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Impfung bei Immunschwäche: IDSA-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Infectious Diseases Society of America (IDSA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die optimale Impfung erfolgt meist ≥2 Wochen vor Beginn einer immunsuppressiven Therapie.
  • Bei B-Zell-depletierenden Therapien sollte ein Abstand von >3-6 Monaten (bei RSV >6 Monate) nach der letzten Infusion eingehalten werden.
  • Während akuter Transplantatabstoßung oder schwerer akuter Erkrankung sollten Impfungen pausiert werden.
  • Die Impfeffektivität (VE) zur Verhinderung von Hospitalisierungen liegt bei COVID-19 bei 37-46%, bei Influenza bei 32% und bei RSV bei 70%.
  • Es gibt keine signifikanten Hinweise auf vermehrte Exazerbationen von Autoimmunerkrankungen durch die Impfungen.
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Hintergrund

Die IDSA-Leitlinie 2025 adressiert die Prävention saisonaler Atemwegsinfektionen (COVID-19, Influenza, RSV) bei immunkompromittierten Patienten. Da diese Kohorte ein hohes Risiko für schwere Verläufe hat, ist das korrekte Timing der Impfung in Relation zur immunsuppressiven Therapie essenziell, um eine bestmögliche Immunantwort zu erzielen.

Allgemeine Prinzipien

  • Verschiebung: Impfungen sollten während der intensivsten Phasen einer akuten Transplantatabstoßungsbehandlung oder bei schweren/akuten Erkrankungen ausgesetzt werden.
  • B-Zell-Depletion: Nach B-Zell-depletierenden Therapien ist die Immunantwort stark eingeschränkt. Ein Abstand von >3-6 Monaten (bei RSV >6 Monate) wird empfohlen.
  • Suboptimale Zeitfenster: Wenn das optimale Zeitfenster (z. B. aufgrund der beginnenden Influenzasaison) nicht eingehalten werden kann, ist eine frühere Impfung oder eine Impfung unter laufender Therapie oft dennoch sinnvoll. Es muss jedoch mit einer abgeschwächten Immunantwort gerechnet werden.

COVID-19-Impfung

PatientengruppeEmpfohlener Zeitpunkt der Impfung
Solide Organtransplantation (SOT)≥2 Wochen vor SOT oder ≥3 Monate nach SOT
Hämatologische Malignome≥2 Wochen vor Therapiestart und >3 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)
HCT / CAR-T≥3 Monate nach Transplantation/CAR-T (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)
Solide Tumore (Chemotherapie)Optimal ≥2 Wochen vor Therapiestart; während/nach Therapie akzeptabel
Primäre ImmundefekteAbstimmung mit IVIG/SCIG-Gabe oder Klinikbesuch
Autoimmunerkrankungen≥2 Wochen vor Therapiestart und >3 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)
HIVIm Rahmen der präventiven Routineversorgung

Influenza-Impfung

Da die Influenza-Impfung jährlich empfohlen wird, ist das Timing besonders wichtig und hängt stark von der lokalen Zirkulation des Virus ab.

PatientengruppeEmpfohlener Zeitpunkt der Impfung
Solide Organtransplantation (SOT)≥2 Wochen vor SOT oder ≥1 Monat nach SOT (früher, falls Saison begonnen hat)
Hämatologische Malignome≥2 Wochen vor Therapiestart und >3 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)
HCT / CAR-T≥3 Monate nach Transplantation/CAR-T (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)
Solide Tumore (Chemotherapie)Optimal ≥2 Wochen vor Therapiestart; während/nach Therapie akzeptabel
Autoimmunerkrankungen≥2 Wochen vor Therapiestart und >3 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >3-6 Monate)

RSV-Impfung

PatientengruppeEmpfohlener Zeitpunkt der Impfung
Solide Organtransplantation (SOT)≥2 Wochen vor SOT oder ≥6 Monate nach SOT (ab 1 Monat möglich, falls RSV-Saison)
Hämatologische Malignome≥2 Wochen vor Therapiestart und >6 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >6 Monate)
HCT / CAR-T≥6 Monate nach Transplantation/CAR-T (B-Zell-Depletion: >6 Monate)
Solide Tumore (Chemotherapie)Optimal ≥2 Wochen vor Therapiestart; während/nach Therapie akzeptabel
Autoimmunerkrankungen≥2 Wochen vor Therapiestart und >3-6 Monate nach letzter Infusion (B-Zell-Depletion: >6 Monate)

Evidenz und Sicherheit

Die Leitlinie bewertet die Impfeffektivität (Vaccine Effectiveness, VE) und Sicherheit bei immunkompromittierten Patienten wie folgt:

ImpfungSchutz vor Hospitalisierung (VE)Sicherheit & Besonderheiten
COVID-1937-46%Keine signifikante Zunahme von Exazerbationen der Grunderkrankung.
Influenza32% (bei Immunsuppression)Kein erhöhtes Risiko für Guillain-Barré-Syndrom (GBS) oder Exazerbationen.
RSV70%Leicht erhöhtes Risiko für GBS (ca. 11,2 exzessive Fälle pro 1 Mio. Dosen).

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie das Zeitfenster von mindestens 2 Wochen vor Beginn einer geplanten immunsuppressiven Therapie, um alle anstehenden saisonalen Impfungen (COVID-19, Influenza, RSV) durchzuführen. Bei laufender B-Zell-depletierender Therapie sollte idealerweise ein Abstand von 3 bis 6 Monaten zur letzten Infusion eingehalten werden.

Häufig gestellte Fragen

Frühestens 1 Monat nach der Transplantation. Wenn die Influenzasaison bereits begonnen hat, kann dies auch früher erwogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt einen Abstand von mehr als 6 Monaten nach der letzten Infusion, um eine adäquate Immunantwort zu erzielen.
Nein, während der intensivsten Phasen einer akuten Abstoßungsbehandlung sollten Impfungen ausgesetzt werden.
Laut der aktuellen Evidenz gibt es keine signifikante Zunahme von Exazerbationen der Grunderkrankung durch die COVID-19- oder Influenza-Impfung.

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