IQWiG2018Onkologie

Alectinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2018 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2018)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A17-67 aus dem Jahr 2018 bewertet den Zusatznutzen von Alectinib. Es geht um die Erstlinienbehandlung von erwachsenen Personen mit Anaplastische-Lymphomkinase(ALK)-positivem, fortgeschrittenem nicht kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC).

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) Crizotinib festgelegt. Die Bewertung basiert maßgeblich auf den Daten der offenen, randomisierten Parallelgruppenstudie ALEX.

In dieser Studie wurden systemisch nicht vorbehandelte Erwachsene mit fortgeschrittenem oder metastasierendem NSCLC untersucht. Etwa 60 Prozent der Untersuchten wiesen zu Studienbeginn keine Hirnmetastasen auf.

Empfehlungen

Die Nutzenbewertung des IQWiG vergleicht Alectinib mit Crizotinib anhand verschiedener Endpunkte. Die Ergebnisse der ALEX-Studie zeigen dabei ein differenziertes Bild.

Vergleich der Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Wirkstoffen zusammen:

Endpunkt / SymptomVorteil fürAnmerkung laut Bewertung
GesamtüberlebenKeinenKein signifikanter Unterschied
Diarrhö, Übelkeit, ErbrechenAlectinibSignifikante Verzögerung der Verschlechterung
Bluthusten, DyspnoeCrizotinibGeringerer Nutzen von Alectinib
Gastrointestinale Erkrankungen (UE)AlectinibNur bei Frauen signifikant
MyalgieCrizotinibHöherer Schaden durch Alectinib
Nieren- und HarnwegserkrankungenCrizotinibHöherer Schaden durch Alectinib bei Alter unter 65
Lebensqualität (EQ-5D, QLQ-C30)KeinenKein signifikanter Unterschied

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

In der Gesamtschau leitet das IQWiG einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen von Alectinib gegenüber Crizotinib ab. Dieser basiert hauptsächlich auf der Verringerung einiger Nebenwirkungen.

Es wird im Bericht betont, dass unklar ist, inwiefern die positiven Effekte von Alectinib auf das Verhindern von ZNS-Metastasen-Symptomen oder auf Nebenwirkungen der Vergleichstherapie zurückzuführen sind.

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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bewertung basiert der Zusatznutzen von Alectinib primär auf einer Reduktion bestimmter Nebenwirkungen wie gastrointestinalen Beschwerden. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass unter Alectinib vermehrt Myalgien sowie bei jüngeren Personen Nieren- und Harnwegserkrankungen auftreten können. Zudem zeigt die Auswertung Nachteile bei den lungenkarzinomspezifischen Symptomen Bluthusten und Dyspnoe.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen in der Erstlinientherapie. Dieser Vorteil gegenüber Crizotinib ergibt sich vor allem durch ein günstigeres Nebenwirkungsprofil in bestimmten Bereichen.

In der zugrundeliegenden ALEX-Studie konnte kein statistisch signifikanter Unterschied beim Gesamtüberleben nachgewiesen werden. Ein Zusatznutzen ist für diesen Endpunkt laut Bericht nicht belegt.

Die Auswertung zeigt einen höheren Schaden durch Alectinib bei Myalgien. Zudem treten bei Personen unter 65 Jahren vermehrt Erkrankungen der Nieren und Harnwege auf.

Weder beim globalen Gesundheitsstatus noch in den Funktionsskalen zeigten sich signifikante Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Ein Zusatznutzen bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität ist somit nicht belegt.

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Quelle: IQWiG A17-67: Alectinib (nicht kleinzelliges Lungenkarzinom) - Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V (IQWiG, 2018). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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