WHO2023

Flugzeugdesinsektion: Aerosol- und Residualverfahren

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2023) behandelt Methoden und Verfahren zur Desinsektion von Flugzeugen. Ziel ist es, Länder vor der Einschleppung potenzieller Krankheitsüberträger (Vektoren) wie Mücken sowie landwirtschaftlicher Schädlinge zu schützen.

Insekten können über Flugzeuge in Regionen gelangen, in denen sie zuvor nicht heimisch waren, und dort Erreger von Krankheiten wie Malaria, Dengue, Chikungunya, Zika oder Gelbfieber verbreiten. Die Internationalen Gesundheitsvorschriften (IHR) stufen die Desinsektion als notwendige Maßnahme ein, um diese Ausbreitung zu verhindern.

Jedes Land sollte in Abstimmung mit dem Abflugland die Notwendigkeit einer Desinsektion bewerten. Dabei werden laut Leitlinie Faktoren wie das Vorhandensein von Vektoren am Abflugort, das Flugaufkommen und lokale Vektorkontrollprogramme berücksichtigt.

Empfehlungen

Die Leitlinie definiert verschiedene zugelassene Methoden zur Flugzeugdesinsektion. Es wird grundsätzlich zwischen Kurzzeitbehandlungen (Aerosole) und Langzeitbehandlungen (Residualverfahren) unterschieden.

Zugelassene Wirkstoffe und Methoden

Laut Leitlinie sind ausschließlich Produkte zugelassen, die von Flugzeugherstellern oder Prüflaboren auf Materialverträglichkeit getestet wurden. Die Wahl der Methode bestimmt den eingesetzten Wirkstoff.

MethodeWirkstoffZeitpunktWirkdauer
Pre-embarkation (Kabine)Permethrin 2%Vor dem BoardingEin Flugsektor
Pre-departure (Kabine)d-Phenothrin 2% oder 1R-trans-Phenothrin 2%Nach dem BoardingEin Flugsektor
ResidualbehandlungPermethrin 2% ECIm leeren FlugzeugBis zu 8 Wochen
On-arrival (Notfall)d-Phenothrin 2% oder 1R-trans-Phenothrin 2%Nach LandungEinmalig

Kurzzeitbehandlungen (Aerosole)

Die Leitlinie beschreibt zwei primäre Methoden für die Flugzeugkabine, die für jeweils einen Flugsektor wirksam sind:

  • Pre-embarkation: Die Kabine wird vor dem Einsteigen der Passagiere mit Permethrin besprüht, was auch eine leichte Residualwirkung für später zusteigende Insekten bietet.

  • Pre-departure: Die Kabine wird nach dem Einsteigen der Passagiere, aber vor dem Schließen der Gepäckfächer mit Phenothrin besprüht.

Es wird betont, dass während der Sprühanwendung und für 5 Minuten danach die Klimaanlage des Flugzeugs ausgeschaltet sein muss. Zirkulationslüfter dürfen auf niedrigster Stufe weiterlaufen, falls dies für den Betrieb essenziell ist.

Langzeitbehandlung (Residualverfahren)

Als Alternative empfiehlt die Leitlinie eine Residualbehandlung, die in leeren Flugzeugen durchgeführt wird. Diese hinterlässt einen insektiziden Film, der bis zu 8 Wochen wirksam bleibt.

Für die Kabine und Frachträume wird eine Emulsion mit 2% Permethrin verwendet. Die Leitlinie gibt eine Zieldosis von 0,2 g Wirkstoff pro Quadratmeter für Innenflächen und 0,5 g für Böden vor.

Frachtraumdesinsektion

Wenn keine Residualbehandlung vorliegt, muss der Frachtraum vor dem Abflug manuell mit Aerosolen behandelt werden. Die Leitlinie fordert, dass die Frachtraumtüren nach Aktivierung der Sprühdosen sofort geschlossen werden, um ein Entweichen des Aerosols zu verhindern.

On-Arrival-Verfahren

Eine Desinsektion nach der Landung (On-arrival) ist laut Leitlinie nur vorgesehen, wenn vor dem Abflug keine anerkannte Methode durchgeführt wurde oder die Behörden am Zielflughafen dies explizit fordern. In diesem Fall bleiben alle Türen geschlossen, bis die lokalen Behörden die Freigabe erteilen.

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass empfindliche elektronische Geräte im Frachtraum nicht direkt besprüht werden dürfen. Zudem wird davor gewarnt, den Sprühnebel direkt auf Rauchmelder zu richten, da dies einen Fehlalarm auslösen kann.

Bereiche, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen, sowie medizinische Ausrüstung dürfen laut Leitlinie nicht besprüht werden. Bei versehentlichem Kontakt muss die Fläche sofort abgewischt und zusätzlich mit Wasser und Seife gereinigt werden.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, dass der Sprühnebel in Frachträumen und Kabinen die Flugzeug-Rauchmelder auslösen kann. Es wird empfohlen, die Besatzung vor jeder Desinsektion zwingend zu informieren und empfindliche Elektronik nicht direkt zu besprühen. Zudem muss die Klimaanlage während und 5 Minuten nach dem Sprühen zwingend ausgeschaltet bleiben.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO-Leitlinie empfiehlt primär Permethrin, d-Phenothrin und 1R-trans-Phenothrin. Diese Wirkstoffe werden je nach Methode als Aerosol oder als flüssige Emulsion für Residualbehandlungen eingesetzt.

Laut Leitlinie bleibt eine korrekt durchgeführte Residualbehandlung mit Permethrin für maximal 8 Wochen wirksam. Nach intensiven Reinigungen oder dem Austausch von Kabinenteilen wird jedoch eine sofortige Nachbesserung (Top-up) empfohlen.

Das hängt von der gewählten Methode ab. Bei der Pre-departure-Methode befinden sich die Passagiere laut Leitlinie bereits an Bord, während die Pre-embarkation- und Residualverfahren in leeren Kabinen durchgeführt werden.

In diesem Fall beschreibt die Leitlinie ein On-arrival-Verfahren nach der Landung. Das Flugzeug muss geschlossen bleiben, bis die lokalen Behörden die Desinsektion überwacht oder durchgeführt haben.

Die Leitlinie schreibt vor, dass die Klimaanlage während des Sprühens und für weitere 5 Minuten danach zwingend ausgeschaltet sein muss. Lediglich Zirkulationslüfter dürfen auf der niedrigsten Stufe betrieben werden.

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Quelle: WHO aircraft disinsection methods and procedures, 2nd ed (WHO, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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