HPV-Infektion: Diagnostik, Therapie und Prävention

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: CDC (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Humane Papillomviren (HPV) umfassen etwa 150 identifizierte Typen, von denen mindestens 40 den Genitalbereich infizieren. Die meisten Infektionen verlaufen asymptomatisch und heilen von selbst aus.

Onkogene Hochrisiko-Typen (wie HPV 16 und 18) verursachen die Mehrzahl der Zervix-, Penis-, Vulva-, Vagina-, Anal- und Oropharynxkarzinome. Eine persistierende Infektion mit diesen Typen stellt den stärksten Risikofaktor für die Entstehung von Präkanzerosen und Krebs dar.

Andere HPV-Typen (wie HPV 6 und 11) sind für Genitalwarzen und rezidivierende respiratorische Papillomatosen verantwortlich. Die Leitlinie der CDC aus dem Jahr 2021 fasst die aktuellen Erkenntnisse zu Prävention, Diagnostik und Management zusammen.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum klinischen Management von HPV-Infektionen:

Diagnostik

HPV-Tests auf onkogene Typen werden im Rahmen des Zervixkarzinom-Screenings und der Nachsorge von auffälligen Befunden empfohlen.

Die Leitlinie rät ausdrücklich von folgenden diagnostischen Maßnahmen ab:

  • HPV-Testung bei männlichen Partnern von betroffenen Frauen

  • HPV-Testung bei Frauen unter 25 Jahren

  • Einsatz von HPV-Tests zur Diagnose von Genitalwarzen oder als allgemeiner STI-Test

  • Routinemäßige Anwendung von 3-5%iger Essigsäure zur Erkennung infizierter Schleimhäute, da dies das klinische Management nicht beeinflusst

Therapie

Die Behandlung richtet sich laut Leitlinie ausschließlich gegen makroskopische Läsionen (wie Genitalwarzen) oder pathologische Präkanzerosen.

Da subklinische Infektionen meist spontan ausheilen, wird keine spezifische antivirale Therapie zur Eradikation des Virus empfohlen.

Prävention und Impfung

Die Leitlinie empfiehlt die routinemäßige HPV-Impfung für alle Jugendlichen im Alter von 11 oder 12 Jahren, wobei ein Beginn bereits ab 9 Jahren möglich ist.

Für ältere Altersgruppen gelten folgende Empfehlungen:

  • Nachholimpfung für alle bisher nicht geimpften Personen bis zum Alter von 26 Jahren

  • Keine generelle Impfempfehlung für Erwachsene über 26 Jahre

  • Gemeinsame klinische Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) bei bestimmten unzureichend geimpften Erwachsenen zwischen 27 und 45 Jahren

Patientenberatung

Es wird empfohlen, Patienten darüber aufzuklären, dass HPV-Infektionen sehr häufig sind und meist spontan ohne gesundheitliche Folgen ausheilen.

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit einer Tabakentwöhnung, da Rauchen signifikant zur Progression von Präkanzerosen und Krebs beiträgt.

Dosierung

Die Leitlinie gibt folgende Impfschemata für die HPV-Impfung vor:

PatientengruppeImpfschemaIntervalle
Personen unter 15 Jahren (bei Impfbeginn)2 Dosen0 und 6-12 Monate
Immunsupprimierte Personen (unabhängig vom Alter)3 Dosen0, 1-2 und 6 Monate

Kontraindikationen

Die Leitlinie gibt an, dass HPV-Impfstoffe bei schwangeren Frauen nicht empfohlen werden.

ClariMed durchsucht 14.000+ weitere Leitlinien
Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt davor, HPV-Tests als allgemeines STI-Screening oder zur Diagnose von Genitalwarzen einzusetzen. Zudem wird betont, dass die routinemäßige Anwendung von Essigsäure zur Läsionssuche keinen klinischen Nutzen hat und unterlassen werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Ja, laut Leitlinie kann die Impfung unabhängig von einer Vorgeschichte mit Genitalwarzen, auffälligen Pap- oder HPV-Tests verabreicht werden. Die routinemäßige Krebsvorsorge muss jedoch fortgesetzt werden.

Nein, die Leitlinie stellt klar, dass es keine spezifische antivirale Therapie zur Eradikation von HPV gibt. Behandelt werden ausschließlich die durch das Virus verursachten Läsionen wie Warzen oder Präkanzerosen.

Die Leitlinie erklärt, dass Kondome das Risiko einer Übertragung zwar senken, aber keinen vollständigen Schutz bieten. Dies liegt daran, dass HPV auch Hautbereiche infizieren kann, die nicht vom Kondom bedeckt sind.

Gemäß der Leitlinie sollen HPV-Tests nicht bei männlichen Partnern von betroffenen Frauen durchgeführt werden. Auch als allgemeiner STI-Test bei Männern ist die Diagnostik nicht indiziert.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: CDC HPV Treatment Guidelines (CDC, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien

Über Google hier gelandet?

ClariMed durchsucht alle medizinischen Leitlinien

AWMF, NVL, NICE, WHO, ESC, KDIGO - Quellenzitiert, kostenlos. Speichern Sie Ihren Verlauf auf allen Geräten mit einem kostenlosen Konto.

Kostenloses Konto erstellen
Keine Kreditkarte. DSGVO-konform. In Deutschland gehostet.