Infektiöse Diarrhö: Diagnostik, Therapie und Antibiose
Hintergrund
Die infektiöse Diarrhö stellt weltweit eine erhebliche Krankheitslast dar und wird durch eine Vielzahl viraler, bakterieller und parasitärer Erreger verursacht. In Industrienationen spielen neben endemischen Infektionen auch reiseassoziierte Erkrankungen, Ausbrüche in Gemeinschaftseinrichtungen und lebensmittelbedingte Infektionen eine wichtige Rolle.
Besonders bei Säuglingen, Kleinkindern und älteren Menschen besteht ein hohes Risiko für schwere Verläufe durch Dehydratation. Zudem können bestimmte Erreger wie Shiga-Toxin-bildende Escherichia coli (STEC) zu lebensbedrohlichen Komplikationen wie dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) führen.
Die IDSA-Leitlinie bietet evidenzbasierte Empfehlungen für das Management der akuten und persistierenden infektiösen Diarrhö. Der Fokus liegt auf einer rationalen Diagnostik, der Vermeidung unnötiger Antibiotikagaben und der optimalen supportiven Therapie.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist die wichtigste Maßnahme bei akuter Diarrhö die konsequente Rehydratation, bevorzugt mit einer oralen Rehydratationslösung (ORS) mit reduzierter Osmolarität. Es wird dringend davor gewarnt, bei blutiger Diarrhö unkritisch empirische Antibiotika oder Loperamid einzusetzen, da dies bei bestimmten Erregern wie STEC zu schweren Komplikationen wie dem hämolytisch-urämischen Syndrom (HUS) oder einem toxischen Megakolon führen kann.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Stuhldiagnostik bei Vorliegen von Warnzeichen wie Fieber, blutigen Stühlen, schweren Bauchschmerzen oder Sepsiszeichen. Bei unkomplizierter wässriger Diarrhö ist in der Regel keine Erregerdiagnostik erforderlich.
Es wird der Einsatz einer oralen Rehydratationslösung (ORS) mit reduzierter Osmolarität als Erstlinientherapie bei leichter bis mittelschwerer Dehydratation empfohlen. Bei schwerer Dehydratation ist eine intravenöse Therapie indiziert.
Laut Leitlinie darf Loperamid bei Kindern unter 18 Jahren nicht angewendet werden. Bei immunkompetenten Erwachsenen kann es bei wässriger Diarrhö erwogen werden, ist aber bei blutiger Diarrhö oder Fieber streng kontraindiziert.
Ein Test auf C. difficile wird bei Personen über 2 Jahren empfohlen, die eine Diarrhö nach kürzlicher Antibiotikaeinnahme entwickeln. Auch bei nosokomialer Diarrhö sollte laut Leitlinie an diesen Erreger gedacht werden.
Die Leitlinie rät bei immunkompetenten Personen von einer empirischen Antibiose bei blutiger Diarrhö ab, bis die Erregerdiagnostik vorliegt. Ausnahmen bilden schwer kranke Säuglinge, Personen mit Sepsiszeichen oder Reiserückkehrer mit Fieber.
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Quelle: IDSA: Infectious Diarrhea (IDSA, 2017). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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