IQWiG2013Onkologie

Vandetanib bei Schilddrüsenkarzinom: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht fasst das Addendum A13-26 des IQWiG aus dem Jahr 2013 zur Nutzenbewertung von Vandetanib zusammen. Es handelt sich um eine erneute Bewertung gemäß § 35a SGB V beim medullären Schilddrüsenkarzinom (MTC).

Anlass für das Addendum waren nachgereichte Daten des pharmazeutischen Unternehmers zur Studie D4200C00058. Diese umfassten neue Auswertungen zum Schweregrad der Schmerzsymptomatik sowie zu unerwünschten Ereignissen.

Verglichen wurde die Therapie mit Vandetanib in Kombination mit Best Supportive Care (BSC) gegenüber Placebo plus BSC. Die Bewertung fokussiert sich auf Personen mit einem aggressiven und symptomatischen Krankheitsverlauf.

Empfehlungen

Der Bericht formuliert folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Morbidität und Schmerzprogression

Laut Bewertung wird die Schmerzprogression bei dieser Erkrankung als schwerwiegendes Symptom eingestuft. Die Daten zeigen hierbei einen altersabhängigen Effekt der Therapie.

  • Bei Personen unter 65 Jahren ergibt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen durch eine signifikante Verzögerung der Schmerzprogression.

  • Bei Personen ab 65 Jahren ist ein Zusatznutzen bezüglich der Schmerzprogression nicht belegt.

Unerwünschte Ereignisse und Schadenspotenzial

Die Auswertung der Nebenwirkungen weist ein hohes Verzerrungspotenzial auf. Dennoch ergeben sich laut Bericht klare Anhaltspunkte für negative Effekte unter Vandetanib.

  • Es besteht ein Anhaltspunkt für einen erheblich größeren Schaden bei schweren unerwünschten Ereignissen (CTCAE-Grad ≥ 3).

  • Für Hautausschläge zeigt sich ein Anhaltspunkt für einen beträchtlich größeren Schaden.

  • Bei schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (SUE) und Therapieabbrüchen ist ein größerer oder geringerer Schaden nicht belegt.

Gesamtaussage zum Zusatznutzen

Das Institut leitet aus der Abwägung von positiven und negativen Effekten eine altersabhängige Gesamtaussage ab.

AltersgruppePositive EffekteNegative EffekteGesamtaussage zum Zusatznutzen
Unter 65 JahreBeträchtlich (Verzögerung Schmerzprogression)Erheblich (Schwere UEs, Hautausschläge)Anhaltspunkt für geringen Zusatznutzen
Ab 65 JahreKeine belegtErheblich (Schwere UEs, Hautausschläge)Anhaltspunkt für geringeren Nutzen
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💡Praxis-Tipp

Bei der Therapieplanung mit Vandetanib wird eine strikte altersabhängige Nutzen-Risiko-Abwägung hervorgehoben. Während jüngere Personen von einer verzögerten Schmerzprogression profitieren können, überwiegen bei Personen ab 65 Jahren laut Bericht die erheblichen Nebenwirkungen wie schwere Hautausschläge, sodass sich für diese Gruppe insgesamt ein geringerer Nutzen im Vergleich zur alleinigen Best Supportive Care ergibt.

Häufig gestellte Fragen

Das IQWiG sieht einen Anhaltspunkt für einen geringen Zusatznutzen ausschließlich bei Personen unter 65 Jahren. Bei älteren Personen ab 65 Jahren ergibt sich aufgrund fehlender Wirksamkeitsnachweise und starker Nebenwirkungen ein geringerer Nutzen im Vergleich zur Best Supportive Care.

Der Bericht stellt einen erheblich größeren Schaden durch schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad ≥ 3) fest. Zudem gibt es Anhaltspunkte für einen beträchtlich größeren Schaden durch Hautausschläge.

Bei Personen unter 65 Jahren zeigt die Therapie eine statistisch signifikante Verlängerung der Zeit bis zur Schmerzprogression. Bei älteren Personen konnte dieser positive Effekt laut den ausgewerteten Daten nicht belegt werden.

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Quelle: IQWiG A13-26: Addendum zum Auftrag A13-09 (Vandetanib) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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