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Gastrointestinale Infektionen: Leitlinie (DGVS 2023)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf AWMF / DGVS Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Eine Erregerdiagnostik ist nur bei zu erwartenden therapeutischen, organisatorischen oder melderechtlichen Konsequenzen indiziert.
  • Die Basisdiagnostik umfasst Campylobacter, Salmonellen, Rota- und Noroviren.
  • Primäre Therapie der akuten Gastroenteritis ist die orale Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution.
  • Multiplex-PCR-Panels gehören nicht zur Basisdiagnostik und sind begründeten Einzelfällen vorbehalten.
  • Eine stationäre Aufnahme ist bei schwerer Dehydratation (> 9 %), Schock oder gescheiterter oraler Rehydratation erforderlich.
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Hintergrund

Eine akute infektiöse Gastroenteritis (AGE) ist durch eine plötzliche Änderung der Stuhlfrequenz und Stuhlkonsistenz über das individuell übliche Maß hinaus (über 3x täglich) gekennzeichnet. Fakultativ treten Erbrechen und Fieber auf. Die primäre Therapie soll aus einer ausreichenden Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution bestehen.

Indikationen zur Erregerdiagnostik

Starke Empfehlung: Eine Erregerdiagnostik soll nur durchgeführt werden, wenn sich daraus medizinische, organisatorische oder melderechtliche Konsequenzen ergeben.

Bei Verdacht auf eine infektiöse Gastroenteritis sollte in folgenden Situationen eine Diagnostik erfolgen:

  • Blutige Diarrhö
  • Schweres Krankheitsbild (z. B. Fieber, Dehydrierung, Sepsis, HUS)
  • Dauer der Diarrhö > 14 Tage
  • Komorbiditäten mit erhöhtem Komplikationsrisiko
  • Immundefizienz
  • Antibiotikaeinnahme in den letzten 3 Monaten (Verdacht auf C. difficile)
  • Nosokomiale Diarrhö
  • Vor Einleitung einer empirischen Antibiose
  • Arbeit in der Nahrungsmittelverarbeitung oder Gemeinschaftseinrichtungen
  • Fallhäufung (≥ 2 Fälle)

Umfang der Diagnostik

Die Basisdiagnostik sollte folgende Erreger umfassen:

ErregerErregergruppeRelevanz
CampylobacterBakteriumHäufigster bakterieller Erreger
SalmonellenBakteriumZweithäufigster bakterieller Erreger
NorovirenVirusHäufigste Ursache der Gastroenteritis
RotavirenVirusHäufig bei Kindern und Ausbrüchen

Im Regelfall sollte 1 Stuhlprobe untersucht werden. Bei Verdacht auf eine Parasitose sollten in der Regel 3 Proben aus unterschiedlichen Stuhlgängen untersucht werden. Multiplex-PCR-Panels sind keine Basisdiagnostik und können nur in begründeten Einzelfällen eingesetzt werden.

Clostridioides difficile-Diagnostik

Starke Empfehlung: Der diagnostische Algorithmus bei Verdacht auf C. difficile soll sowohl ein hoch sensitives als auch ein hoch spezifisches Testverfahren beinhalten.

TestverfahrenSensitivität/SpezifitätBedeutung
GDH-Nachweis (EIA)Hoch sensitivScreening-Test, nicht beweisend für Toxinbildung
Toxin-Gen-Nachweis (NAT/PCR)Hoch sensitivScreening-Test, weist Gene nach
Toxin A/B-Nachweis (EIA)Hoch spezifischBeweisend für aktive Toxinbildung

Stationäre Aufnahme

Eine stationäre Aufnahme soll bei folgenden Kriterien erfolgen:

KriteriumBemerkung
Schwere Dehydratation> 9 % Gewichtsverlust
KreislaufschockVolumenmangel-Schock
BewusstseinsstörungenDelir, Lethargie, Koma
Unkontrollierbares ErbrechenOrale Rehydratation nicht möglich
Gescheiterte orale RehydratationTrotz adäquater Versuche

Komplikationen bakterieller Erreger

ErregerTypische Komplikationen
Campylobacter spp.Reaktive Arthritis, Guillain-Barré-Syndrom
Clostridioides spp.Pseudomembranöse Kolitis, toxisches Megakolon
EHECHämorrhagische Kolitis, HUS, TTP
Salmonella spp.Bakteriämie, fokale Infektionen, reaktive Arthritis
Shigella spp.Toxisches Megakolon, Enzephalopathie

Entlassungsmanagement

Empfehlung: Bei Entlassung in eine Gemeinschaftseinrichtung sollte eine ärztliche Einschätzung der Kontagiosität erfolgen. In der Regel ist die Kontagiosität 48 Stunden nach Sistieren der Symptome so stark reduziert, dass Basishygienemaßnahmen ausreichen.

💡Praxis-Tipp

Verzichten Sie bei unkomplizierter akuter Gastroenteritis auf eine routinemäßige Stuhldiagnostik. Fokussieren Sie sich stattdessen auf die konsequente orale Rehydratation mit standardisierten Elektrolytlösungen (WHO-Trinklösung).

Häufig gestellte Fragen

Bei blutiger Diarrhö, schwerem Krankheitsbild, Dauer über 14 Tage, Immundefizienz, nosokomialer Diarrhö oder vor einer empirischen Antibiose.
Die Basisdiagnostik sollte Untersuchungen auf Campylobacter, Salmonellen, Rotaviren und Noroviren umfassen.
Der diagnostische Algorithmus soll ein hoch sensitives (z. B. GDH-Nachweis oder PCR) und ein hoch spezifisches Testverfahren (z. B. Toxin A/B-Nachweis) kombinieren.
In der Regel ist die Kontagiosität 48 Stunden nach Sistieren der Symptome (Erbrechen, Diarrhö) so stark reduziert, dass Basishygienemaßnahmen für eine Entlassung ausreichen.

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