Septischer Schock (Pflege): StatPearls Leitlinie
Hintergrund
Die StatPearls-Zusammenfassung beschreibt den septischen Schock als schwerste Komplikation der Sepsis mit hoher Mortalität. Die Pathophysiologie beruht auf einem Ungleichgewicht zwischen pro- und antiinflammatorischen Immunantworten, was zu Endothelschäden und Kapillarlecks führt.
Gramnegative Bakterien sind laut Quelle mit 62 % die häufigste Ursache, gefolgt von grampositiven Erregern. Die häufigsten Infektionsquellen sind die Atemwege, der Blutkreislauf und der Urogenitaltrakt.
Die Leitlinie betont, dass eine frühzeitige Erkennung das wichtigste therapeutische Instrument darstellt. Die Mortalität variiert je nach Alter, Komorbiditäten und dem Ausmaß der Organdysfunktion zwischen 30 % und 50 %.
Empfehlungen
Diagnostik und Monitoring
Die Leitlinie empfiehlt eine umfassende Überwachung der Vitalparameter und der Endorganfunktion. Es wird die Abnahme von Blutkulturen, Urin- und Sputumproben vor Beginn der Antibiotikatherapie empfohlen.
Zusätzlich wird die Bestimmung von Laktat, Blutbild, Gerinnungsparametern und Entzündungsmarkern wie C-reaktivem Protein oder Procalcitonin angeraten.
Hämodynamische Therapieziele
Laut Leitlinie sollten innerhalb der ersten sechs Stunden nach Diagnosestellung spezifische hämodynamische Ziele erreicht werden.
| Parameter | Zielwert |
|---|---|
| Mittlerer arterieller Druck (MAP) | > 65 mmHg |
| Zentraler Venendruck (ZVD) | 8-12 mmHg |
| Zentralvenöse Sauerstoffsättigung (ScvO2) | > 70 % |
| Gemischtvenöse Sauerstoffsättigung (SvO2) | > 65 % |
Medizinische Therapie
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur medikamentösen und Volumentherapie:
-
Verabreichung von Breitbandantibiotika innerhalb einer Stunde nach Diagnosestellung
-
Flüssigkeitsresuscitation mit Kristalloiden oder Kolloiden bis zu 80 ml/kg
-
Einsatz von Vasopressoren bei flüssigkeitsrefraktärem Schock (Norepinephrin bei warmem Schock, Epinephrin bei kaltem Schock)
-
Gabe von Kortikosteroiden und Vasopressin bei refraktärem Schock
Pflegerisches Management
Das pflegerische Management umfasst laut Quelle folgende Maßnahmen:
-
Kontinuierliche Überwachung von Vitalparametern, Flüssigkeitsbilanz und neurologischem Status
-
Sicherstellung einer Thrombose- und Dekubitusprophylaxe
-
Sauerstoffgabe bei einer Sättigung von unter 92 %
-
Strikte Einhaltung von Hygienemaßnahmen und Entfernung nicht mehr benötigter Katheter
Kontraindikationen
Die Leitlinie rät vom Einsatz von Dopamin als Vasopressor der ersten Wahl ab. Es wird beschrieben, dass Dopamin eine hemmende Wirkung auf die Hypothalamus-Hypophysen-Nebennieren-Achse hat, was zu immunologischen Dysfunktionen führen kann.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie weist darauf hin, dass hochdosierte Vasopressoren wie Norepinephrin und Epinephrin sicher über einen peripheren venösen Zugang verabreicht werden können. Es wird betont, dass das Warten auf einen zentralen Venenkatheter die lebensrettende Vasopressorentherapie nicht verzögern sollte. Zudem wird hervorgehoben, dass die Aufrechterhaltung des Blutdrucks den größten Einfluss auf das Überleben hat.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann sich ein früher, kompensierter Schock als "warmer Schock" präsentieren. Dabei werden warme Extremitäten, eine schnelle Rekapillarisierungszeit von unter einer Sekunde und pochende Pulse beobachtet.
Die Leitlinie empfiehlt die Verabreichung von Breitbandantibiotika innerhalb der ersten Stunde nach Diagnosestellung. Zuvor sollten nach Möglichkeit entsprechende Kulturen zur Erregerbestimmung abgenommen werden.
Gemäß der Quelle sind Infektionen der Atemwege mit 42 % die häufigste Ursache. Darauf folgen Blutstrominfektionen mit 21 % und Infektionen des Urogenitaltrakts mit 10 %.
Die Leitlinie nennt eine Laktatazidose mit Werten über 2 mmol/L als typischen Laborbefund bei schwerer Sepsis und septischem Schock. Der Wert dient als wichtiger Indikator für die Gewebehypoperfusion.
Es wird der Einsatz von Kortikosteroiden bei einem vasopressorrefraktären Schock empfohlen. Zudem ist die Gabe laut Leitlinie bei Patienten mit niedrigen basalen Cortisolspiegeln unter 150 µg/L indiziert.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Septic Shock (Nursing) (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.