Capivasertib (Truqap) bei Mammakarzinom: G-BA Beschluss
Hintergrund
Diese Zusammenfassung basiert auf dem Kurztext des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) zur Nutzenbewertung nach § 35a SGB V. Gegenstand des Verfahrens ist der Wirkstoff Capivasertib (Handelsname Truqap) des pharmazeutischen Unternehmers AstraZeneca.
Das Mammakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Bei fortgeschrittenen, hormonrezeptorpositiven (ER+) und HER2-negativen Tumoren stellt die endokrine Therapie einen zentralen Behandlungsbaustein dar.
Kommt es unter dieser Behandlung zu einem Progress, werden zielgerichtete Therapien zunehmend wichtiger. Capivasertib ist ein solcher zielgerichteter Wirkstoff, der bei Vorliegen spezifischer genetischer Alterationen eingesetzt wird.
Empfehlungen
Der G-BA-Beschluss definiert klare Kriterien für den Einsatz von Capivasertib (Truqap).
Indikationsstellung
Laut Beschluss ist Capivasertib in Kombination mit Fulvestrant für die Behandlung von erwachsenen Personen mit lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom indiziert. Es wird vorausgesetzt, dass der Tumor Östrogenrezeptor(ER)-positiv und HER2-negativ ist.
Zudem muss gemäß den Vorgaben eine spezifische genetische Konstellation vorliegen. Es wird das Vorhandensein von einer oder mehreren PIK3CA/AKT1/PTEN-Alterationen gefordert.
Der Einsatz erfolgt laut Dokument nach einem Rezidiv oder einer Progression der Erkrankung. Diese muss während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufgetreten sein.
Begleitmedikation nach Personengruppe
Der Beschluss sieht spezifische Kombinationstherapien in Abhängigkeit vom hormonellen Status vor:
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Bei prä- oder perimenopausalen Frauen wird die Kombination von Capivasertib und Fulvestrant mit einem LHRH-Agonisten (Luteinisierungshormon-Releasinghormon) empfohlen.
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Bei Männern wird die Anwendung eines LHRH-Agonisten gemäß der aktuellen klinischen Standardpraxis in Betracht gezogen.
Dosierung
| Personengruppe | Basistherapie | Begleitmedikation |
|---|---|---|
| Postmenopausale Frauen | Capivasertib + Fulvestrant | Keine spezifische Angabe |
| Prä-/perimenopausale Frauen | Capivasertib + Fulvestrant | LHRH-Agonist |
| Männer | Capivasertib + Fulvestrant | LHRH-Agonist (gemäß Standardpraxis) |
💡Praxis-Tipp
Vor der Einleitung einer Therapie mit Capivasertib wird eine molekularpathologische Diagnostik vorausgesetzt. Der G-BA-Beschluss macht deutlich, dass der Wirkstoff ausschließlich bei Nachweis von PIK3CA-, AKT1- oder PTEN-Alterationen indiziert ist. Zudem wird bei prä- und perimenopausalen Frauen sowie bei Männern auf die Notwendigkeit einer begleitenden LHRH-Agonisten-Gabe hingewiesen.
Häufig gestellte Fragen
Laut G-BA ist Capivasertib für das Östrogenrezeptor(ER)-positive und HER2-negative Mammakarzinom indiziert. Die Erkrankung muss lokal fortgeschritten oder metastasiert sein.
Der Beschluss fordert den Nachweis von einer oder mehreren Alterationen in den Genen PIK3CA, AKT1 oder PTEN. Ohne diese spezifischen Mutationen ist der Einsatz gemäß Fachinformation nicht vorgesehen.
Die Therapie erfolgt laut Dokument zwingend in Kombination mit Fulvestrant. Bei bestimmten Personengruppen wird zusätzlich ein LHRH-Agonist eingesetzt.
Der Einsatz ist nach einem Rezidiv oder einer Progression der Erkrankung indiziert. Diese Progression muss während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufgetreten sein.
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Quelle: G-BA Nutzenbewertung: Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) (G-BA, 2024). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.