DASH-Diät bei Hypertonie: IQWiG Rapid Report
Hintergrund
Die essenzielle Hypertonie ist eine häufige Erkrankung, die sowohl medikamentös als auch durch Lebensstilanpassungen behandelt wird. Führende Fachgesellschaften empfehlen oft eine konsequente Umsetzung nichtmedikamentöser Maßnahmen.
Dazu gehört auch die Umstellung auf spezielle Ernährungsformen wie die sogenannte DASH-Diät. Der vorliegende Rapid Report des IQWiG aus dem Jahr 2012 untersucht die Evidenzlage zu dieser spezifischen Ernährungsform.
Ziel der Untersuchung war es, den Nutzen der DASH-Diät im Vergleich zu keiner speziellen Diät bei ansonsten gleicher antihypertensiver Therapie zu bewerten. Dabei lag der Fokus auf patientenrelevanten Therapiezielen und der Blutdruckkontrolle.
Empfehlungen
Der Bericht formuliert basierend auf der systematischen Literaturrecherche folgende zentrale Ergebnisse zur DASH-Diät:
Studienlage und Evidenz
Laut Bericht konnte nur eine einzige randomisierte kontrollierte Studie (RCT) identifiziert werden, die alle Einschlusskriterien erfüllte. Diese untersuchte Patienten mit hochnormalem Blutdruck oder Hypertonie der Stufe 1 über einen Zeitraum von 18 Monaten.
Für die Nutzenbewertung wurde eine komplexe Verhaltensintervention mit und ohne zusätzliche DASH-Diät-Beratung verglichen. Die Basisintervention umfasste eine Reduktion von Kalorien, Kochsalz und Alkohol sowie mehr Bewegung.
Patientenrelevante Endpunkte
Der Bericht stellt fest, dass für die untersuchte Subgruppe keine Daten zu entscheidenden patientenrelevanten Endpunkten vorlagen. Es ist daher keine Beurteilung von Nutzen oder Schaden möglich für:
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Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität
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Kardiovaskuläre Morbidität
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Terminale Niereninsuffizienz
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Gesundheitsbezogene Lebensqualität
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Unerwünschte Ereignisse
Surrogatparameter und Blutdruckkontrolle
Hinsichtlich der Surrogatparameter zeigt der Bericht keine statistisch signifikanten Unterschiede durch die zusätzliche DASH-Diät. Es ergaben sich folgende Resultate:
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Systolischer Blutdruck: Unterschied von 0,4 mmHg zugunsten der DASH-Gruppe.
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Diastolischer Blutdruck: Unterschied von 0,1 mmHg zuungunsten der DASH-Gruppe.
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Medikation: Keine signifikanten Änderungen bezüglich Neuverordnung, Absetzen oder Dosisanpassung von Antihypertensiva.
Zusammenfassend leitet der Bericht ab, dass weder ein Beleg noch ein Hinweis auf einen patientenrelevanten Nutzen oder Schaden durch die DASH-Diät bei essenzieller Hypertonie vorliegt.
💡Praxis-Tipp
Obwohl viele Fachgesellschaften die DASH-Diät bei essenzieller Hypertonie empfehlen, weist der Bericht auf eine unzureichende Studienlage bezüglich harter klinischer Endpunkte hin. Es wird deutlich, dass der isolierte Effekt der DASH-Diät in Studien schwer von allgemeinen Lebensstilanpassungen wie Gewichtsreduktion und Bewegung zu trennen ist.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Bericht konnte in der untersuchten Studie kein statistisch signifikanter Unterschied bei der Blutdrucksenkung durch eine zusätzliche DASH-Diät nachgewiesen werden. Der systolische Wert unterschied sich im Vergleich zur Kontrollgruppe lediglich um 0,4 mmHg.
Der Bericht stellt fest, dass hierzu keine ausreichenden Daten für Patienten mit essenzieller Hypertonie vorliegen. Eine Aussage zum Einfluss auf die kardiovaskuläre Mortalität ist auf Basis der eingeschlossenen Studie nicht möglich.
Die Auswertung der Surrogatparameter zeigte keinen signifikanten Unterschied bezüglich der Änderung einer antihypertensiven Medikation. Es gibt laut Bericht keinen Beleg dafür, dass die Diät das Absetzen von Medikamenten signifikant fördert.
Die relevante Kontrollgruppe erhielt eine komplexe Verhaltensintervention. Diese umfasste eine Reduktion von Kalorien, Kochsalz und Alkohol sowie eine Steigerung der körperlichen Aktivität.
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Quelle: IQWiG A05-21C: Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essenzieller Hypertonie: Spezielle Ernährungsformen ohne (IQWiG, 2012). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.