EULAR-Leitlinie 2025: Rheumatoide Arthritis & DMARDs
📋Auf einen Blick
- •Die initiale Therapie sollte mit Methotrexat (MTX) und kurzzeitigen Glukokortikoiden erfolgen.
- •Bei unzureichendem Ansprechen nach 3 bis 6 Monaten wird die Zugabe eines bDMARDs empfohlen.
- •JAK-Inhibitoren können nach strenger Abwägung kardiovaskulärer und maligner Risiken eingesetzt werden.
- •Bei anhaltender Remission ist ein Ausschleichen der DMARDs möglich, ein komplettes Absetzen führt jedoch häufig zu Schüben.
Hintergrund
Die europäische Rheuma-Liga (EULAR) hat 2025 ein Update ihrer Empfehlungen zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA) mit synthetischen und biologischen krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) veröffentlicht. Die Leitlinie basiert auf systematischen Literaturrecherchen zur Wirksamkeit und Sicherheit und umfasst 5 übergeordnete Prinzipien sowie 9 Kernempfehlungen.
Medikamentenklassen
Die Leitlinie unterteilt die Therapeutika in folgende Hauptgruppen:
| Klasse | Abkürzung | Wirkstoffe (Beispiele laut Leitlinie) |
|---|---|---|
| Konventionelle synthetische DMARDs | csDMARDs | Methotrexat (MTX), Leflunomid, Sulfasalazin |
| Biologische DMARDs | bDMARDs | TNF-Inhibitoren (Adalimumab, Certolizumab pegol, Etanercept, Golimumab, Infliximab), Abatacept, Rituximab, Tocilizumab, Sarilumab (inkl. Biosimilars) |
| Zielgerichtete synthetische DMARDs | tsDMARDs | JAK-Inhibitoren (Tofacitinib, Baricitinib, Filgotinib, Upadacitinib) |
Therapiealgorithmus und Stufenschema
Die Behandlung folgt einem Treat-to-Target-Ansatz. Die Therapieeskalation richtet sich nach dem klinischen Ansprechen.
| Stufe | Therapie | Bemerkung |
|---|---|---|
| 1. Initialtherapie | MTX + Glukokortikoide | Idealerweise MTX-Monotherapie kombiniert mit kurzzeitigen Glukokortikoiden. |
| 2. Eskalation | Addition eines bDMARDs | Bei unzureichendem Ansprechen nach 3 bis 6 Monaten. JAK-Inhibitoren können ebenfalls erwogen werden (Risikoabwägung beachten). |
| 3. Therapieversagen | Wechsel des bDMARDs / tsDMARDs | Bei Versagen des ersten bDMARDs oder JAK-Inhibitors wird ein anderes bDMARD (gleiche oder andere Klasse) oder ein JAK-Inhibitor empfohlen. |
Sicherheitsaspekte und Remission
- JAK-Inhibitoren: Der Einsatz erfordert eine sorgfältige Abwägung der Risiken für schwere kardiovaskuläre Ereignisse (MACE), Malignome und thromboembolische Ereignisse.
- Remission: Bei anhaltender klinischer Remission kann ein Ausschleichen (Tapering) der DMARDs erwogen werden.
- Vorsicht: Ein komplettes Absetzen der Medikation führt häufig zu einem Krankheitsschub (Flare) und erfordert daher besondere Vorsicht.
💡Praxis-Tipp
Evaluieren Sie den Therapieerfolg der initialen MTX-Therapie konsequent nach 3 bis 6 Monaten. Prüfen Sie vor jeder Verordnung von JAK-Inhibitoren das individuelle Patientenrisiko für kardiovaskuläre Ereignisse (MACE) und Malignome.