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European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR)2025RheumatologyObstetrics

Antirheumatika in Schwangerschaft & Stillzeit: EULAR 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf European Alliance of Associations for Rheumatology (EULAR) Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Synthetische DMARDs wie Antimalariamittel, Azathioprin und Sulfasalazin sind mit einer Schwangerschaft kompatibel.
  • TNFi-Biologika können nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung während der gesamten Schwangerschaft eingesetzt werden.
  • Alle biologischen DMARDs (bDMARDs) gelten als sicher und kompatibel mit der Stillzeit.
  • Für Männer mit Kinderwunsch gibt es eine breite Palette sicherer Medikamente, einschließlich Methotrexat und Mycophenolat.
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Hintergrund

Die aktualisierte EULAR-Leitlinie (2024 Update) bietet Konsensempfehlungen für den Einsatz von Antirheumatika in den Phasen der Reproduktion, Schwangerschaft und Stillzeit. Eine internationale Task Force definierte 5 übergeordnete Prinzipien und 12 Empfehlungen, die neben der maternalen auch die väterliche Medikamentensicherheit umfassen. Ziel ist es, die Versorgungsqualität von Rheumapatienten während der Familienplanung zu verbessern.

Medikamentöse Therapie in der Schwangerschaft

Die aktuelle Evidenz zeigt klare Abstufungen in der Sicherheit verschiedener Antirheumatika während der Schwangerschaft.

MedikamentenklasseKompatibilität & Empfehlung
Synthetische DMARDsKompatibel: Antimalariamittel, Azathioprin, Colchicin, Cyclosporin, Sulfasalazin, Tacrolimus
NSAR & GlukokortikoideRestriktiverer Ansatz bei der Anwendung empfohlen
TNFi-bDMARDsEinsatz während der gesamten Schwangerschaft möglich (nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung)
Non-TNFi-bDMARDsKönnen bei Bedarf eingesetzt werden

Medikamentensicherheit in der Stillzeit

Für die Stillzeit gibt die Leitlinie eine breite Palette an kompatiblen Medikamenten an. Hervorzuheben ist, dass alle biologischen DMARDs (bDMARDs) als kompatibel mit dem Stillen eingestuft werden.

Weitere in der Stillzeit kompatible Medikamente sind:

  • Antimalariamittel
  • Azathioprin
  • Colchicin
  • Cyclosporin
  • Glukokortikoide
  • Intravenöse Immunglobuline (IVIG)
  • NSAR
  • Sulfasalazin
  • Tacrolimus

Väterliche Medikamentensicherheit (Männer)

Auch für männliche Patienten mit Kinderwunsch wurden die Empfehlungen aktualisiert. Eine Vielzahl von Antirheumatika gilt als sicher für Männer und muss bei der Zeugung nicht abgesetzt werden.

MedikamentengruppeKompatible Wirkstoffe für Männer
DMARDs & ImmunsuppressivaAntimalariamittel, Azathioprin, Colchicin, Cyclosporin, Leflunomid, Methotrexat, Mycophenolat, Sulfasalazin, Tacrolimus
BiologikaAlle bDMARDs
WeitereGlukokortikoide, IVIG, NSAR, Sildenafil

💡Praxis-Tipp

Beruhigen Sie männliche Patienten mit Kinderwunsch: Wichtige Basistherapeutika wie Methotrexat und Mycophenolat gelten laut EULAR-Update als kompatibel und müssen nicht abgesetzt werden.

Häufig gestellte Fragen

Laut EULAR sind Antimalariamittel, Azathioprin, Colchicin, Cyclosporin, Sulfasalazin und Tacrolimus mit einer Schwangerschaft kompatibel.
Ja, alle bDMARDs gelten als kompatibel mit dem Stillen.
Nein, Methotrexat wird bei Männern als kompatible Option für die Reproduktionsphase eingestuft.
Die Leitlinie empfiehlt einen restriktiveren Ansatz für den Einsatz von NSAR und Glukokortikoiden während der Schwangerschaft.

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