Fieberkrämpfe: Diagnostik, Akuttherapie und Prophylaxe

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie behandelt Fieberkrämpfe als altersabhängige Reaktion des unreifen Zentralnervensystems auf Fieber (Körpertemperatur ab 38 °C). Sie stellen die häufigsten provozierten epileptischen Anfälle im Kindesalter dar und treten meist zwischen dem 6. Lebensmonat und dem 6. Lebensjahr auf.

Es wird zwischen einfachen und komplizierten Fieberkrämpfen unterschieden. Die Leitlinie schlägt vor, einfache Fieberkrämpfe durch eine Dauer von maximal 5 Minuten zu definieren, da längere Anfälle in der Regel nicht mehr spontan sistieren und als kompliziert eingestuft werden sollten.

Fieberkrämpfe sind keine Epilepsie, da diese durch wiederholte afebrile Anfälle definiert ist. Die Prognose für die kognitive Entwicklung der betroffenen Kinder wird als exzellent eingestuft, und das Risiko für eine spätere Epilepsieentwicklung ist bei einfachen Fieberkrämpfen nur minimal erhöht.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Irrtum in der Praxis ist die Annahme, dass eine frühzeitige Antipyrese Fieberkrämpfe verhindern kann. Die Leitlinie stellt klar, dass fiebersenkende Medikamente das Auftreten eines Fieberkrampfs nicht unterbinden, weshalb Eltern von entsprechenden Selbstvorwürfen entlastet werden sollten. Zudem wird betont, dass bei Säuglingen unter 12 Monaten nach einem Fieberkrampf immer eine Lumbalpunktion zum Ausschluss einer Meningitis erfolgen sollte, da in dieser Altersgruppe typische klinische Meningismus-Zeichen fehlen können.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie sistieren die meisten Fieberkrämpfe innerhalb von 3 Minuten von selbst. Es wird empfohlen, Anfälle, die länger als 5 Minuten andauern, medikamentös (beispielsweise mit rektalem Diazepam oder bukkalem Midazolam) zu durchbrechen.

Nein, die Leitlinie stellt fest, dass eine Fiebersenkung das Auftreten von Fieberkrämpfen nicht verhindert. Die Antipyrese dient lediglich der Verbesserung des Allgemeinbefindens des Kindes.

Eine routinemäßige EEG-Ableitung nach einem einfachen Fieberkrampf wird nicht empfohlen. Bei komplizierten Fieberkrämpfen oder neurologischen Auffälligkeiten kann ein EEG laut Leitlinie jedoch sinnvoll sein, idealerweise 2 bis 3 Wochen nach dem Akutereignis.

Bei Kindern über 12 Monaten wird ohne klinische Verdachtsmomente keine Routine-Lumbalpunktion empfohlen. Bei Säuglingen unter 12 Monaten, bei komplizierten Fieberkrämpfen oder nach antibiotischer Vorbehandlung wird die Punktion hingegen dringend angeraten.

Das Risiko für die Entwicklung einer Epilepsie ist nach einfachen Fieberkrämpfen nur minimal erhöht. Die Leitlinie betont, dass die kognitive und neurologische Langzeitprognose für die betroffenen Kinder exzellent ist.

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Quelle: Fieberkrämpfe im Kindesalter (AWMF). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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