Neuroborreliose: Leitlinie zur Therapie (IDSA)
📋Auf einen Blick
- •Penicillin, Ceftriaxon, Cefotaxim und Doxycyclin sind wirksam bei Neuroborreliose.
- •Orale Therapie mit Doxycyclin ist bei Meningitis, Hirnnerven-Neuritis und Radikulitis indiziert.
- •Parenterale Therapie ist bei parenchymatöser ZNS-Beteiligung oder schweren neurologischen Symptomen erforderlich.
- •Eine verlängerte Antibiotikatherapie beim Post-Lyme-Syndrom zeigt keinen Nutzen.
Hintergrund
Die Leitlinie der Infectious Diseases Society of America (IDSA) befasst sich mit der evidenzbasierten Therapie der Neuroborreliose (Nervous System Lyme Disease) und des Post-Lyme-Syndroms bei Erwachsenen und Kindern.
Wirksame Antibiotika
Die Neuroborreliose spricht sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern gut auf folgende Antibiotika an (Empfehlungsgrad B):
- Penicillin
- Ceftriaxon
- Cefotaxim
- Doxycyclin
Therapieregime: Oral vs. Parenteral
Obwohl historisch meist parenterale Regime eingesetzt wurden, belegen Studien die Wirksamkeit der oralen Therapie für bestimmte Manifestationen. Bei Kindern (ab 8 Jahren) ist die Datenlage für den Vergleich von oraler und parenteraler Therapie zwar geringer, die verfügbaren Daten zeigen jedoch vergleichbare Ergebnisse wie bei Erwachsenen.
| Applikationsform | Indikation / Manifestation | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Oral (Doxycyclin) | Meningitis, kraniale Neuritis (Hirnnerven-Neuritis), Radikulitis | Level B |
| Parenteral | Parenchymatöse ZNS-Beteiligung, andere schwere neurologische Symptomatik, Versagen der oralen Therapie | - |
Post-Lyme-Syndrom
Es gibt keine überzeugende Evidenz dafür, dass eine verlängerte Antibiotikatherapie beim Post-Lyme-Syndrom einen positiven Effekt hat (Empfehlungsgrad A).
💡Praxis-Tipp
Bei unkomplizierter Neuroborreliose (wie Meningitis oder kraniale Neuritis) kann bei Erwachsenen primär eine orale Therapie mit Doxycyclin erwogen werden. Verzichten Sie auf verlängerte Antibiotikagaben beim Post-Lyme-Syndrom.