Emtricitabin/Tenofoviralafenamid: Indikation bei HIV-1
Hintergrund
Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) mit der Nutzenbewertung der Wirkstoffkombination Emtricitabin/Tenofoviralafenamid (FTC/TAF). Die Bewertung bezieht sich auf die Behandlung von Erwachsenen und Jugendlichen ab 12 Jahren mit einer HIV-1-Infektion.
Für die Bewertung wurden vier unterschiedliche Patientengruppen definiert. Diese umfassen therapienaive sowie antiretroviral vorbehandelte Erwachsene und Jugendliche. FTC/TAF wird dabei in Kombination mit anderen antiretroviralen Arzneimitteln angewendet.
Laut IQWiG-Bericht konnte für die meisten Patientengruppen kein Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie belegt werden. Für eine spezifische Gruppe vorbehandelter Erwachsener ergab sich in der Auswertung sogar ein Anhaltspunkt beziehungsweise Beleg für einen geringeren Nutzen.
💡Praxis-Tipp
Der IQWiG-Bericht hebt hervor, dass eine Umstellung einer gut funktionierenden antiretroviralen Therapie ohne medizinische Notwendigkeit (Umstellungsindikation) kritisch zu betrachten ist. Bei vorbehandelten Patienten ohne Umstellungsindikation zeigte sich unter FTC/TAF ein Beleg beziehungsweise Anhaltspunkt für einen geringeren Nutzen, was primär auf häufigere Erkrankungen des Nervensystems (wie Kopfschmerzen) zurückzuführen war.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Nutzenbewertung ist ein Zusatznutzen für therapienaive Erwachsene und Jugendliche nicht belegt. Es wurden vom pharmazeutischen Unternehmer keine geeigneten Daten gegenüber der vom G-BA festgelegten zweckmäßigen Vergleichstherapie vorgelegt.
Für vorbehandelte Erwachsene ohne medizinische Notwendigkeit zur Therapieumstellung stellt das IQWiG einen geringeren Nutzen fest. Dies liegt an vermehrten Nebenwirkungen im Bereich des Nervensystems im Vergleich zur Fortführung der bisherigen Therapie.
Der Bericht zitiert die Fachinformation, wonach bei einer geschätzten Kreatinin-Clearance von unter 30 ml/min keine Therapie mit FTC/TAF eingeleitet werden sollte. Fällt die Clearance während der Behandlung unter diesen Wert, wird ein Absetzen empfohlen.
Es wird davon abgeraten, FTC/TAF mit Arzneimitteln zu kombinieren, die Tenofovirdisoproxil (TDF), Lamivudin (3TC) oder Adefovirdipivoxil enthalten. Auch die gleichzeitige Gabe bestimmter Antikonvulsiva oder Johanniskraut wird nicht empfohlen.
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Quelle: IQWiG A16-30: Emtricitabin/Tenofoviralafenamid - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2016). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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