Essenzielle Hypertonie: Stressbewältigung & Therapie
Hintergrund
Die essenzielle Hypertonie ist eine häufige Erkrankung, bei der neben der medikamentösen Therapie auch nichtmedikamentöse Maßnahmen zur Blutdrucksenkung empfohlen werden. Führende Fachgesellschaften raten zu einer konsequenten Lebensstiländerung.
Dieser Artikel basiert auf dem Rapid Report des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) aus dem Jahr 2012. Der Bericht untersucht den Nutzen von Stressbewältigungsmaßnahmen im Vergleich zu keiner entsprechenden Intervention.
Die Bewertung stützt sich auf 16 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) mit einer Mindestdauer von 24 Wochen. Die meisten dieser Studien stammen aus den 1970er- und 1980er-Jahren und weisen kleine Teilnehmerzahlen sowie ein hohes Verzerrungspotenzial auf.
💡Praxis-Tipp
Obwohl Stressbewältigungsmaßnahmen häufig als Teil der Lebensstilmodifikation empfohlen werden, weist der IQWiG-Bericht auf das Fehlen harter Evidenz für klinische Endpunkte wie Mortalität hin. Es wird jedoch festgehalten, dass Entspannungsverfahren einen positiven Effekt auf den diastolischen Blutdruck haben können. Sie sollten daher in der Praxis als ergänzende, aber nicht als alleinige Maßnahme zur Blutdruckkontrolle betrachtet werden.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es ein Anzeichen dafür, dass Maßnahmen zur Stressbewältigung den diastolischen Blutdruck senken können. Für den systolischen Blutdruck konnte jedoch kein verlässlicher Effekt nachgewiesen werden.
Der Bericht findet weder einen Nachweis noch ein Anzeichen dafür, dass Stressbewältigung zu einer Reduktion oder dem Absetzen der antihypertensiven Medikation führt. Eine medikamentöse Therapie sollte daher laut Evidenzlage nicht allein aufgrund von Stressmanagement beendet werden.
Zur kardiovaskulären Morbidität und Mortalität liegen laut der Auswertung keine ausreichenden Daten vor. Ein direkter Nutzen zur Verhinderung von Herzinfarkten oder Schlaganfällen durch reine Stressbewältigung ist somit wissenschaftlich nicht belegt.
Die untersuchten Studien waren bezüglich der angewandten Interventionen sehr heterogen. Der Bericht konnte nicht abschließend klären, ob bestimmte Formen der Stressbewältigung anderen überlegen sind.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: IQWiG A05-21F: Stressbewältigungsmaßnahmen bei essenzieller Hypertonie - Rapid Report (IQWiG, 2012). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
IQWiG A05-21D: Steigerung der körperlichen Aktivität bei essenzieller Hypertonie - Rapid Report
IQWiG A05-21C: Nutzenbewertung nichtmedikamentöser Behandlungsstrategien bei Patienten mit essenzieller Hypertonie: Spezielle Ernährungsformen ohne
NVL Hypertonie
S3-Leitlinie Nationale VersorgungsLeitlinie Hypertonie (S3)
IQWiG A05-21E: Reduktion des Alkoholkonsums bei essentieller Hypertonie - Rapid Report
NVL Hypertonie (Version 2, 2023)
IQWiG A05-10: Nutzenbewertung einer langfristigen Blutdrucksenkung in den unteren normotonen Bereich bei Patienten mit Diabetes mellitus - Rapid Report
IQWiG A05-21G: Rauchverzicht bei essenzieller Hypertonie - Rapid Report
ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien
AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.
Kostenloses Konto erstellen