IQWiG2010

Langwirksame Insulinanaloga bei Typ-2-Diabetes: IQWiG

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: IQWiG (2010)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der Gemeinsame Bundesausschuss beauftragte das IQWiG mit der Nutzenbewertung langwirksamer Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2. Ziel war der Vergleich von Insulin Glargin und Insulin Detemir mit NPH-Insulin sowie der Analoga untereinander.

Die Bewertung basiert auf 18 randomisierten kontrollierten Studien. Es handelte sich überwiegend um Kurzzeitstudien mit einer Dauer von sechs bis zwölf Monaten.

Lediglich eine Langzeitstudie über fünf Jahre lag vor, die primär auf Veränderungen des Augenhintergrundes ausgerichtet war. Langzeitdaten zu kardialer Morbidität und Mortalität waren insgesamt unzureichend.

Empfehlungen

Der IQWiG-Bericht formuliert basierend auf der Evidenzlage folgende zentrale Ergebnisse zur Nutzenbewertung:

Insulin Glargin im Vergleich zu NPH-Insulin

Für die Behandlung im Rahmen einer intensivierten Insulintherapie gibt es laut Bericht keinen Beleg für einen Zusatznutzen von Insulin Glargin gegenüber NPH-Insulin. Auch bei der basalunterstützten Therapie mit oralen Antidiabetika fehlt ein Beleg für einen Zusatznutzen, sofern NPH-Insulin optimiert angewendet wird.

Ein Vorteil für Insulin Glargin zeigt sich lediglich in Studien, in denen NPH-Insulin starr nur einmal täglich abends gegeben wurde. Hier ergab sich ein Beleg für eine Überlegenheit von Glargin bezüglich seltenerer nicht schwerer nächtlicher Hypoglykämien.

Hinsichtlich mikrovaskulärer Komplikationen zeigte eine Fünf-Jahres-Studie keinen Hinweis auf einen Schaden durch Insulin Glargin in Bezug auf Veränderungen des Augenhintergrundes.

Insulin Detemir im Vergleich zu NPH-Insulin

Auch für Insulin Detemir lässt sich weder in der intensivierten noch in der basalunterstützten Therapie ein genereller Zusatznutzen gegenüber NPH-Insulin belegen. Es zeigt sich jedoch ein Hinweis auf einen Zusatznutzen bezüglich seltenerer nicht schwerer nächtlicher Hypoglykämien.

Zudem besteht ein Beleg für eine geringere Gewichtszunahme unter Insulin Detemir im Vergleich zu NPH-Insulin (ca. 0,4 bis 1,6 kg nach sechs Monaten). Die klinische Relevanz dieses Unterschieds wird vom IQWiG jedoch als unklar eingestuft.

Vergleich der Insulinanaloga untereinander

Der direkte Vergleich von Insulin Detemir und Insulin Glargin liefert keinen Beleg für einen Zusatznutzen eines der beiden Präparate.

Es ergab sich jedoch ein Beleg für ein größeres Schadenspotenzial von Insulin Detemir. Unter Detemir traten signifikant mehr Therapieabbrüche wegen unerwünschter Ereignisse sowie mehr Reaktionen an der Injektionsstelle auf.

Übersicht der Nutzenbewertung

VergleichZusatznutzen (Intensivierte Therapie)Zusatznutzen (Basalunterstützt)Spezifische Effekte
Glargin vs. NPHKein BelegKein Beleg (bei optimiertem NPH)Weniger nächtliche Hypoglykämien (wenn NPH nur 1x abends)
Detemir vs. NPHKein BelegKein BelegGeringere Gewichtszunahme (Relevanz unklar)
Detemir vs. GlarginKein BelegKein BelegMehr Therapieabbrüche und Lokalreaktionen unter Detemir
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💡Praxis-Tipp

Der Bericht betont, dass sich bei einer basalunterstützten Therapie kein Zusatznutzen der langwirksamen Analoga belegen lässt, wenn die Injektionshäufigkeit von NPH-Insulin im Praxisalltag individuell optimiert wird. Die in Studien beobachteten Vorteile der Analoga bezüglich nächtlicher Hypoglykämien traten vor allem dann auf, wenn NPH-Insulin starr nur einmal täglich abends verabreicht wurde.

Häufig gestellte Fragen

Laut IQWiG-Bericht zeigen die langwirksamen Analoga Insulin Glargin und Detemir bei der langfristigen Blutzuckersenkung keine relevanten Unterschiede zu NPH-Insulin. Die Senkung des HbA1c-Wertes ist bei allen untersuchten Therapieoptionen vergleichbar.

Es gibt einen Beleg für eine geringere Gewichtszunahme unter Insulin Detemir im Vergleich zu NPH-Insulin und Insulin Glargin. Der Unterschied beträgt nach sechs bis zwölf Monaten etwa 0,4 bis 1,6 Kilogramm, wobei die klinische Relevanz dieses Effekts unklar bleibt.

Der direkte Vergleich zeigt ein höheres Schadenspotenzial für Insulin Detemir. Es wird belegt, dass unter Detemir signifikant mehr Reaktionen an der Injektionsstelle auftreten und es häufiger zu Therapieabbrüchen kommt als unter Insulin Glargin.

Eine spezifische Fünf-Jahres-Studie untersuchte Veränderungen des Augenhintergrundes unter Insulin Glargin. Die Auswertung ergab keinen Hinweis auf einen höheren Schaden im Vergleich zu einer Therapie mit NPH-Insulin.

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Quelle: IQWiG A05-03: Langwirksame Insulinanaloga zur Behandlung des Diabetes mellitus Typ 2 (IQWiG, 2010). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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