ähnlich.

Die Bewertung zeigt einen signifikanten Vorteil bei peripheren Neuropathien. Zudem kommt es seltener zu Therapieabbrüchen aufgrund von unerwünschten Ereignissen.

Es wird ein signifikant häufigeres Auftreten von schwerwiegenden Infektionen und parasitären Erkrankungen beschrieben. Auch schwere Gefäßerkrankungen ab CTCAE-Grad 3 werden häufiger beobachtet.

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Quelle: IQWiG A19-16: Daratumumab (multiples Myelom) - Addendum zum Auftrag A18-66 (IQWiG, 2019). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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