Intraossäre Infusion: Indikation und Punktionsorte

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die zeitgerechte Etablierung eines Gefäßzugangs ist in der Notfallmedizin bei kritisch kranken oder schwerverletzten Patienten von zentraler Bedeutung. Die AWMF-Leitlinie 001-042 beschreibt die intraossäre Punktion als rasches, effektives und sicheres alternatives Standardverfahren.

Insbesondere bei schwierigen Venenverhältnissen, wie sie bei Säuglingen, Kleinkindern oder im Schockzustand auftreten, ermöglicht der intraossäre Zugang eine schnelle Therapie. Die primäre Erfolgsrate wird in der Literatur mit bis zu 98 Prozent angegeben.

Das Prinzip beruht auf der Punktion einer knöchernen Vene, die auch bei Hypovolämie oder Zentralisation nicht kollabiert. Über die venösen Marksinusoide gelangen Medikamente und Infusionen rasch in den Systemkreislauf.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, die Kanülenlänge bei halbautomatischen Systemen ausschließlich nach dem Körpergewicht auszuwählen. Es wird empfohlen, stets die patientenindividuellen anatomischen Verhältnisse, wie etwa ausgeprägtes subkutanes Fettgewebe, zu berücksichtigen. Eine inkorrekte Kanülenlänge stellt eine der häufigsten Ursachen für eine Extravasation mit der Gefahr eines nachfolgenden Kompartmentsyndroms dar.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können nahezu alle bei Notfallpatienten eingesetzten intravenösen Medikamente auch intraossär appliziert werden. Einschränkungen bestehen lediglich bei hypertonen oder stark alkalischen Lösungen, da diese mit lokalen Gewebeschäden assoziiert sein können.

Die Pharmakokinetik unterscheidet sich nicht klinisch relevant von der zentralvenösen Applikation. Daher empfiehlt die Leitlinie, die regulären intravenösen Medikamentendosierungen unverändert für die intraossäre Gabe zu übernehmen.

Es wird empfohlen, die Liegedauer der intraossären Kanüle so kurz wie möglich zu halten. Gemäß Leitlinie sollte sie nach maximal 24 Stunden, idealerweise jedoch bereits innerhalb von 2 Stunden nach Klinikaufnahme, durch einen venösen Zugang ersetzt werden.

Zeichen einer korrekten Lage sind ein Widerstandsverlust beim Durchdringen der Kortikalis, ein fester Sitz der Kanüle und die problemlose Injektion eines Bolus ohne Paravasatbildung. Die Aspiration von Knochenmark ist laut Leitlinie ein sicheres Zeichen, gelingt jedoch nicht bei allen Patienten.

Ja, die Punktion ist auch bei wachen Patienten möglich. Da die Injektion in den Markraum jedoch sehr schmerzhaft sein kann, wird laut Leitlinie die vorherige Gabe eines Lokalanästhetikums wie Lidocain 1% empfohlen.

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Quelle: AWMF 001-042: S1-Leitlinie Die intraossäre Infusion in der Notfallmedizin (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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