IQWiG2013Onkologie

Crizotinib bei NSCLC: IQWiG-Nutzenbewertung

Diese Leitlinie stammt aus 2013 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2013)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der IQWiG-Bericht A13-13 stellt ein Addendum zur Nutzenbewertung von Crizotinib dar. Er evaluiert nachgereichte Daten zur Morbidität und gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus der Studie PROFILE 1007.

Die Bewertung fokussiert sich auf erwachsene Personen mit vorbehandeltem, ALK-positivem, fortgeschrittenem nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom (NSCLC). Es wird ausschließlich die Population betrachtet, für die eine Chemotherapie angezeigt ist.

Für Fälle, in denen eine Chemotherapie nicht mehr infrage kommt (Best-Supportive-Care-Population), wurden keine neuen Daten vorgelegt. Daher beschränkt sich die Analyse auf den Vergleich von Crizotinib mit einer Chemotherapie, bestehend aus Docetaxel oder Pemetrexed.

Empfehlungen

Das IQWiG formuliert basierend auf den Studiendaten folgende Ergebnisse zum Zusatznutzen von Crizotinib.

Morbidität und Symptomatik

Laut Bericht zeigt Crizotinib signifikante Vorteile bei der Linderung krankheitsspezifischer Symptome. Die Auswertung der Fragebögen ergab Verbesserungen in mehreren klinischen Bereichen.

  • Signifikante Besserung von Müdigkeit, Schmerzen, Atemnot und Appetitverlust.

  • Verlängerte Zeit bis zur Verschlechterung der Symptome Husten, Atemnot und Brustschmerz.

  • Eine Verschlechterung zeigte sich unter Crizotinib bei den Symptomen Verstopfung und Diarrhoe.

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Die Auswertung der Lebensqualität erfolgte primär über das krankheitsspezifische Instrument EORTC QLQ-C30. Die Daten des generischen EQ-5D-Fragebogens waren aufgrund eines hohen Anteils fehlender Werte nicht verwertbar.

  • Signifikanter Vorteil für Crizotinib in fast allen Funktionsskalen.

  • Keine signifikanten Unterschiede zeigten sich lediglich bei der kognitiven Funktion.

Fazit zum Zusatznutzen

Das IQWiG fasst das Ausmaß und die Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens in Abhängigkeit von der Indikationsstellung zusammen.

PopulationEndpunktAusmaß des ZusatznutzensWahrscheinlichkeit
Chemotherapie angezeigtMorbidität (Symptomatik)BeträchtlichAnhaltspunkt
Chemotherapie angezeigtGesundheitsbezogene LebensqualitätBeträchtlichAnhaltspunkt
Best-Supportive-CareAlle EndpunkteNicht belegtNicht belegt
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💡Praxis-Tipp

Laut IQWiG-Bericht weisen die zugrundeliegenden Daten ein hohes Verzerrungspotenzial auf, unter anderem wegen fehlender Verblindung und hoher Abbruchraten im Chemotherapie-Arm. Zudem wird betont, dass die Aussagen zur verbesserten Symptomatik und Lebensqualität ausschließlich für den Zeitraum bis zur Progression der Erkrankung gelten.

Häufig gestellte Fragen

Der Bericht sieht einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen bei Personen, für die eine Chemotherapie angezeigt ist. Dies bezieht sich auf signifikante Verbesserungen bei der Morbidität und der gesundheitsbezogenen Lebensqualität.

Nein, für diese Gruppe wurden im Stellungnahmeverfahren keine auswertbaren Daten vorgelegt. Laut IQWiG ist ein Zusatznutzen für Personen ohne Chemotherapie-Indikation daher nicht belegt.

Die Auswertungen zeigen signifikante Vorteile bei Symptomen wie Atemnot, Husten, Schmerzen und Müdigkeit. Bei Diarrhoe und Verstopfung zeigte sich hingegen ein Nachteil gegenüber der Chemotherapie.

Das IQWiG stuft das Verzerrungspotenzial der Studie PROFILE 1007 als hoch ein. Gründe hierfür sind die fehlende Verblindung und ein hoher Anteil an Studienabbrechern im Chemotherapie-Arm.

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Quelle: IQWiG A13-13: Addendum zum Auftrag A12-15 Crizotinib (IQWiG, 2013). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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