Hämorrhoidalleiden: Diagnostik und operative Therapie
Hintergrund
Die AWMF S3-Leitlinie definiert das Hämorrhoidalleiden als symptomatische Vergrößerung des Corpus cavernosum recti. Dieses Gefäßpolster ist bei jedem Menschen vorhanden und spielt eine wichtige Rolle bei der Feinabdichtung des Afters.
Das Hauptsymptom der Erkrankung ist die peranale Blutung. Die Leitlinie betont, dass Schmerzen nicht zur typischen Symptomatik gehören und meist auf Begleiterkrankungen wie Fissuren oder Thrombosen hinweisen.
Die Erkrankung tritt in westlichen Industrienationen sehr häufig auf. Die Übergänge zwischen den einzelnen Krankheitsstadien sind fließend, wobei auch asymmetrische Verteilungen bei demselben Patienten möglich sind.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass Schmerzen nicht zur typischen Symptomatik eines unkomplizierten Hämorrhoidalleidens gehören. Es wird darauf hingewiesen, dass bei schmerzhaften Befunden primär an Begleiterkrankungen wie Analfissuren oder perianale Thrombosen gedacht werden sollte. Zudem wird bei einer akuten Hämorrhoidalthrombose primär ein konservatives Vorgehen empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Stuhlregulation durch ballaststoffreiche Ernährung, beispielsweise mit Flohsamenschalen. Zudem kann eine Korrektur des Defäkationsverhaltens mit Vermeidung von starkem Pressen zur Symptombesserung beitragen.
Eine Operation sollte laut Leitlinie bei Hämorrhoiden des Grades III und IV angeboten werden. Auch bei einem Versagen konservativer und interventioneller Maßnahmen bei niedrigeren Graden ist ein operativer Eingriff indiziert.
Es wird davon abgeraten, das Hämorrhoidal-Stadium im Rahmen einer Koloskopie zu beurteilen. Die Leitlinie stellt klar, dass diese Methode für eine korrekte Klassifikation unzuverlässig ist und stattdessen eine Proktoskopie erfolgen soll.
Zur postoperativen Schmerzkontrolle wird die topische Anwendung von Glyceroltrinitrat oder Kalziumantagonisten wie Diltiazem empfohlen. Von einer routinemäßigen Gabe von Metronidazol oder einer Sphinkterotomie zur Schmerzreduktion wird abgeraten.
Bei einer akuten Hämorrhoidalthrombose soll gemäß Leitlinie primär konservativ behandelt werden. Dies begründet sich durch die Gefahr einer zu ausgedehnten Resektion von Anoderm bei einem sofortigen operativen Vorgehen im entzündlichen Stadium.
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Quelle: Hämorrhoidalleiden (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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