IQWiG2013

Dapagliflozin Nutzenbewertung: IQWiG Addendum

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der vorliegende Bericht des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2013 bewertet ergänzende Daten zum Wirkstoff Dapagliflozin. Konkret wird die Zweifachkombination von Dapagliflozin und Metformin untersucht.

Als Vergleichstherapie diente in der bewerteten Zulassungsstudie D1690C00004 die Kombination aus Glipizid und Metformin. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) beauftragte das IQWiG mit der Prüfung, ob sich aus diesen Studiendaten ein Zusatznutzen ableiten lässt.

Dapagliflozin ist zur Verbesserung der Blutzuckerkontrolle bei erwachsenen Patienten mit Typ-2-Diabetes zugelassen. Es kann als Monotherapie oder in Kombination mit anderen Antidiabetika eingesetzt werden.

Empfehlungen

Das IQWiG kommt zu dem Schluss, dass die vorgelegte Studie keinen Beleg für einen Zusatznutzen von Dapagliflozin in Kombination mit Metformin liefert. Der Bericht nennt dafür mehrere methodische Gründe.

Nicht zulassungskonforme Dosierung

Laut Bericht wurden beide Wirkstoffe in der Studie nicht gemäß ihrer Fachinformation dosiert. Dies führt dazu, dass die beobachteten Effekte auf den Blutzucker und das Hypoglykämie-Risiko nicht interpretierbar sind.

MedikamentDosierung in der StudieZulassungskonforme Dosierung
DapagliflozinTitration 2,5 mg → 5 mg → 10 mgFeste Dosis 10 mg täglich
GlipizidTitrationsschritte von 10 mgTitrationsschritte von 2,5 bis 5 mg

Zusätzlich war das vorgegebene Nüchternblutzucker-Ziel von ≤ 110 mg/dl sehr niedrig. Dies entsprach nicht der empfohlenen individuellen Zielwertvereinbarung.

Mängel in der Studienpopulation

Der Bericht kritisiert zudem die Auswahl der eingeschlossenen Patienten. Es wurden Personengruppen in die Studie aufgenommen, für die Dapagliflozin laut Fachinformation nicht empfohlen wird.

Der nachträgliche Ausschluss dieser Patienten aus der Auswertung durch den pharmazeutischen Unternehmer zerstörte laut IQWiG die durch die Randomisierung erreichte Strukturgleichheit der Gruppen.

Fehlende Notwendigkeit der Therapieintensivierung

Ein weiterer Kritikpunkt ist der Einschluss von Patienten mit bereits sehr niedrigen HbA1c-Werten (teilweise 5,7 % bis 6,2 %). Bei diesen Patienten war laut Bericht von keiner unzureichenden Blutzuckereinstellung auszugehen.

Eine Intensivierung der Therapie war bei diesen Werten nicht zwingend erforderlich. Sie war stattdessen mit einem erhöhten Risiko für Hypoglykämien verbunden.

Kontraindikationen

Der IQWiG-Bericht verweist auf die Fachinformation von Dapagliflozin, die eine Anwendung bei bestimmten Patientengruppen nicht empfiehlt. Dazu gehören:

  • Patienten mit moderater bis schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatininclearance < 60 ml/min oder eGFR < 60 ml/min/1,73 m²)

  • Patienten, die bei Therapiebeginn 75 Jahre oder älter sind

  • Patienten, die Schleifendiuretika erhalten

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💡Praxis-Tipp

Der Bericht verdeutlicht, dass Studienergebnisse kritisch zu hinterfragen sind, wenn die Medikation nicht zulassungskonform titriert wird. Es wird betont, dass eine zu forsche Titration von Sulfonylharnstoffen wie Glipizid das Risiko für Hypoglykämien künstlich erhöhen kann. Zudem wird darauf hingewiesen, dass Blutzuckerziele stets individuell vereinbart werden sollten, anstatt starre, sehr niedrige Zielwerte anzustreben.

Häufig gestellte Fragen

Nein, laut IQWiG-Bericht liefert die Studie keinen Beleg für einen Zusatznutzen gegenüber Glipizid. Die Ergebnisse werden aufgrund methodischer Mängel als nicht interpretierbar eingestuft.

In der Studie wurde Dapagliflozin schrittweise hochtitriert. Der Bericht merkt an, dass dies nicht der Fachinformation entspricht, welche eine regelhafte Dosis von 10 mg täglich ohne Titration vorsieht.

Der Bericht kritisiert den Einschluss von Patienten über 75 Jahren sowie von Personen mit moderater bis schwerer Niereninsuffizienz. Für diese Gruppen wird Dapagliflozin laut Zulassung nicht empfohlen.

Das vorgegebene Ziel einer Nüchternblutglukose von ≤ 110 mg/dl wird als sehr niedrig bewertet. Der Bericht verweist auf aktuelle Leitlinien, die eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung bei der Zielwertfindung fordern.

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Quelle: IQWiG A13-18: Addendum zum Auftrag A12-18 (Dapagliflozin) (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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