Körperliche Aktivität bei Hypertonie: IQWiG-Bericht
Hintergrund
Führende Fachgesellschaften empfehlen bei essenzieller Hypertonie neben medikamentösen Therapien auch nichtmedikamentöse Maßnahmen. Dazu gehört insbesondere die konsequente Steigerung der körperlichen Aktivität.
Der IQWiG Rapid Report A05-21D aus dem Jahr 2011 untersucht den patientenrelevanten Nutzen dieser Intervention. Ziel war es, die Effekte von Bewegung auf Kriterien der Blutdruckkontrolle sowie auf Morbidität und Mortalität zu bewerten.
Die Bewertung basiert auf einer systematischen Literaturrecherche von randomisierten kontrollierten Studien (RCTs) mit einer Mindestdauer von 24 Wochen. Eingeschlossen wurden erwachsene Personen mit essenzieller Hypertonie.
Empfehlungen
Patientenrelevante Endpunkte
Der Bericht stellt fest, dass für entscheidende patientenrelevante Endpunkte keine oder nur unzureichende Daten vorliegen. Ein patientenrelevanter Nutzen oder Schaden ist durch die eingeschlossenen Studien somit nicht belegt.
Dies betrifft laut Auswertung folgende Zielgrößen:
-
Gesamtmortalität und kardiovaskuläre Mortalität
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Kardiovaskuläre Morbidität und terminale Niereninsuffizienz
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Gesundheitsbezogene Lebensqualität
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Unerwünschte Ereignisse (wie Stürze oder sturzbedingte Verletzungen)
Auswirkungen auf den Blutdruck
Hinsichtlich der Blutdrucksenkung zeigt die Evidenz ein gemischtes Bild. Es wird angemerkt, dass Studien mit geringer Teilnehmerzahl und hohem Verzerrungspotenzial tendenziell stärkere Effekte zeigten als methodisch hochwertigere Studien.
Der Bericht fasst die beobachteten Effekte und deren Evidenzgrad wie folgt zusammen:
| Parameter | Beobachteter Effekt | Evidenzbewertung laut IQWiG |
|---|---|---|
| Systolischer Blutdruck | -5 bis -8 mmHg (selten bis -15 mmHg) | Anhaltspunkt für blutdrucksenkenden Effekt |
| Diastolischer Blutdruck | 0 bis -10 mmHg | Kein Nachweis, kein Anhaltspunkt |
Forschungsbedarf
Aufgrund der breiten Empfehlung von Bewegungstherapie in der Praxis wird die Durchführung adäquater Studien als dringend geboten erachtet. Nur durch methodisch hochwertige Untersuchungen könne die Versorgungsqualität verlässlich verbessert werden.
💡Praxis-Tipp
Obwohl körperliches Training in der Praxis standardmäßig empfohlen wird, weist der Bericht darauf hin, dass ein harter patientenrelevanter Nutzen (wie eine reduzierte Mortalität) wissenschaftlich bisher nicht belegt ist. Es wird hervorgehoben, dass lediglich für die systolische Blutdrucksenkung ein Anhaltspunkt für einen positiven Effekt vorliegt.
Häufig gestellte Fragen
Laut IQWiG-Bericht gibt es einen Anhaltspunkt für einen systolisch blutdrucksenkenden Effekt durch körperliche Aktivität. Für den diastolischen Blutdruck konnte jedoch kein entsprechender Nachweis erbracht werden.
Der Bericht stellt fest, dass unzureichende Daten vorliegen, um diese Frage zu beantworten. Ein Nutzen hinsichtlich der Gesamtmortalität oder kardiovaskulären Mortalität ist durch die eingeschlossenen Studien nicht belegt.
Die untersuchten Studien lieferten keine ausreichenden Daten zu unerwünschten Ereignissen wie Stürzen oder sturzbedingten Verletzungen. Eine abschließende Beurteilung des Schadenspotenzials ist laut Auswertung daher nicht möglich.
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Quelle: IQWiG A05-21D: Steigerung der körperlichen Aktivität bei essenzieller Hypertonie - Rapid Report (IQWiG, 2011). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.