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Infectious Diseases Society of America (IDSA)2025InfektiologieHepatology

Hepatitis B: Aktuelle AASLD-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf Infectious Diseases Society of America (IDSA) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Schwangere mit HBV-DNA > 200.000 IU/ml sollten ab SSW 28 mit TDF oder TAF behandelt werden.
  • In der immuntoleranten Phase ist eine Therapie ab 40 Jahren oder bei signifikanter Fibrose/Inflammation indiziert.
  • Ein Absetzen der antiviralen Therapie wird bei HBeAg-negativen Patienten ohne Zirrhose erst nach HBsAg-Verlust empfohlen.
  • Das HCC-Screening ist bei HDV-Koinfektion für alle Erwachsenen indiziert, bei HIV-Koinfektion für Männer ab 18 und Frauen ab 40 Jahren.
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Hintergrund

Die AASLD-Leitlinie 2025 aktualisiert die Empfehlungen zur Prävention, Diagnostik und Therapie der chronischen Hepatitis B (CHB). Die Hauptziele der antiviralen Behandlung sind die Verhinderung einer Progression zur Zirrhose, die Vermeidung eines hepatozellulären Karzinoms (HCC) sowie die Reduktion der vertikalen und horizontalen Transmission.

Phasen der chronischen Hepatitis B

Die Einteilung der CHB erfolgt anhand von HBeAg-Status, HBV-DNA-Last und ALT-Werten (Normwerte: Frauen < 25 U/l, Männer < 35 U/l):

PhaseHBeAgHBV-DNAALT
ImmuntolerantPositiv> 10.000.000 IU/mlNormal
ImmunaktivPositiv/Negativ≥ 20.000 (pos) / ≥ 2.000 (neg)≥ 2x ULN
InaktivNegativ< 2.000 IU/mlNormal
IndeterminiertPositiv/NegativAußerhalb obiger KriterienAußerhalb obiger Kriterien

Medikamentöse Therapieoptionen

WirkstoffDosis (Erwachsene)Wichtiges Monitoring
Peg-IFN-α-2a180 mcg s.c. wöchentlichBlutbild, Leberwerte, TSH, Autoimmun-Screening
Entecavir (ETV)0,5 mg p.o. täglichLaktat (bei klinischem Verdacht), HIV-Test vorab
Tenofovir (TDF)300 mg p.o. täglichNierenwerte, Phosphat, Knochendichte
Tenofovir-Alafenamid (TAF)25 mg p.o. täglichNierenwerte, Lipidprofil

Therapie in der Schwangerschaft

Für schwangere Personen mit einer HBV-DNA > 200.000 IU/ml (unabhängig vom HBeAg-Status) wird der Beginn einer antiviralen Therapie in der 28. Schwangerschaftswoche empfohlen, um eine Mutter-Kind-Transmission zu verhindern.

  • Mittel der Wahl: Tenofovir-Disoproxilfumarat (TDF) oder Tenofovir-Alafenamid (TAF). TDF weist die umfangreicheren Sicherheitsdaten auf.
  • Kontraindiziert: Entecavir und Peginterferon.

Indikationen zur antiviralen Therapie

Die Therapieindikation richtet sich stark nach der Krankheitsphase:

  • Immuntolerante Phase: Eine Therapie wird empfohlen bei Patienten > 40 Jahre oder bei Nachweis einer signifikanten Leberentzündung (≥ Grad 2) bzw. Fibrose (≥ F2). Bei jüngeren Patienten sollte eine gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) erfolgen.
  • Indeterminierte Phase: Bei HBsAg-positiven, HBeAg-negativen Erwachsenen ohne Zirrhose wird ein Shared Decision-Making empfohlen. Ohne Therapie muss die Indikation bei jedem Follow-up neu evaluiert werden.
  • Transmissionsprävention: Bei hohem Übertragungsrisiko (z.B. ungeschützter Sex, medizinisches Personal) kann eine Therapie auch ohne Vorliegen krankheitsspezifischer Indikationen erwogen werden.

Therapieabbruch

Bei Erwachsenen mit HBeAg-negativer CHB ohne Zirrhose, die unter einer Nukleos(t)id-Analoga-Therapie eine anhaltend nicht nachweisbare HBV-DNA aufweisen, empfiehlt die AASLD, die Therapie nicht vor einem HBsAg-Verlust abzusetzen. Ein vorzeitiger Abbruch birgt das Risiko schwerer Hepatitis-Flares.

HCC-Surveillance

Ein regelmäßiges Screening auf ein hepatozelluläres Karzinom (HCC) mittels Ultraschall und AFP (alle 6 Monate) wird für spezifische Risikogruppen empfohlen:

PatientengruppeKriterien für HCC-Screening
CHB mit ZirrhoseAlle Patienten
CHB ohne ZirrhoseMänner > 40 (Endemiegebiet), Frauen > 50 (Endemiegebiet), Afrikaner (früher), Familienanamnese, PAGE-B ≥ 10
KoinfektionenHDV: Alle Erwachsenen. HIV: Männer ≥ 18, Frauen ≥ 40. HCV: Wie Mono-Infektion
Nach HBsAg-VerlustZirrhose, Männer > 40 bei Verlust, Frauen > 50 bei Verlust, Familienanamnese

💡Praxis-Tipp

Setzen Sie eine nukleos(t)idanaloge Therapie bei HBeAg-negativen Patienten ohne Zirrhose nicht alleinig aufgrund einer supprimierten Viruslast ab. Warten Sie einen dokumentierten HBsAg-Verlust ab, um schwere Hepatitis-Flares zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Ab der 28. Schwangerschaftswoche, wenn die HBV-DNA > 200.000 IU/ml liegt. Empfohlen werden TDF oder TAF.
Bei Patienten über 40 Jahren oder bei Nachweis einer signifikanten Fibrose (≥ F2) bzw. Entzündung (≥ Grad 2).
Alle erwachsenen Patienten, unabhängig vom Vorliegen einer Leberzirrhose.
Bei HBeAg-negativen Patienten ohne Zirrhose empfiehlt die Leitlinie, die Therapie erst nach vollständigem HBsAg-Verlust abzusetzen.

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