Handekzem: Diagnostik, Stufentherapie und Prävention
Hintergrund
Das Handekzem ist eine häufige entzündliche Hauterkrankung, die sowohl die Epidermis als auch die Dermis betrifft. Es äußert sich akut durch Erytheme, Bläschen und Nässen sowie chronisch durch Schuppung, Hyperkeratosen und schmerzhafte Rhagaden.
Die Erkrankung hat erhebliche sozioökonomische Auswirkungen und stellt die häufigste berufsbedingte Hauterkrankung dar. Zu den wesentlichen Risikofaktoren zählen eine atopische Dermatitis in der Kindheit, Kontaktallergien sowie intensive Feuchtarbeit.
Die AWMF-Leitlinie unterteilt das Handekzem in ätiologische Subtypen (wie irritativ, allergisch oder atopisch) und klinische Erscheinungsbilder (wie hyperkeratotisch oder vesikulär). Da häufig Mischformen auftreten, ist eine präzise Klassifikation für die zielgerichtete Therapie und Prävention essenziell.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist das Händewaschen mit Tensiden schädlicher für die Hautbarriere als die alkoholische Händedesinfektion. Es wird daher empfohlen, bei nicht sichtbar verschmutzten Händen (z. B. im Gesundheitswesen) der Desinfektion den Vorzug zu geben. Zudem wird betont, dass bei anhaltendem Verdacht auf eine Kontaktallergie trotz negativem Epikutantest ein Abriss-Epikutantest erwogen werden sollte, um falsch-negative Ergebnisse auszuschließen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Epikutantestung, wenn das Handekzem länger als drei Monate besteht. Zudem ist sie indiziert, wenn die Läsionen nicht auf eine adäquate Therapie ansprechen oder ein klinischer Verdacht auf eine Kontaktallergie vorliegt.
Laut Leitlinie sollen topische Glukokortikoide als kurzzeitige Erstlinientherapie eingesetzt werden, wobei Präparate mit geringem atrophogenem Potenzial bevorzugt werden. Bei leichtem Ekzem wird Klasse II, bei moderatem Klasse II-III und bei schwerem Ekzem Klasse III (kurzfristig auch Klasse IV) empfohlen.
Alitretinoin ist das einzige spezifisch zugelassene systemische Medikament für das schwere chronische Handekzem, das nicht ausreichend auf potente topische Glukokortikoide anspricht. Andere Systemtherapeutika wie Ciclosporin, Methotrexat oder Azathioprin werden laut Leitlinie im Off-Label-Use eingesetzt.
Die Leitlinie rät von einer Langzeitanwendung der Phototherapie (wie PUVA oder Schmalband-UVB) strikt ab. Grund hierfür ist das kumulative Risiko für unerwünschte Wirkungen, insbesondere die Erhöhung des Hautkrebsrisikos.
Das STOP-Prinzip beschreibt die Hierarchie der Präventionsmaßnahmen am Arbeitsplatz. Es steht für Substitution (Ersatz von Gefahrstoffen), Technische Maßnahmen, Organisatorische Maßnahmen und Personenbezogene Maßnahmen (wie das Tragen von Schutzhandschuhen).
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Quelle: Prävention, Diagnostik und Therapie des Handekzems (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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