Gliome bei Erwachsenen: Diagnostik und Stufentherapie
Hintergrund
Die AWMF-Leitlinie behandelt die Diagnostik und Therapie von Gliomen im Erwachsenenalter. Ein zentraler Aspekt ist die integrierte histomolekulare Klassifikation nach WHO-Kriterien und cIMPACT-NOW-Empfehlungen.
Früherkennung und Prävention spielen bei Gliomen laut Leitlinie keine wesentliche Rolle. Bei Verdacht auf ein hereditäres Tumorsyndrom wird jedoch eine humangenetische Beratung empfohlen.
Die Vermeidung neuer permanenter neurologischer Defizite hat bei der Operationsplanung Vorrang vor der operativen Radikalität. Alle Therapieentscheidungen sollen interdisziplinär in einem Tumorboard getroffen werden.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, eine mutmaßliche Größenzunahme des Tumors in der Bildgebung innerhalb der ersten 12 Wochen nach Abschluss einer Radiochemotherapie vorschnell als Tumorprogress zu werten. Es wird empfohlen, in dieser Phase an eine Pseudoprogression zu denken und die Therapie zunächst fortzuführen, um potenziell wirksame Behandlungen nicht zu früh abzubrechen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie ist eine primärprophylaktische Gabe von Antiepileptika nicht indiziert. Eine antikonvulsive Therapie wird erst bei symptomatischer Epilepsie empfohlen.
Die Leitlinie beschreibt die MGMT-Promotormethylierung als prädiktiven Marker für das Ansprechen auf eine alkylierende Chemotherapie. Sie kann insbesondere bei älteren Patienten zur klinischen Therapieentscheidung bezüglich Temozolomid herangezogen werden.
Das Mittel der Wahl in der Akuttherapie ist laut Leitlinie Dexamethason. Bei ausgeprägtem Hirndruck wird initial ein intravenöser Bolus von bis zu 40 mg empfohlen, gefolgt von 16 mg oral täglich.
Die Leitlinie rät davon ab, dieselbe tumorspezifische Therapie über eine bestätigte Progression hinaus fortzusetzen. Dies gilt auch für Bevacizumab, elektrische Wechselfelder und Temozolomid.
Bei präoperativen Anfällen und postoperativer Anfallsfreiheit wird das Autofahren in Deutschland laut Leitlinie in der Regel frühestens ein Jahr nach der Operation wieder gestattet. Die Erlaubnis zur Personenbeförderung kann meist nicht wieder erteilt werden.
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Quelle: Gliome (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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